Thyssenkrupp Aktie: Doppelter Druck
31.03.2026 - 19:07:46 | boerse-global.deAuf der einen Seite ein Stahlwerk, das fĂŒr vier Monate vom Netz geht. Auf der anderen Seite eine Aufzugssparte, die womöglich an die Börse zurĂŒckkehrt. Thyssenkrupp bewegt sich gerade auf zwei völlig unterschiedlichen Gleisen.
Isbergues fÀhrt runter
Ab Juni stellt Thyssenkrupp Electrical Steel die Produktion im französischen Werk Isbergues vollstĂ€ndig ein â bis September. Rund 600 BeschĂ€ftigte sind betroffen. Der Grund: Billigstahl-Importe aus Asien, die den europĂ€ischen Markt seit Jahren ĂŒberschwemmen. Seit 2022 haben sich die Importmengen von Elektrostahl in die EU verdreifacht und machen mittlerweile mehr als die HĂ€lfte des europĂ€ischen Marktvolumens aus.
Isbergues ist dabei kein Einzelfall, sondern Symptom. Bereits seit Januar lief das Werk nur auf halber KapazitÀt, nachdem Ende 2025 eine erste temporÀre Stilllegung folgte. Die Wirtschaftlichkeit einer Produktion in HochlohnlÀndern wie Frankreich lÀsst sich unter diesen Bedingungen kaum noch darstellen.
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TK Elevator als Trumpfkarte?
WĂ€hrend das StahlgeschĂ€ft operativ unter Druck steht, könnte die Aufzugssparte TK Elevator fĂŒr etwas Aufwind sorgen. Thyssenkrupp evaluiert einen Börsengang als strategische Option, um den Wert der Beteiligung zu heben. TK Elevator erzielte im GeschĂ€ftsjahr 2024/25 einen Umsatz von rund 9,2 Milliarden Euro und beschĂ€ftigt weltweit etwa 50.000 Mitarbeiter â ein Schwergewicht, das an der Börse erhebliches Kapital einbringen könnte.
Ein IPO wĂŒrde dem Mutterkonzern finanziellen Spielraum verschaffen, gerade wenn Thyssenkrupp im Zuge eines Listings weitere Anteile verĂ€uĂert. Konkrete PlĂ€ne oder Zeitrahmen liegen jedoch noch nicht vor.
Amundi festigt Position
Auf Investorenseite gibt es ebenfalls Bewegung. Der französische Vermögensverwalter Amundi hat seinen Anteil an Thyssenkrupp auf 5,23 Prozent ausgebaut â mit Stichtag 24. MĂ€rz 2026. Ein Signal, dass institutionelle Investoren die aktuelle SchwĂ€che zumindest teilweise als Einstiegsgelegenheit werten.
Die Aktie selbst spiegelt die schwierige Lage: Seit Jahresbeginn hat sie rund 23 Prozent verloren und notiert weit unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Das gestrige 52-Wochen-Tief bei 7,10 Euro zeigt, wie stark der Verkaufsdruck zuletzt war. Ob der heutige Kursanstieg von gut 5 Prozent mehr als eine technische Gegenbewegung ist, hĂ€ngt davon ab, ob der TK-Elevator-IPO-Prozess konkrete Formen annimmt â und ob BrĂŒssel den Importdruck auf europĂ€ische Stahlhersteller mit SchutzmaĂnahmen begrenzt.
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