Trumps, Zöllen

Trotz Trumps Zöllen: Globaler Warenhandel wÀchst mit KI-Boom

19.03.2026 - 13:00:10 | dpa.de

Trotz der höchsten US-Zölle seit dem Zweiten Weltkrieg ist der weltweite Warenhandel krÀftig gewachsen.

Nach einer Studie des McKinsey Global Institute legte er 2025 um mehr als sechs Prozent zu. Ein Treiber dafĂŒr seien gewaltige Investitionen in KĂŒnstliche Intelligenz. "Zölle haben Handelsströme umgelenkt - aber nicht gestoppt", schreibt McKinsey in der Studie, die mehr als 90 Prozent der weltweiten Handelsströme analysiert.

Entscheidender Treiber sei der Boom um KĂŒnstliche Intelligenz (KI). Rund ein Drittel des globalen Handelswachstums entfalle allein auf Exporte von Halbleitern, Servern und Netzwerktechnik - GĂŒter, die fĂŒr KI-Rechenzentren benötigt werden.

KI-Boom schafft Warenströme

Die USA, die rund die HĂ€lfte der weltweit neu errichteten RechenzentrumskapazitĂ€t aufbauten, waren demnach mit Abstand grĂ¶ĂŸter Nachfrager: Der US-Handel mit KI-bezogenen GĂŒtern stieg laut Studie um rund 66 Prozent oder geschĂ€tzte 220 Milliarden Dollar. "KI schafft damit nicht nur Datenströme - sondern auch Warenströme", so McKinsey.

Eine andere Verschiebung betreffe Chinas Rolle. Das Land exportiere zunehmend nicht mehr fertige KonsumgĂŒter, sondern Maschinen, Komponenten und IndustrieausrĂŒstung - Grundlage fĂŒr die Produktion anderer LĂ€nder. "China entwickelt sich damit zur "Fabrik der Fabriken" - einer Rolle, die traditionell von Deutschland besetzt wurde und die nun zunehmend von chinesischen Anbietern ĂŒbernommen wird."

Deutschland zwischen den Fronten

Deutschland und die EU gerieten dagegen in BedrĂ€ngnis. Sei der Handel zwischen Deutschland und China 2017 noch ausgeglichen gewesen, importiere Deutschland heute doppelt so viel aus der Volksrepublik, wie es dorthin exportiere. "Erstmals importierte Deutschland mehr Autos aus China, als es dorthin verkaufte", schrieb McKinsey. DafĂŒr steige der deutsche Handel mit der EU und in SchwellenlĂ€ndern wachse die Nachfrage nach deutschen Maschinen, Schienenfahrzeugen und Pharmazeutika.

Aus Sicht von McKinsey hat Deutschland und Europa die Chance vertan, als Ersatzlieferant einzuspringen, als die USA ihre Importe aus China stark reduzierten. AbzĂŒglich des zeitlichen Effekts durch vorgezogene Pharmaimporte habe die EU weniger als drei Prozent der umgelenkten US-Nachfrage gedeckt. Asiatische LĂ€nder und Indien hĂ€tten hier schneller und flexibler reagiert.

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