UBS Aktie: Konfrontation mit dem Bundesrat
23.04.2026 - 00:00:40 | boerse-global.deDie Schweizer Großbank wehrt sich mit ungewöhnlicher Schärfe gegen das neue Regulierungspaket des Bundesrats. Das heute verabschiedete Maßnahmenpaket bezeichnete das Institut in einer Stellungnahme als „extrem" und international nicht abgestimmt — und legte gleichzeitig eigene Zahlen vor, die deutlich von denen der Regierung abweichen.
Milliarden-Lücke zwischen zwei Rechnungen
Der Kern des Streits liegt in der geplanten Vollunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften mit Eigenkapital. Laut UBS würde allein diese Maßnahme rund 20 Milliarden Dollar an zusätzlichem hartem Kernkapital erfordern. Zusammen mit bereits bestehenden Anforderungen aus der Credit-Suisse-Übernahme — darunter rund 9 Milliarden Dollar zum Abbau regulatorischer Sonderkonditionen sowie weitere 6 Milliarden wegen gestiegener Marktanteile — käme die Großbank auf eine Gesamtbelastung von etwa 37 Milliarden Dollar.
Der Bundesrat rechnet dagegen mit einem effektiven Kapitalbedarf von lediglich rund 9 Milliarden Dollar, da die Bank bereits heute gut kapitalisiert sei. Die de-facto-Mindestkapitalquote auf Gruppenebene würde nach UBS-Kalkulation auf rund 18,4 Prozent steigen — ein Niveau, das die Bank selbst als wettbewerbsverzerrend einstuft.
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Hinzu kommen Änderungen bei der Eigenkapitalanrechnung von kapitalisierter Software und aufsichtsrechtlichen Bewertungsanpassungen. Diese Maßnahmen allein würden das CET1-Kapital auf Gruppenebene um rund 4 Milliarden Dollar verringern. Insgesamt würde die Kapitalquote damit auf etwa 17,6 Prozent sinken.
Wirtschaftliche Warnung und parlamentarischer Prozess
UBS bestreitet nicht nur die Zahlen, sondern auch die methodische Grundlage der Folgenabschätzung. Eine Studie des unabhängigen Forschungsinstituts BAK Economics beziffert die gesamtwirtschaftlichen Kosten des geplanten Eingriffs auf bis zu 34 Milliarden Franken an kumulativem BIP-Verlust über zehn Jahre — begleitet von dauerhaften Rückgängen bei Investitionen, Beschäftigung und Steuereinnahmen.
Die Vorlage zur Eigenmittelunterlegung ausländischer Beteiligungen geht nun in den parlamentarischen Prozess. Dort ist eine schrittweise Einführung über sieben Jahre vorgesehen, beginnend mit einem Abzugserfordernis von 65 Prozent im ersten Jahr. UBS kündigte an, diese Beratungen aktiv zu begleiten und eigene Analysen einzubringen. Zudem prüfe man „geeignete Maßnahmen zum Schutz der Aktionärsinteressen".
Konkrete Zahlen zu möglichen Konsequenzen will die Bank spätestens mit den Quartalsergebnissen am 29. April 2026 liefern. Bis dahin bleibt der Disput zwischen Bern und Zürich in vollem Gange — mit einem Kapitalkostenstreit, der laut UBS jährlich rund 3 Milliarden Dollar ausmacht.
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