AKTIEN IM FOKUS: Chipwerte im Aufwind - Berichte ĂŒber geringere US-ExporthĂŒrden
08.05.2025 - 12:32:27 | dpa.deIm Fokus standen insgesamt weniger die Zahlen und Ziele der MĂŒnchener, sondern Spekulationen rund um Aussetzungen und Ănderungen bei anstehenden ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr KI-Chips durch die US-Regierung.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete, will US-PrĂ€sident Donald Trump einige BeschrĂ€nkungen fĂŒr KI-Chips aus der Ăra seines VorgĂ€ngers Joe Biden nicht in Kraft treten lassen. Das trieb deutsche Techwerte an, aber auch die Technologiebranche insgesamt.
Letztlich, so hieĂ es auĂerdem von Analysten zu Infineon, sei das zweite GeschĂ€ftsquartal solide und die ProfitabilitĂ€t stark gewesen. Dass der Ausblick gekappt wurde, sei dem schwachen US-Dollar und den Zollturbulenzen geschuldet. Dies herausgerechnet, lĂ€gen die Ziele auf erwarteter Höhe, schrieb etwa JPMorgan-Experte Sandeep Deshpande.
Infineon sprangen zeitweise bis auf 31,39 Euro. Das war der höchste Stand seit Ende MĂ€rz - bevor Trump Anfang April mit drastischen Zollpaketen den "Tag der Befreiung" der USA ausrief und China mit GegenmaĂnahmen reagiert hatte. Zuletzt ging es fĂŒr die Infineon-Aktie dann um 3,5 Prozent auf 31,32 Euro hoch.
Das Sektorbild im Chip- und Technologiebereich war am Donnerstag europaweit positiv. Aixtron DE000A0WMPJ6 gewannen im MDax DE0008467416 vier Prozent und Elmos DE0005677108 stiegen im SDax DE0009653386 um drei Prozent. Im EuroStoxx 50 EU0009658145 profitierten zudem ASML NL0010273215 mit fĂŒnf Prozent und STMicro NL0000226223 stiegen in Paris um 3,6 Prozent.
In den USA werden vorbörslich ebenfalls weitere Kursgewinne erwartet. So gewannen auf Nvidia US67066G1040 1,7 Prozent, nachdem die Aktie der KI-Chip-KoryphĂ€e bereits am Vorabend kurz vor Börsenschluss reagiert und um 3,1 Prozent zugelegt hatte. Broadcom US11135F1012, die vor Handelsschluss ebenfalls schon hochgesprungen waren, gewannen vorbörslich weitere 2,4 Prozent. Dass einige Aktien in den USA am Mittwoch nicht allzu stark oder kaum reagiert hatten, begrĂŒndete ein HĂ€ndler damit, dass es insgesamt "nur um eine AbschwĂ€chung, aber nicht um eine vollstĂ€ndige Aufhebung der Regelungen geht".
Wie Bloomberg kolportierte, will die Trump-Regierung die unter der Biden-Regierung erlassenen ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr KI-Technologie ĂŒberarbeiten, da sie auf starken Widerstand groĂer Techkonzerne und zahlreicher auslĂ€ndischer Regierungen gestoĂen waren. Die ExporthĂŒrden sollten eigentlich am kommenden Donnerstag, 15. Mai, in Kraft treten. Doch das werde nicht geschehen, hieĂ es nun. Zugleich, so berichtet das "Wall Street Journal", könnten noch einige Monate vergehen, bis ein neuer Plan ausgearbeitet sei. Unter anderem werde geprĂŒft, wie etwa China der Zugang verweigert werden könne, ohne US-Technologiekonzernen zu schaden.
Die Experten der Commerzbank erklÀrten: "PrÀsident Biden hatte in seiner letzten Amtswoche die sogenannte KI-Diffusionsregel vorgestellt. Sie teilt LÀnder in drei Stufen mit unterschiedlichem Zugang zu fortschrittlichen Chips ein. Kritiker argumentierten, die Regel sei zu komplex und könne die US-Innovation behindern."
Nun plane die Trump-Administration wohl, sie durch ein vereinfachtes globales Lizenzierungssystem zu ersetzen, das auf direkten Regierungsvereinbarungen basieren solle, schrieben sie. Das Handelsministerium habe erklÀrt, eine "viel einfachere Regel" anwenden zu wollen, die amerikanische Innovationen freisetze und die KI-Dominanz der USA sichere.
Das hat laut den Commerzbank-Experten am Vortag letztlich den Philadelphia-Semiconductor-Index (SOX) um 1,7 Prozent nach oben getrieben, womit er seine krÀftige Erholung seit seinem Tief Anfang April habe fortsetzen können. Inzwischen steht bei dem Branchenindex seither wieder ein Plus von fast 30 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich sein Minus auf 12 Prozent verringert.
Auch im globalen Zollstreit machen sich die Anleger etwas Hoffnung auf Linderung. Die USA und GroĂbritannien haben sich auf eine "volle und umfassende" Handelsvereinbarung geeinigt. Das teilte US-PrĂ€sident Donald Trump am Donnerstag mit; fĂŒr die Vereinigten Staaten ist es der erste groĂe Deal nach Trumps weitreichender VerhĂ€ngung von Strafzöllen.
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