Visa-Falle: Betrüger ködern iPhone-Nutzer mit Google-Anzeigen
27.01.2026 - 21:57:13Reisende zahlen horrende Gebühren für einfache Visa-Anträge – und fallen auf professionell gestaltete Fake-Seiten herein. Die Masche zielt gezielt auf mobile Nutzer ab, die unter Zeitdruck ihre Reise vorbereiten. Verbraucherschützer warnen vor finanziellen Verlusten und Datenmissbrauch.
So funktioniert die perfide Masche
Die Betreiber schalten Google-Anzeigen auf Suchbegriffe wie „ESTA Antrag“ oder „Visum USA“. Diese erscheinen an erster Stelle der Suchergebnisse, noch vor den offiziellen Regierungsportalen. Viele Smartphone-Nutzer klicken blind auf den obersten Link.
Die Webseiten sind professionelle Fälschungen. Sie imitieren staatliche Portale mit Flaggen und offiziell wirkendem Design. Erst im Kleingedruckten steht, dass es sich nur um einen privaten Dienstleister handelt. Auf dem kleinen Display eines iPhones sind diese Hinweise besonders schwer zu erkennen.
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Das kostet die Unachtsamkeit
Der finanzielle Schaden ist massiv. Ein offizieller ESTA-Antrag für die USA kostet 21 US-Dollar. Die unseriösen Portale verlangen oft über 100 Dollar für die exakt gleiche Dienstleistung: das Weiterleiten der Daten.
Rechtlich bewegen sich die Anbieter in einer Grauzone – sie erbringen formal eine Dienstleistung. Verbraucherschützer kritisieren jedoch die gezielte Irreführung. Das größte Risiko neben dem Geld: Reisende geben sensible Pass- und Reisedaten an unbekannte Dritte weiter. Das öffnet Tür und Tor für Identitätsdiebstahl.
Warum mobile Nutzer leichte Opfer sind
Die Fokussierung auf iPhone-User ist kein Zufall. Auf kleinen Displays ist die vollständige Webadresse oft nicht sichtbar. Unterwegs sind Nutzer zudem abgelenkter und prüfen Links weniger sorgfältig.
Betrüger nutzen dieses falsche Sicherheitsgefühl aus. Googles Schutzmechanismen wie „Safe Browsing“ erkennen diese speziellen Visa-Portale oft nicht als betrügerisch, da sie keine Malware verteilen, sondern nur überteuerte Dienstleistungen anbieten.
So schützen Sie sich vor der Abzocke
Experten raten zu diesen vier einfachen Schritten:
- Direkt zu den Behörden: Stellen Sie Anträge immer auf den offiziellen Regierungsseiten. Erkennbar an Domain-Endungen wie „.gov“ (USA) oder „.gc.ca“ (Kanada).
- Anzeigen ignorieren: Scrollen Sie an den „Gesponsert“‑Ergebnissen vorbei und prüfen Sie die URL der darunterliegenden organischen Treffer.
- Preise kennen: Informieren Sie sich vorab über die offiziellen Gebühren. Weicht der Preis stark ab, ist es ein Drittanbieter.
- Ruhe bewahren: Lassen Sie sich nicht von angeblichen Bearbeitungsvorteilen unter Druck setzen. Externe Dienstleister können behördliche Prozesse nicht beschleunigen.
Wer bereits bezahlt hat, sollte umgehend seine Bank oder das Kreditkarteninstitut kontaktieren, um die Zahlung zu stoppen.


