Drohnenbauteile, Russland

Wohl Drohnenbauteile an Russland geliefert - GeschÀftsleute angeklagt

05.03.2024 - 15:26:05 | dpa.de

Weil sie illegal elektronische Bauteile fĂŒr Drohnen an Russland geliefert haben sollen, hat die Bundesanwaltschaft zwei GeschĂ€ftsleute aus Deutschland angeklagt.

Der Kunde produziert nach Angaben vom Dienstag militÀrisches Material und Zubehör. "Dazu gehört die von den russischen StreitkrÀften auch derzeit in der Ukraine eingesetzte 'Orlan 10' Drohne", teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die beanstandeten Elektrobauteile seien gÀngiger Bestandteil dieses Drohnentyps und vom Russland-Embargo der EuropÀischen Union erfasst. Das Oberlandesgericht Stuttgart muss entscheiden, ob es einen Prozess gegen die beiden deutschen und russischen Staatsangehörigen gibt.

Einem GeschĂ€ftsfĂŒhrer zweier Unternehmen im Saarland wirft Deutschlands oberste Anklagebehörde vor, mehrfach gewerbsmĂ€ĂŸig gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben. Er sitzt den Angaben nach seit knapp einem Jahr in Untersuchungshaft. Eine Frau, die eine Firma in Baden-WĂŒrttemberg fĂŒhrte, ist wegen Beihilfe zu einigen dieser VerstĂ¶ĂŸe angeklagt. Sie sei zwischenzeitlich auch in U-Haft gewesen, aber seit Mai auf freiem Fuß. Der Gesamtwert der verbotswidrig ausgefĂŒhrten Bauteile liege bei etwa 875 000 Euro.

Abwicklung ĂŒber Scheinfirmen und angebliche EmpfĂ€nger in Drittstaaten

Der Hauptbeschuldigte soll von Januar 2020 bis MĂ€rz 2023 in 54 FĂ€llen Elektronikbauteile an das russische Unternehmen ausgefĂŒhrt haben. Um die EU-Sanktionen zu umgehen, habe er die Waren in der Regel zunĂ€chst aus dem Ausland nach Deutschland importiert und dann - zum Teil ĂŒber das von ihm "beherrschte" und von der Mitangeklagten gefĂŒhrte Unternehmen - nach Russland exportiert. In 14 FĂ€llen habe die Frau dies unterstĂŒtzt, indem sie dem Vorlieferanten erklĂ€rte, dass die GĂŒter in Deutschland verbleiben wĂŒrden.

TatsĂ€chlich wurden die Waren jedoch laut der Mitteilung zunĂ€chst an zwei in Russland ansĂ€ssige zivile Scheinfirmen ausgefĂŒhrt. Von dort aus seien sie an den militĂ€rischen Hersteller gegangen. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Februar 2022 habe der Beschuldigte die Waren mit Hilfe vorgeschobener EmpfĂ€nger in Drittstaaten, unter anderem in Kirgistan und Hongkong, nach Russland transportiert.

Die Mitte Februar erhobene Anklage des Generalbundesanwalts zeige, dass Deutschland mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen Russlands Angriffskrieg und seine möglichen UnterstĂŒtzer vorgehe, sagte Bundesjustizminister Marco Buschmann der Deutschen Presse-Agentur. Der FDP-Politiker betonte: "Wer aus Deutschland potenzielle Kriegsmaterialien nach Russland exportiert, muss mit harten Konsequenzen rechnen."

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