Unicef rechnet bereits 2025 mit 20 Prozent weniger Geld
15.10.2025 - 06:35:02"Wir rechnen derzeit mit einem RĂŒckgang unserer weltweit verfĂŒgbaren Mittel fĂŒr humanitĂ€re Hilfe und langfristige Programme fĂŒr Kinder und Familien um mindestens 20 Prozent in diesem Jahr", sagte Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wir versuchen, jeden Dollar so gut wie möglich zu nutzen. Aber die Wahrheit ist, dass die Kinder darunter leiden werden."
Mit den USA ist ein wichtiger Geldgeber quasi ausgefallen. AuĂenminister Marco Rubio hatte Anfang Juli das offizielle Ende von Auslandshilfen durch die US-Entwicklungsbehörde USAID verkĂŒndet. Die Organisation war eine der gröĂten ihrer Art weltweit und organisierte zahlreiche HilfsmaĂnahmen auf der ganzen Welt - von der Aids-Hilfe bis zum Wiederaufbau in Kriegsregionen. Auch die deutsche Regierung hat aus SpargrĂŒnden den Entwicklungshilfeetat gekĂŒrzt.
Im Dezember 2024 hatte Unicef mitgeteilt, im Jahr 2025 rund 9,9 Milliarden US-Dollar (etwa 8,5 Milliarden Euro) fĂŒr Nothilfe zugunsten von 109 Millionen Kindern in 146 Konflikt- und KrisenlĂ€ndern zu benötigen.
Russell sagte dem RND, bei geringeren Finanzmitteln könnten Kinder weniger geimpft und schlechter medizinisch versorgt werden. Viele könnten ihre Schulbildung nicht fortsetzen. Dies könne weitere dramatische Folgen haben, warnte Russell. "So etwas destabilisiert die LÀnder und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Konflikte oder Krisen geraten. Das wirkt sich schlussendlich auf uns alle aus."
Eine im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte Studie kam zu dem Schluss, dass der Kahlschlag bei USAID in den kommenden fĂŒnf Jahren mehr als 14 Millionen zusĂ€tzliche Tote zur Folge haben könnte - davon rund fĂŒnf Millionen Kinder unter fĂŒnf Jahre.

