Yoti, Biometrie-Norm

Yoti setzt mit neuer Biometrie-Norm Maßstäbe gegen KI-Fälschungen

28.01.2026 - 06:25:12

Das britische Unternehmen Yoti hat als weltweit erster Anbieter die strengste Sicherheitsprüfung für Gesichtserkennung bestanden. Dies setzt einen neuen Standard für digitale Identitäten, insbesondere im Finanzsektor.

Das britische Identitätsunternehmen Yoti hat als erstes weltweit die neue Sicherheitsprüfung iBeta Level 3 bestanden. Dieser strengste Test für Gesichtserkennung soll Abwehr gegen hochwertige KI-Deepfakes und 3D-Masken beweisen. Die Zertifizierung markiert einen Wendepunkt im Kampf um sichere digitale Identitäten – gerade für Banken und Behörden.

Was der neue Sicherheits-Stresstest bedeutet

Hinter der trockenen Bezeichnung „iBeta Level 3 PAD“ verbirgt sich der bislang härteste Stresstest für biometrische Systeme. Entwickelt vom US-Prüfinstitut iBeta Quality Assurance, simuliert er Angriffe von gut ausgestatteten Kriminellen. Getestet wird mit hyperrealistischen, maßgefertigten 3D-Gesichtsmasken aus Harz, KI-generierten Videos und wechselnden Lichtverhältnissen. Das Budget für diese Fälschungswerkzeuge ist dabei bewusst unbegrenzt – eine Maske kann mehrere tausend Dollar kosten.

Anders als bei früheren Standards muss ein System gegen jede einzelne Angriffsart eine Erfolgsquote von mindestens 95 Prozent vorweisen. Ein wiederholbarer Schwachpunkt in nur einer Kategorie führt bereits zum Durchfallen. „Das ist der Unterschied zwischen einer aggregierten Quote und echter Widerstandsfähigkeit“, erklärt ein Branchenkenner. Während über 100 Firmen die einfachere Level-1-Prüfung schafften, ist Yoti nun der erste und bisher einzige Level-3-Sieger.

Die Technologie hinter dem Erfolg

Yoti setzte seine passive Liveness-Erkennung durch, die mit einem einzigen Selfie auskommt. Der Nutzer muss nicht blinzeln, den Kopf drehen oder andere Aktionen ausführen. Die Software erkennt anhand subtiler Merkmale, ob ein lebendiger Mensch oder eine Fälschung vor der Kamera sitzt. Diese nutzerfreundliche Methode durch den härtesten Test gebracht zu haben, gilt als technologischer Durchbruch.

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Passend zum Thema KI-Risiken und Regulierung: Seit August 2024 gilt die EU-KI-Verordnung mit klaren Kennzeichnungs-, Dokumentations- und Risikoklassenpflichten. Gerade Unternehmen, die Gesichtsverifikation oder Liveness-Checks einsetzen, müssen ihre Systeme korrekt klassifizieren und umfassend dokumentieren – sonst drohen Bußgelder und Nachbesserungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden fasst die wichtigsten Anforderungen, Übergangsfristen und praktischen Umsetzungsschritte kompakt zusammen. Jetzt kostenlosen KI-Leitfaden herunterladen

Die Dringlichkeit solcher Lösungen wächst rasant. KI-Tools machen die Erstellung täuschend echter Deepfakes heute so einfach wie nie. Für Banken, die Selfie-Identifikation für Kontoeröffnungen nutzen, wird das zur existenziellen Herausforderung. Branchenanalysten sagen voraus, dass die Gesichtsverifikation 2026 in der Finanzbranche zum verpflichtenden Standard wird – entsprechend hoch ist der Bedarf an geprüften Systemen.

Ein neues Wettrennen um digitale Sicherheit

Yotis Zertifizierung setzt die Konkurrenz unter Druck. Andere Anbieter werden nun nachziehen müssen, um in hochsensiblen Märkten wie dem Bankensektor wettbewerbsfähig zu bleiben. „Der iBeta Level 3 wird zum neuen Goldstandard für biometrische Sicherheit“, so eine Marktbeobachterin. Er gibt Einkäufern erstmals ein klares, objektives Kriterium an die Hand, um wirklich sichere Lösungen zu identifizieren.

Die Entwicklung ist Teil eines technologischen Wettrüstens. Während die Angriffswerkzeuge immer ausgeklügelter werden, antwortet die Industrie mit Trends wie multimodaler Biometrie – der Kombination von Gesichts- und Fingerabdruck-Scans – oder KI, die direkt im Smartphone-Sensor arbeitet. Die nächste Herausforderung steht bereits fest: Sobald KI-basierte Angriffe wieder eine Stufe raffinierter werden, müssen auch die Prüfstandards angepasst werden. Für den Moment aber setzt iBeta Level 3 eine dringend benötigte Messlatte im Kampf um das digitale Ich.

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