Zoll-Systeme: Digitaler Handel durch EMCS-Update lahmgelegt
24.01.2026 - 12:43:12Deutsche und europäische Zollsysteme sind heute für ein großes Update offline. Der digitale Warenverkehr mit Alkohol, Tabak und Energieprodukten steht still.
Ein geplanter, ganztägiger IT-Ausfall beim deutschen Zoll und bei europäischen Partnern bringt heute den digitalen Handel mit Verbrauchsteuergütern zum Erliegen. Im Fokus steht die Einführung von EMCS Release 2.7, einem kritischen Update für das europäische Verbrauchsteuerkontrollsystem. Unternehmen müssen auf Papierdokumente umsteigen.
EMCS-Update legt digitalen Warenfluss still
Die Generalzolldirektion hat bestätigt: Das Excise Movement and Control System (EMCS) ist heute, am 24. Januar 2026, komplett offline. Grund ist die Umstellung auf die neue Version 2.7, einen Meilenstein bei der Modernisierung der europäischen Verbrauchsteuerüberwachung.
Während des gesamten Tages können keine elektronischen Begleitdokumente (e-AD) für den steueraussetzenden Warenverkehr erstellt oder abgeschlossen werden. Das Update bringt funktionale Änderungen für EU-weite Interoperabilität. Voraussetzung war die Zertifizierung von Unternehmenssoftware, damit diese korrekt mit dem neuen Zoll-Backend kommunizieren kann.
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Ausfallverfahren: Papier statt Bits
Der komplette EMCS-Ausfall stellt Logistikunternehmen vor akute Herausforderungen. Um Lieferketten am Laufen zu halten, hat der Zoll Ausfallverfahren genehmigt. Für Transporte, die heute starten, müssen papierbasierte Dokumente oder alternative Kanäle genutzt werden, die das zuständige Hauptzollamt festlegt.
Die physische Bewegung der Waren ist also möglich. Die digitale Bürokratie kommt jedoch nach. Sobald das System voraussichtlich heute Abend oder morgen früh wieder online ist, müssen alle während des Ausfalls initiierten Bewegungen nachträglich erfasst werden. Unternehmen sollten die vom Zoll ausgegebenen „Masterticket“-Nummern für die rechtliche Absicherung dokumentieren.
Parallele Wartung in Österreich trifft DACH-Handel
Die IT-Störung wirkt über die deutschen Grenzen hinaus. Zeitgleich zum deutschen Update hat Österreich ein „Sonder-Wartungsfenster“ für sein zentrales Unternehmensserviceportal (USP) eingeplant.
Vom 24. Januar, 0:00 Uhr, bis zum 25. Januar, 23:00 Uhr, ist der Zugang zu digitalen Behördendiensten wie „Portal Zoll“ eingeschränkt. Für grenzüberschreitende Transporte zwischen Deutschland und Österreich entsteht so ein „doppelter toter Winkel“: Digitale Zoll-Schnittstellen in beiden Ländern sind zeitgleich kaum erreichbar.
Nächster großer Termin: ATLAS-Update Ende Februar
Das heutige EMCS-Update ist Teil eines eng getakteten IT-Modernisierungsplans für den europäischen Zoll 2026. Der nächste große Termin steht bereits fest: Am 28. Februar 2026 soll das deutsche ATLAS-System für Import- und Exportdeklarationen auf Release 10.2 aktualisiert werden.
Dieses Update wurde von Ende 2025 verschoben, um Stabilität zu gewährleisten. Es ist besonders bedeutend, da es den Weg für „Centralised Clearance for Import“ (CCI) ebnet. Diese Funktion wird es Unternehmen künftig erlauben, Waren zentral in einem EU-Mitgliedstaat zu deklarieren, während sie physisch in einem anderen präsentiert werden.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Handels- und Compliance-Verantwortliche sollten die Statusseiten von „Zoll online“ für Echtzeit-Updates beobachten. Wichtige Handlungsempfehlungen:
- Status prüfen: Keine EMCS-Nachrichten versenden, bevor der Zoll Entwarnung gibt, um Datenkorruption zu vermeiden.
- Papierdokumente sichern: Exakte Aufzeichnungen aller papierbasierten Bewegungen führen, um die nachträgliche Buchung zu erleichtern.
- NCTS im Blick behalten: Auch das gemeinsame Transitverfahren (NCTS) könnte durch die Wartungsarbeiten beeinträchtigt sein. Anhaltende Verbindungsprobleme sollten dem ITZBund-Service gemeldet werden.
Die volle Funktionsfähigkeit der Systeme wird für Sonntag, den 25. Januar, erwartet. Dann kann mit der Eingabe der Stau-Daten vor Beginn der neuen Geschäftswoche begonnen werden.
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