BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Finanztheorie, Teilgebiet

Finanztheorie (finance theory)

Als Teilgebiet der Finanzwissenschaft die Erforschung des Zusammenwirkens zwischen der Einnahme-Ausgabe-Wirtschaft des Staates einerseits und den anderen Sektoren der Volkswirtschaft andererseits. Die durchdachte, sachgemĂ€sse und widerspruchsfreie Darstellung der Gestaltung, Wirkweise und möglichen VerknĂŒpfung (dann: Financial Engineering) von Finanzprodukten; in diesem Sinne auch Finanzmarkt-Theorie genannt. LehrgebĂ€ude mit dem Ziel, die Preisbildung auf FinanzmĂ€rkten (mathematisch) zu erklĂ€ren oder gar im voraus zu modellieren. BegrĂŒndete RatschlĂ€ge an Investoren, wie sie ihr Portfolio in Bezug auf die Rendite am besten aufbauen. Die meist stark mathematisierten Modelle vernachlĂ€ssigen in aller Regel die bei der Entscheidungsfindung Ă€usserst wichtigen steuerlichen Gesichtspunkte und sind daher fĂŒr die Anleger kaum eine Hilfe. Siehe Abgeltungsteuer, Anlagemodelle, Behavioural Finance, Erwartungstheorie, neue, Financial Engineering, Finanzgeschichte, Modigliani-Miller-Theorem, Portfolio-Optimierung, Spielbank-Doktrin, Staat.

© UniversitÀtsprofessor Dr. Gerhard Merk, UniversitÀt Siegen