BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Geld, E-Geld

Geld, elektronisches oft kurz nur E-Geld (electronic money, e-money)

MonetĂ€rer Wert in Form einer Forderung gegen den Emittenten, der auf einem DatentrĂ€ger gespeichert ist, gegen Entgegennahme eines (Zentralbank)Geldbetrags ausgegeben und von Unternehmen als Zahlungsmittel angenommen wird, die nicht mit dem Emittenten identisch sind. Die Abwicklung kann, muss aber nicht ĂŒber ein Bankkonto erfolgen. -Die herkömmliche Zweiteilung des E-Geldes in Kartengeld (kartengestĂŒtzte Systeme) und Netzgeld (softwaregestĂŒtzte Systeme) ist vom Standpunkt der Geldtheorie wenig hilfreich, weil durch Chipkartenleser (card reader) Kartengeld sehr leicht in Netzgeld umgewandelt werden kann. -E-Geld kann grundsĂ€tzlich von jedermann auf der Welt in den Verkehr gebracht werden. Die Zentralbanken und Aufsichtsbehörden haben jedoch erreicht, dass praktisch nur Banken als Emittenten auftreten; siehe fĂŒr Deutschland auch § 1, Abs. 3, . 4 KWG. -In der EU dĂŒrfen E-Geld-Institute keine Beteiligungen an anderen Unternehmen halten, sofern diese Firmen nicht operative oder sonstige mit dem von dem betreffenden Institut aus-oder weitergegebenen elektronischen Geld verbundene Aufgaben wahrnehmen. Siehe Ablehnung, Card Validation Code, Chipkarte, Computerzahlung, Counterfeit Card, EMV-Richtschnur, FĂ€lschungssicherung, Geld, elektronisches, Geldkarte, Geldbörse, elektronische, InteroptabilitĂ€t, Karteneinsatzdatei, Kreditkarte, NetzgeldgeschĂ€ft, Pay per Touch, Radio Frequency Identification, Rahmenwerk fĂŒr das EuropĂ€ische KartengeschĂ€ft, Ticketing, elektronisches. Vgl. Monatsbericht der EZB vom November 2000, S. 55 ff., GeschĂ€ftsbericht 2002 der Deutschen Bundesbank, S.135 f., Jahresbericht 2002 der BaFin, S. 53 f., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2004, S. 33, Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 117 f. (Erlaubnis zur Ausgabe und Verwaltung von E- Geld), Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 188 f. (Freistellungsmöglichkeit von der Aufsicht) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2006, S. 93 ff. (ausfĂŒhrliche Darstellung der einzelnen Bezahlverfahren; viele Übersichten).

© UniversitÀtsprofessor Dr. Gerhard Merk, UniversitÀt Siegen