BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Information, asymmetrische (asymmetric [incomplete] information)
Allgemein: eine Marktpartei verfĂŒgt ĂŒber bessere Kenntnis bezĂŒglich bestimmter ökonomischer Gegebenheiten. In diesem Falle lohnt es sich, den Entscheidungen des besser Informierten zu folgen (Herdenverhalten). Auf (Finanz)MĂ€rkten verstĂ€rken sich so Preisbewegungen (spekulative Blasen, bubbles). Auf FinanzmĂ€rkten (und insonders in der Versicherungsbranche) die Tatsache, dass die tatsĂ€chliche BonitĂ€t eines Kunden nie mit letzter Genauigkeit eingeschĂ€tzt werden kann, und man daher zu einer Mischkalkulation mit dem Ergebnis einer Negativauslese (adverse selection) gezwungen ist. Im besonderen an der Wertpapierbörse der Informations-Abstand zwischen Anleger und Mittelaufnehmer. Diesem versucht man aufsichtsrechtlich durch eine Reihe von Massnahmen zu begegnen, wie die Prospektpflicht bei Neuemissionen. Im Devisenhandel die Tatsache, dass ein Market Maker unter UmstĂ€nden schlechter informiert ist als seine Kunden. Bei Verbriefungen hinsichtlich der QualitĂ€t des Pools der unterschiedliche Kenntnisstand zwischen dem Originator und den Anlegern. Siehe Börsenpreis, FinanzierungsprĂ€mie, externe, Finanzsystem, bankorientiertes, Hausbank, Herdenverhalten, Negativauslese, Rating, Sinuskurven- Fetischismus, Versicherungsunsicherheiten. Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2008, S. 22 ff. (Market Maker auf dem Devisenmarkt; Modell; Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom Februar 2008, S. 93 (Minderung der Informations- Asymmetrie bei Verbriefungen).

