BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Reverse, Floater

Reverse Floater (so auch im Deutschen gesagt; manchmal auch Inverse Floater, Bull Floater genannt)

Sonderform von variabel verzinslichen Anleihen, bei der der Zinsertrag mit dem Referenzzinssatz negativ korreliert ist, sich zu ihm also gegenlĂ€ufig entwickelt. Der Zinsertrag wird ermittelt durch Subtraktion des Basis-oder Referenzzinssatzes von dem in den Anleihebedingungen vorgegebenen Festzins. Als Basiszins dienen in der Regel der EURIBOR oder der LIBOR. Weil die im Vergleich zu normalen Floatern höhere Verzinsung sich in einem entsprechend höheren Kurswert niederschlĂ€gt, ergeben sich bei einer Änderung des Basiszinses viel stĂ€rkere Kursschwankungen an der Börse als dies bei normalen Anleihen der Fall ist. Bei gĂ€ngigen Reverse Floatern geht man von einer etwa doppelt so hohen Schwankung aus. -Noch spekulativer sind Formen, die mit einem doppelten Satz ausgestattet sind. Hier ist die VolatilitĂ€t dreimal höher als die der normalen Floater. Die Investition lohnt sich insbesondere bei der Erwartung von fallenden Zinsen und sollte in der NĂ€he des unteren Marktzinses verĂ€ussert werden. Da sich jedoch die Verzinsung sich nach den Kurzfristzinsen richtet, die Kursbewegung aber nach dem langfristigen Marktzins, so ist das Risiko fĂŒr einen Anleger besonders hoch, wenn sich der Anstieg der langfristigen Marktzinsen anbahnt; selbst dann, wenn die kurzfristigen (noch) fallen sollten. Siehe Anleihe, variabel verzinsliche, Euro-Bonds, Floater, Floor, Rollover- Kredit, Step-down-Anleihe.

© UniversitÀtsprofessor Dr. Gerhard Merk, UniversitÀt Siegen