BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Schattenbankbereichsystem (parallel banking sector; extra-legal banking sector, underground banking sector)
Gesetzlich errichtete und rechtlich einwandfrei verfasste Unternehmen, die keine Banken sind, trotzdem aber FinanzgeschĂ€fte betreiben, indem sie vor allem kurzfristige Mittel aufnehmen und diese langfristig als Darlehn vergeben bzw. in von Insolvenz bedrohte Firmen leiten. Zu solchen Unternehmen zĂ€hlen Hedge-Fonds, Vulture- Funds und Structured Investment Vehicles. Neben lizenzierten, von den Aufsichtsbehörden ĂŒberwachten Instituten bestehende Unternehmen, die unerlaubt GeldgeschĂ€fte aller Art betreiben. In Deutschland besteht eine weitverzeigte Gruppe solcher Untenehmen; die Einlagen werden hĂ€ufig von hier lebenden Menschen auslĂ€ndischer Herkunft geleistet. Nach Feststellungen der Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht wird das Schattenbanksystem hĂ€ufig auch zur GeldwĂ€sche benutzt. Zudem ist dieser Schwarzmarkt auch ein idealer Umschlagsplatz fĂŒr gefĂ€lschte und verfĂ€lschte Wertpapiere sowie fĂŒr Counterfeit Cards. -Der Anteil betrĂŒgerischer Machenschaften seitens der anbietenden Dienstleister ist in diesem Bereich Ă€usserst sehr hoch; eine Rechtsverfolgung aber aus verschiedenen GrĂŒnden schier aussichtslos. Siehe Address Spoofing, Blind Pool, Daimonion, Dampfstube, Domizil-Verschleierung, Einziehung, Finanzgeier, Firmenbestatter, Geheimtip, Geldtransfer-Vermittler, Ghettobanking, Groll-Effekt, Internet- Angebote, Hawala, High risk countries, Kapitalmarkt, grauer, Nominee, Offshore- FinanzplĂ€tze, Parallel Banking, Racheengel, Remittance Services, Underground Banking, VerstĂ€ndlichkeit, Winkelmakler. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 71 ff., Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 83 ff. sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin (Rubrik "Erlaubnispflicht und Verfolgung unerlaubt betriebener GeschĂ€fte").

