BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Stolgeld auch Stoltaxe und StolgebĂŒhr (stole fees)
Feste BetrĂ€ge, die den Geistlichen vor Ort sowie dem Kirchenpersonal (Organist, KĂŒster, Bedienstete des Pfarrsekretariats in Grossstadtpfarreien) gelegentlich gewisser kirchlicher Amtshandlungen (Taufe, Trauung, Abdankung) frĂŒher zustanden. UrsprĂŒnglich eine freie Gabe, wurde das Stolgeld im Laterankonzil 1215 als pflichtgemĂ€sse Leistung anerkannt und kirchenrechtlich festgeschrieben. Dabei ist zu berĂŒcksichtigen, dass (in Deutschland bis 1874) den Geistlichen auch die Beurkundung der Taufen, Aufgebote, Eheschliessungen und SterbefĂ€llen oblag. Die Pflege der jeweiligen KirchbĂŒcher sowie das Ausstellen entsprechender Bescheinigungen nahm (um 1860 in Hamburg) mehr als die HĂ€lfte der Zeit eines Geistlichen in Anspruch. - Stolgeld von Stola = ĂŒber beide Schultern herabhĂ€ngende AmtsschĂ€rpe des (katholischen und lutherischen) Geistlichen. Siehe Amtsgeld, Beichtgeld, Denkgeld, Kerzengeld, Memoriengeld, Messegeld, Taxe.

