BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Vertrauensverlust (lack of confidence)
Die (plötzliche) EinschĂ€tzung der (internationalen) GlĂ€ubiger, dass ein Staat seine Schulden aufgrund sehr hoher Zinsbelastung oder anderer UmstĂ€nde nicht mehr bedienen kann. Dies fĂŒhrt zu einem raschen Abzug von Kapital und einem Versiegen von NeuzuflĂŒssen, wie etwa 1999 im Falle Brasiliens und 2000 im Falle der TĂŒrkei zu beobachten. Der Internationale WĂ€hrungsfonds hat seither verschiedene Strategien entwickelt, um in diesen FĂ€llen das Schlimmste zu vermeiden. Negative Erwartungen der Wirtschaftssubjekte hinsichtlich der Politik der (neuen) Regierung und der Zentralbank. Dies löst eine Kapitalflucht aus (wie etwa Ende 2005 nach der Wahl des Sozialisten Evo Morales zum PrĂ€sidenten Boliviens); und selbst hohe Strafandrohungen verhindern dann nicht das Ausweichen in eine NebenwĂ€hrung. Siehe Bankenkrise, Dollarisierung, Euroisierung, Londoner Verfahren, Minhas-Gerais-Problem, Prager Verlautbarung, Rush to the exit, Staatsschulden, verweigerte, Stop Loss Rules, Vorschatten- Effekte.

