Boliden, SE0022415691

Boliden AB-Aktie (SE0022415691): Ergebnisaufschwung nach Q1-Zahlen und bewegter Kursentwicklung

19.05.2026 - 19:21:03 | ad-hoc-news.de

Boliden AB hat für das erste Quartal 2026 deutlich bessere Ergebnisse gemeldet, gestützt durch höhere Metallpreise und stabilere Produktion. Zugleich sorgt ein Zwischenfall in einem schwedischen Bergwerk für Aufmerksamkeit bei Anlegern.

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Boliden AB steht derzeit gleich aus zwei Gründen im Fokus der Rohstoff- und Mineninvestoren: Zum einen hat der schwedische Metall- und Bergbaukonzern für das erste Quartal 2026 einen deutlichen Ergebnissprung gemeldet, begünstigt durch höhere Kupfer- und Zinkpreise sowie eine insgesamt stabilere Produktion. Zum anderen sorgte ein Einsturz in einem Bergwerk in Lycksele und die anschließende Wiederaufnahme der Produktion für Schlagzeilen, wie schwedische Börsenmedien Mitte Mai 2026 berichteten, unter anderem laut MarketScreener Stand 19.05.2026.

In seinem jüngsten Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 verwies das Management von Boliden laut Unternehmensunterlagen und skandinavischen Finanzmedien auf eine spürbare Erholung der Profitabilität: Höhere Marktpreise für Kupfer und Zink, bessere Produktionsvolumina und die Fortsetzung von Effizienz- und Kostendisziplin hätten Umsatz und operativen Gewinn gestützt, wie aus einer Ergebnismitteilung vom 26.04.2026 hervorgeht, über die unter anderem Reuters Stand 26.04.2026 berichtete.

Stand: 19.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Boliden
  • Sektor/Branche: Bergbau, Metallverarbeitung, Nichteisenmetalle
  • Sitz/Land: Stockholm, Schweden
  • Kernmärkte: Nordische Länder, übriges Europa mit Fokus auf Industrie- und Automobilkunden
  • Wichtige Umsatztreiber: Kupfer, Zink, Edel- und Nebenmetalle, Konzentrate und Metallprodukte aus eigenen Minen und Hütten
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Nasdaq Stockholm (Ticker: BOL)
  • Handelswährung: Schwedische Krone (SEK)

Boliden AB: Kerngeschäftsmodell

Boliden AB ist ein in Schweden beheimateter Metall- und Bergbaukonzern, der sich entlang der Wertschöpfungskette von der Exploration über den Abbau bis zur Verarbeitung von Metallen positioniert. Das Unternehmen betreibt in Skandinavien mehrere Minen für Kupfer, Zink und weitere Basismetalle und ergänzt dieses Geschäft mit Schmelzbetrieben, in denen Erze und Konzentrate zu marktfähigen Metallprodukten verarbeitet werden. Der Konzern adressiert damit in erster Linie industrielle Kunden, insbesondere aus den Bereichen Bau, Maschinenbau, Elektronik und Automobil.

Im Geschäftsmodell von Boliden spielen vertikal integrierte Strukturen eine zentrale Rolle. Die eigenen Bergwerke liefern Erze und Konzentrate an interne Hütten, wodurch das Unternehmen einen Großteil der Wertschöpfungskette kontrollieren und Synergien realisieren kann. Dieser Ansatz erlaubt es, Kostenstrukturen besser zu steuern, Versorgungsrisiken zu reduzieren und Metallqualitäten auf Kundenspezifikationen zuzuschneiden. Ergänzend bezieht Boliden auch externe Rohstoffe, um die Auslastung der Hütten zu optimieren und die Produktpalette zu verbreitern.

Ein weiterer Bestandteil des Kerngeschäfts ist das Recycling von Metallen. In den Hütten werden neben primären Erzen zunehmend auch Sekundärrohstoffe verarbeitet, etwa Altmetalle oder industrielle Rückstände. Dieser Bereich gewinnt durch strengere Umweltauflagen und die zunehmende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft an Gewicht. Für Boliden eröffnet dies zusätzliche Erlöspotenziale, während der Materialeinsatz diversifiziert wird. Die Kombination aus Mining, Smelting und Recycling stellt somit einen zentralen Baustein des Geschäftsmodells dar.

Die geografische Ausrichtung von Boliden liegt traditionell auf den nordischen Ländern, wo der Konzern eine lange Historie bei Exploration, Förderung und Verarbeitung von Erzen vorweist. Produktionsstätten und Minen befinden sich vor allem in Schweden, Finnland und Norwegen. Die Kundenbasis hingegen ist breiter verteilt über Europa, da Metallprodukte wie Kupferkathoden, Zinkbarren und Legierungen in zahlreichen Industriezweigen benötigt werden. Damit ist Boliden eng mit der konjunkturellen Entwicklung der europäischen Wirtschaft verknüpft.

Operativ gliedert Boliden sein Geschäft üblicherweise in Segmente wie Mines und Smelters. Im Bereich Mines werden die Aktivitäten im Bergbau gebündelt, von der Erkundung neuer Lagerstätten über die Entwicklung bis zum laufenden Betrieb der Minen. Das Segment Smelters umfasst die Hütten, in denen Konzentrate und Altmetalle zu raffinierten Metallen verarbeitet werden. Beide Segmente tragen mit unterschiedlichen Margen zur Gesamtprofitabilität bei, wobei Mines stark von Metallpreisen und Erzgehalten, Smelters hingegen von Treatment Charges, Schmelzmargen und Energiepreisen beeinflusst werden.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Boliden AB

Die bedeutendsten Umsatztreiber von Boliden AB sind die geförderten und verarbeiteten Metalle Kupfer und Zink. Diese Basismetalle werden in großen Volumina produziert und finden in zahlreichen Anwendungen Verwendung, von elektrischen Leitungen und Infrastrukturprojekten bis hin zu verzinkten Stahlprodukten und Komponenten im Fahrzeugbau. Nach Unternehmensangaben sind Kupfer- und Zinkpreise wesentliche Bestimmungsgrößen für die Erlöse, sodass Preisschwankungen an den internationalen Metallbörsen einen direkten Einfluss auf Umsatz und Gewinn haben.

Neben Kupfer und Zink erzielt Boliden Erlöse mit weiteren Metallen wie Blei, Nickel, Gold, Silber und verschiedenen Nebenprodukten. Diese Metalle werden oft gemeinsam mit den Basismetallen gefördert oder fallen als Kuppelprodukte in den Hütten an. Insbesondere Edelmetalle können in Phasen hoher Preise einen spürbaren Beitrag zur Profitabilität leisten, da sie häufig mit geringeren zusätzlichen Verarbeitungskosten aus Konzentraten gewonnen werden. Dadurch fungieren sie als Puffer, wenn einzelne Basismetalle unter Preisdruck geraten.

Auf der Produktionsseite spielen die Ausbeute und Verfügbarkeit der Minen eine zentrale Rolle. Höhere Erzgehalte und eine stabile Förderung tragen zu einer besseren Kostendeckung bei und ermöglichen Skaleneffekte. In früheren Perioden war Boliden in einigen Minen mit Wartungsarbeiten und wetterbedingten Beeinträchtigungen konfrontiert, die die Volumina begrenzten. Im Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 verwies das Management jedoch auf eine Verbesserung der Produktionsvolumina in wichtigen Bergwerken, was zusammen mit höheren Metallpreisen zu einem deutlichen Anstieg von Nettoumsatz und Betriebsergebnis beigetragen habe, wie aus den Investor-Relations-Unterlagen des Unternehmens vom 26.04.2026 hervorgeht.

Im Segment Smelters sind die Auslastung der Hütten und die Entwicklung der Behandlungskonditionen entscheidend. Stabil laufende Hütten mit hoher Kapazitätsauslastung ermöglichen eine effiziente Verarbeitung der Konzentrate und erhöhen die produzierten Metallmengen. Laut einer Ergebnisdarstellung von Boliden liefen die Schmelzbetriebe im ersten Quartal 2026 weitgehend stabil, was zur Stärkung der operativen Performance beitrug. Gleichzeitig bleiben Energiepreise, Umweltauflagen und technische Modernisierungen wichtige Faktoren für die Kosten- und Ertragssituation der Hütten.

Ein weiterer Umsatztreiber ist das Metallrecycling. Durch die Verarbeitung von Altmetallen und industriellen Reststoffen generiert Boliden zusätzliche Metallströme, ohne ausschließlich auf primäre Erzförderung angewiesen zu sein. Dieser Geschäftsbereich profitiert von wachsenden Anforderungen an Ressourceneffizienz und von regulatorischen Vorgaben, die eine höhere Wiederverwertungsquote von Metallen verlangen. Vor diesem Hintergrund investiert der Konzern in technologische Verbesserungen seiner Recyclingkapazitäten, um komplexere Materialströme wirtschaftlich verwerten zu können.

Für die Nachfrage nach den Metallprodukten von Boliden ist der industrielle Zyklus in Europa ein maßgeblicher Treiber. Investitionen in Stromnetze, erneuerbare Energien, Elektromobilität und Bauprojekte beeinflussen den Bedarf an Kupfer und Zink signifikant. So hängt die Entwicklung der Absatzvolumina stark von der Investitionsbereitschaft der Kundenindustrien ab. In Phasen schwächerer Konjunktur steht der Konzern entsprechend vor der Herausforderung, Produktionsmengen und Kostenstrukturen an eine verlangsamte Nachfrage anzupassen.

Auf der Preisseite wirken globale Faktoren wie die Entwicklung der chinesischen Industrieproduktion, das Angebot konkurrierender Produzenten, geopolitische Spannungen und Währungsschwankungen. Da die Metallpreise in US-Dollar notieren, kann die Wechselkursentwicklung zwischen Dollar und schwedischer Krone die Ergebnisrechnung von Boliden beeinflussen. Ein stärkerer Dollar wirkt sich tendenziell positiv auf in schwedischer Krone ausgewiesene Erlöse aus, sofern die Kostenbasis überwiegend in lokalen Währungen anfällt.

Mit Blick auf das erste Quartal 2026 hob das Management hervor, dass die erholten Kupfer- und Zinkpreise im Vergleich zu Teilen des Jahres 2025 eine wesentliche Stütze für die Spanne zwischen Umsatzerlösen und operativen Kosten darstellten. Zusammen mit Effizienzprojekten und einem strikten Kostenmanagement, die laut Unternehmensangaben darauf abzielen, den Einfluss von Energie- und Lohninflation zu begrenzen, ergab sich eine spürbare Verbesserung der Profitabilität. Konkrete Kennzahlen wie Umsatz oder operatives Ergebnis wurden in den Berichten zeitgleich mit der Veröffentlichung am 26.04.2026 kommuniziert.

Im laufenden Jahr dürfte sich der Fokus von Boliden darauf richten, die Stabilität der Produktion in Minen und Hütten zu sichern, die Ausbeute weiter zu optimieren und zusätzliche Effizienzpotenziale zu heben. Parallel bleibt die Beobachtung der Metallmärkte zentral, da die Erlöse des Konzerns eng an die Preisentwicklung von Kupfer, Zink und anderen Metallen gekoppelt sind. Darüber hinaus könnten Projekte zur Erweiterung oder Modernisierung von Anlagen, etwa zur Verbesserung von Umweltstandards und Energieeffizienz, mittel- bis langfristig die Kostenstruktur und Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen.

Zwischenfall in Lycksele-Mine und Wiederaufnahme der Produktion

Zusätzlich zu den Q1-Zahlen stand Boliden im Mai 2026 wegen eines Zwischenfalls im Rampenlicht: In einem Bergwerk nahe Lycksele in Nordschweden war es zu einem Einsturz gekommen, woraufhin die Produktion zunächst unterbrochen wurde. Laut einem Bericht über schwedische Börsenmeldungen wurde der Betrieb in der Mine nach Sicherheitsprüfungen wieder aufgenommen, wie MarketScreener Stand 19.05.2026 zusammenfasste.

Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit von Anlegern auf die operativen Risiken im Bergbau, zu denen geologische Unsicherheiten, Sicherheit am Arbeitsplatz und potenzielle Produktionsunterbrechungen zählen. Boliden betonte in der Kommunikation mit den Märkten, dass die Produktion wieder laufe, nachdem die Sicherheit in der Mine überprüft worden sei. Für den Konzern stellt die zügige Wiederaufnahme der Förderung einen wichtigen Schritt dar, um Lieferverpflichtungen zu erfüllen und Produktionsziele im laufenden Jahr zu sichern.

Die Börse reagierte auf die jüngsten Nachrichten mit Volatilität. Die Aktie von Boliden wurde am 18.05.2026 auf dem Handelsplatz Nasdaq Stockholm bei rund 504,80 schwedischen Kronen gesehen, was im Tagesverlauf einem Rückgang von gut 2 Prozent entsprach, laut Kursübersicht von Investing.com Stand 18.05.2026. In einer separaten Marktbetrachtung wies MarketScreener am 19.05.2026 zudem auf eine Spanne der Kursveränderungen in den vergangenen Tagen hin.

Für Investoren verdeutlicht der Zwischenfall in Lycksele, dass selbst bei grundsätzlich stabiler Nachfrage und günstiger Metallpreisentwicklung operative Risiken im Tagesgeschäft nicht zu unterschätzen sind. Ereignisse wie Einstürze können nicht nur kurzfristig die Produktion beeinträchtigen, sondern auch Folgekosten nach sich ziehen, etwa durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, Reparaturen und möglichen Reputationsschaden. Boliden verweist seit Jahren auf umfangreiche Sicherheits- und Risikomanagementsysteme, die in der Branche Standard sind.

In der Gesamtsicht der jüngsten Entwicklung tritt damit ein zweigeteiltes Bild zutage: Während die Quartalsergebnisse für das erste Quartal 2026 eine Erholung der Profitabilität signalisieren, erinnert der Vorfall in Lycksele an die inhärenten Risiken des Bergbaus. Für Marktteilnehmer stellt sich die Frage, inwieweit solche Ereignisse den mittelfristigen Produktionsplan von Boliden beeinflussen oder als Einzelfall ohne größere Folgen zu werten sind. Aussagen des Managements betonen bisher, dass der Betrieb fortgeführt wird und Sicherheitsüberprüfungen Priorität haben.

Boliden AB im Q1 2026: Ergebnisaufhellung durch Metallpreise und Kostendisziplin

Im ersten Quartal 2026 profitierte Boliden von einem freundlicheren Umfeld an den Metallmärkten. In der Ergebnisveröffentlichung vom 26.04.2026 hob das Unternehmen hervor, dass die Preise für Kupfer und Zink im Vergleich zu Teilen des Jahres 2025 gestiegen seien. Diese Entwicklung wirkte sich positiv auf die Erlöse aus, da der Konzern einen erheblichen Anteil seines Umsatzes über die Vermarktung dieser Metalle erzielt. Gleichzeitig berichtete Boliden von einer insgesamt stabileren Produktion, nachdem im Vorjahr zeitweise Wartungsarbeiten und wetterbedingte Störungen die Volumina beeinträchtigt hatten.

Das Management verwies in seinen Kommentaren zum Quartal zudem auf Fortschritte bei Kosteneinsparungen und Effizienzprogrammen. Projekte zur Verbesserung der Produktivität in Minen und Hütten sollen helfen, strukturelle Kosten zu senken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Preisschwankungen an den Metallmärkten zu erhöhen. Nach Angaben aus den Investor-Relations-Unterlagen gelang es im ersten Quartal, Teile der inflationsbedingten Steigerungen bei Energie- und Lohnkosten durch Effizienzgewinne zu neutralisieren.

Aus Sicht der Ergebnisstruktur bleibt Boliden ein zyklisches Unternehmen, dessen Profitabilität stark von den Margen im Mining- und Smelting-Geschäft abhängt. In Phasen höherer Metallpreise steigen in der Regel die Deckungsbeiträge je produzierte Tonne, sofern die Kosten im Griff bleiben. Für das erste Quartal 2026 deuteten die veröffentlichten Zahlen auf eine Rückkehr zu höheren Gewinnniveaus hin, nachdem insbesondere das Jahr 2025 zeitweise von niedrigeren Metallpreisen und operativen Herausforderungen geprägt war.

Die Kommunikation des Unternehmens betonte darüber hinaus, dass laufende Projekte zur Optimierung der Minenplanung, zur Modernisierung von Anlagen und zur Verbesserung der Energieeffizienz Fortschritte machen. Solche Maßnahmen sollen nicht nur die Kosten reduzieren, sondern auch die Umweltbilanz verbessern. Dies ist vor dem Hintergrund wachsender regulatorischer Anforderungen in Europa von Bedeutung, wo strenge Vorgaben zur Emissionsreduzierung und zum Ressourcenschutz gelten.

Konkrete Finanzkennzahlen wie Wachstum des Nettoumsatzes, Entwicklung der operativen Marge oder Ergebnis je Aktie wurden im Zusammenhang mit der Veröffentlichung vom 26.04.2026 kommuniziert. Branchenbeobachter ordnen die Entwicklungen mehrheitlich als Zeichen einer Erholung nach einem schwierigeren Marktumfeld ein, wobei sie zugleich auf die fortbestehende Abhängigkeit von Metallpreisen und Konjunktur hinweisen. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 bleibt aus Sicht des Unternehmens entscheidend, wie sich das globale Marktumfeld für Basismetalle entwickelt.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Boliden bewegt sich in einem globalen Markt für Basismetalle, der von konjunkturellen Trends, Angebot-Nachfrage-Dynamiken und langfristigen Strukturthemen geprägt ist. Auf der Nachfrageseite wirken Megatrends wie Elektrifizierung, Energiewende und Digitalisierung als treibende Kräfte. Kupfer wird etwa in Elektrofahrzeugen, Ladeinfrastruktur, Stromnetzen und erneuerbaren Energieanlagen in großen Mengen benötigt. Zink wiederum spielt eine wichtige Rolle beim Korrosionsschutz von Stahl und in Baustrukturen. Diese Trends stützen grundsätzlich die Nachfrage nach den Kernprodukten von Boliden.

Gleichzeitig ist der Wettbewerb in der globalen Minen- und Metallbranche intensiv. Große internationale Konzerne konkurrieren mit regionalen Produzenten um Marktanteile. Boliden verfügt in diesem Umfeld über die Besonderheit, stark in Europa verankert zu sein und vor allem Kunden in der Region zu beliefern. Dies schafft Nähe zu industriellen Abnehmern und verringert Transportwege, setzt das Unternehmen aber auch dem europäischen Regulierungsrahmen aus, der in vielen Bereichen anspruchsvoller ist als in anderen Weltregionen.

Ein wichtiges Wettbewerbsmerkmal ist die Fähigkeit, hohe Umwelt- und Sicherheitsstandards zu erfüllen. Europäische Abnehmer legen zunehmend Wert auf nachvollziehbare Lieferketten, ESG-Kriterien und die CO2-Bilanz von Materialien. Boliden positioniert sich hier mit Investitionen in energieeffiziente Technologien, Emissionsminderung und Recycling. Der hohe Anteil von Sekundärrohstoffen in einigen Hütten bietet zudem die Möglichkeit, Kunden Produkte mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck anzubieten.

Langfristig könnten für Boliden sowohl Chancen als auch Risiken aus regulatorischen Entwicklungen entstehen. Strengere Umweltauflagen können Kosten und Investitionsbedarf erhöhen, eröffnen aber gleichzeitig Markteintrittsbarrieren für Anbieter mit niedrigeren Standards. Gleichzeitig könnten Förderprogramme für die europäische Rohstoffsicherheit und strategische Metalle Investitionen in heimische Produktion unterstützen. Die Diskussionen um Lieferkettenresilienz, insbesondere infolge geopolitischer Spannungen, lenken verstärkt den Blick auf Produzenten innerhalb Europas.

Auf der Risikoseite stehen weiterhin Faktoren wie volatile Metallpreise, potenzielle Projektverzögerungen, geologische Unsicherheiten und soziale Akzeptanz von Bergbauprojekten. Widerstand aus der Bevölkerung oder von Interessengruppen kann Projekte verzögern oder verteuern. Boliden verweist auf Dialogprozesse mit lokalen Gemeinschaften und umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfungen, um solche Risiken zu adressieren. Dennoch bleibt der Bergbau in vielen Regionen ein kontroverses Thema, das politische Entscheidungen und Genehmigungen beeinflussen kann.

Offizielle Quelle

Für Informationen aus erster Hand zu Boliden AB lohnt sich der Besuch der offiziellen Unternehmenswebsite.

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Warum Boliden AB für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Anleger ist Boliden AB aus mehreren Gründen interessant. Erstens spielt der Konzern als europäischer Produzent von Kupfer, Zink und weiteren Metallen eine Rolle in zentralen Wertschöpfungsketten der deutschen Industrie, etwa im Automobilbau, Maschinenbau, in der Elektrotechnik und beim Ausbau der Energieinfrastruktur. Die Verfügbarkeit von Metallen aus europäischen Quellen kann für deutsche Abnehmer ein Element der Versorgungssicherheit darstellen, insbesondere angesichts geopolitischer Spannungen und möglicher Handelsrestriktionen.

Zweitens ist die Aktie von Boliden über internationale Handelsplätze auch für Anleger in Deutschland vergleichsweise leicht zugänglich. Über Xetra-ähnliche Plattformen und deutsche Broker können Investoren in der Regel auf die in Stockholm gelisteten Papiere zugreifen. Für Portfolios, die bewusst Rohstoff- oder Zyklikerschwerpunkte setzen, bietet der Titel einen Hebel auf die Entwicklung von Metallpreisen und industrieller Aktivität in Europa. Dabei ist der Hinweis wichtig, dass die Aktie in schwedischer Krone notiert und damit neben dem Unternehmensrisiko auch ein Währungsrisiko gegenüber dem Euro besteht.

Drittens ist Boliden Teil des europäischen Diskurses um nachhaltige Rohstoffversorgung, Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung. Projekte im Recycling und in der Emissionsreduktion können mit Förderinitiativen und Regulierungsentwicklungen in der EU korrespondieren. Für Anleger, die den Übergang zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft verfolgen, sind solche Aspekte relevant, auch wenn die Bewertung von Nachhaltigkeitsthemen je nach persönlicher Präferenz stark variieren kann. Gleichzeitig bleibt der Sektor aufgrund des Eingriffs in Landschaft und Umwelt kritisch beobachtet.

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Fazit

Boliden AB präsentiert sich nach den Zahlen zum ersten Quartal 2026 als Konzern, der von einem verbesserten Metallpreisumfeld und einer stabileren Produktion profitiert. Der deutliche Anstieg von Ergebnissen und Margen basiert vor allem auf Kupfer- und Zinkpreisen sowie auf laufenden Effizienzprogrammen, die den Einfluss von Kostensteigerungen begrenzen sollen. Zugleich macht der Zwischenfall in der Lycksele-Mine deutlich, dass operative Risiken im Bergbau allgegenwärtig bleiben und jederzeit zu Unterbrechungen führen können.

Für Anleger ergibt sich damit ein vielschichtiges Bild: Auf der einen Seite stehen positive Impulse durch die Nachfrage nach Metallen für Energiewende, Infrastruktur und Industrie in Europa sowie eine stärkere Positionierung im Recycling. Auf der anderen Seite wirken Zyklik, Metallpreisvolatilität, Währungsrisiken und regulatorische Anforderungen auf die Ergebnisentwicklung ein. Wie sich die Boliden-AB-Aktie künftig entwickelt, wird stark davon abhängen, ob es dem Unternehmen gelingt, Produktion und Kosten weiter zu stabilisieren und zugleich von strukturellen Trends wie Elektrifizierung und Dekarbonisierung zu profitieren.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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