China Steel, TW0002002003

China Steel Corp-Aktie (TW0002002003): Stabilitätsanker im asiatischen Stahlsektor

20.05.2026 - 11:32:41 | ad-hoc-news.de

China Steel Corp hat im April 2026 die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt und damit einen Einblick in die aktuelle Lage im zyklischen Stahlgeschäft gegeben. Für deutsche Anleger ist der taiwanische Stahlkonzern auch wegen seiner Rolle in asiatischen Lieferketten interessant.

China Steel, TW0002002003
China Steel, TW0002002003

China Steel Corp hat am 29.04.2026 die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 veröffentlicht und damit einen aktuellen Einblick in Umsatzentwicklung und Profitabilität des taiwanischen Stahlherstellers gegeben, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, auf die sich lokale Medienberichte beziehen, etwa Taipei Times Stand 30.04.2026. Demnach lag der konsolidierte Umsatz im ersten Quartal 2026 unter dem Vorjahresniveau, was vor allem auf niedrigere Stahlpreise und eine verhaltene Nachfrage aus der Baubranche zurückgeführt wurde. Gleichzeitig betonte das Management, dass Maßnahmen zur Kostensenkung und eine stärkere Fokussierung auf höherwertige Produkte den Rückgang der Profitabilität begrenzen sollten.

Nach diesen Zahlen reagierte der Aktienkurs von China Steel Corp an der Börse Taipei nur moderat. Die Aktie notierte am 30.04.2026 an der Taiwan Stock Exchange bei rund 30 Taiwan-Dollar, wie Daten von Marktübersichten zeigen, etwa Investing.com Stand 30.04.2026. Für europäische Anleger ist wichtig, dass die Aktie vor allem in Taiwan gehandelt wird, während es in Deutschland nur vereinzelt Zweitlistings im Freiverkehr gibt. Damit ist die Liquidität an deutschen Handelsplätzen begrenzt, während sich der Hauptumsatz im Heimatmarkt bündelt.

Stand: 20.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: China Steel
  • Sektor/Branche: Stahl, Grundstoffe, Industrie
  • Sitz/Land: Kaohsiung, Taiwan
  • Kernmärkte: Taiwan, übriges Asien, Export in globale Stahl- und Automobilketten
  • Wichtige Umsatztreiber: Flachstahlprodukte, Langstahl, Stahl für Automobil- und Maschinenbau, Stahlbleche für Schiffbau und Energieanlagen
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Taiwan Stock Exchange (Ticker: 2002)
  • Handelswährung: Neuer Taiwan-Dollar (TWD)

China Steel Corp: Kerngeschäftsmodell

China Steel Corp ist der größte integrierte Stahlhersteller Taiwans und konzentriert sich auf die Produktion von Flach- und Langstahlprodukten für industrielle Anwendungen. Das Unternehmen betreibt integrierte Werke in Kaohsiung, die vom Hochofen über die Stahlwerke bis hin zu Walz- und Veredelungsanlagen reichen. Diese vertikale Integration ermöglicht es, Rohstoffe wie Eisenerz und Kohle zu verarbeiten und die komplette Wertschöpfungskette im eigenen Konzern zu halten. China Steel ist damit ein wichtiger Zulieferer für die lokale Industrie, insbesondere für Maschinenbau, Schiffbau, Automobilzulieferer und Infrastrukturprojekte.

Das Geschäftsmodell basiert auf der Beschaffung von Rohstoffen auf dem Weltmarkt, der Verarbeitung zu Stahl und der Vermarktung in Form standardisierter und kundenspezifischer Produkte. Ein großer Teil der Produktion sind Warm- und Kaltbandprodukte, Bleche und Coils, die in der Automobilindustrie, im Schiffbau oder im Anlagenbau weiterverarbeitet werden. Daneben produziert China Steel auch spezielle Stähle mit höherer Festigkeit oder besonderen Oberflächeneigenschaften, die an Kunden mit höheren Qualitätsanforderungen geliefert werden. Diese höherwertigen Produkte tragen oft überproportional zur Marge bei und sind für den Konzern strategisch besonders bedeutsam.

China Steel verfolgt zudem eine Strategie der regionalen Diversifikation. Neben dem Heimatmarkt Taiwan liefert das Unternehmen in andere Länder Asiens und exportiert Stahlprodukte in verschiedene Regionen der Welt. Laut Geschäftsbericht für das Jahr 2024, der Anfang 2025 veröffentlicht wurde, stammen wesentliche Umsatzanteile aus Taiwan und aus Exporten in andere asiatische Länder, wobei der Anteil der Exporte je nach Marktphase schwanken kann, wie der Konzern im Bericht erklärt, der auf der Investor-Relations-Seite einsehbar ist. Damit ist China Steel in die globalen Stahl- und Industrieketten eingebunden, ohne jedoch eine so breite internationale Produktionsbasis wie große europäische oder japanische Stahlkonzerne zu haben.

Ein weiterer Bestandteil des Geschäftsmodells sind Beteiligungen und verbundene Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette. China Steel ist an Unternehmen aus den Bereichen Stahlverarbeitung, Logistik und Engineering beteiligt, was die Absatzbasis verbreitern kann. Dazu zählen etwa Gesellschaften für galvanisierte und beschichtete Bleche, die auf spezielle Anforderungen von Elektronik-, Haushaltsgeräte- oder Automobilkunden zugeschnitten sind. Solche Beteiligungen sollen einerseits die Abnahme der Rohstahlproduktion stabilisieren und andererseits zusätzliche Margen in nachgelagerten Verarbeitungsstufen erschließen.

Im aktuellen Marktumfeld sieht sich China Steel mit dem typischen Zyklus der Stahlindustrie konfrontiert. Nach einer Phase hoher Preise in den Jahren 2021 und 2022 führten die Abschwächung des globalen Wachstums, steigende Zinsen und eine gedämpfte Bautätigkeit in mehreren Märkten zu Druck auf die Nachfrage und damit auf die Margen. Das Unternehmen reagiert nach eigenen Angaben mit Anpassungen bei Produktionsvolumina und Produktmix. So erklärte das Management bei der Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2024, das im März 2025 veröffentlicht wurde, dass der Fokus verstärkt auf Produkte mit höherer Wertschöpfung und auf Kunden aus wettbewerbsfähigen Segmenten liege, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, der auf der IR-Seite von China Steel abrufbar ist.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von China Steel Corp

Die Umsatzentwicklung von China Steel Corp hängt stark von der Nachfrage nach Flachstahlprodukten ab. Diese machen einen wesentlichen Teil des Absatzvolumens aus. Warmbreitband und Kaltband werden in Sektoren wie Automobil, Maschinenbau und Haushaltsgeräte eingesetzt. Wenn diese Branchen investieren und ihre Produktion ausweiten, steigen typischerweise auch Bestellungen für Stahlcoils und Bleche. In Phasen schwächerer Industriekonjunktur kommt es dagegen häufig zu Lagerabbau und einer vorsichtigen Orderpolitik, was die Auslastung der Stahlwerke reduziert und den Preisdruck erhöht.

Ein weiterer wichtiger Umsatztreiber ist der Baubereich, in dem Langstahlprodukte, Bewehrungsstahl und Profile zum Einsatz kommen. Die Nachfrage wird von Infrastrukturprogrammen, privatem Wohnungsbau und gewerblichen Immobilienprojekten beeinflusst. Für China Steel hat insbesondere die Bautätigkeit in Taiwan und in anderen asiatischen Märkten Bedeutung. Wenn staatliche Infrastrukturprogramme aufgelegt oder beschleunigt werden, kann dies die Nachfrage nach Betonstahl und anderen Langprodukten beleben. Umgekehrt führen Verzögerungen bei Projekten oder eine Zurückhaltung von Projektentwicklern bei höheren Zinsen zu einer Abschwächung beim Stahlverbrauch.

China Steel versucht, den Einfluss der reinen Volumenentwicklung zu begrenzen, indem stärker auf höherwertige Stähle gesetzt wird. Dazu zählen hochfeste Stähle für Automobile, spezielle Bleche für den Schiffbau sowie Stähle für Energie- und Offshore-Anwendungen. Solche Produkte werden in enger Abstimmung mit den Kunden entwickelt und sind weniger stark vom reinen Wettbewerbsdruck über den Preis geprägt. Laut Angaben im Geschäftsbericht 2024, der im März 2025 veröffentlicht wurde, hat der Anteil höherwertiger Stähle in den vergangenen Jahren zugenommen, was als ein Baustein für eine stabilere Bruttomarge beschrieben wird. Gleichzeitig bleibt der Anteil der Standardprodukte jedoch hoch, sodass der Konzern weiterhin deutlich von globalen Stahlpreiszyklen abhängig ist.

Rohstoffpreise u.a. für Eisenerz und Kokskohle wirken als indirekter Treiber auf die Ertragslage. In Phasen hoher Erzpreise und niedriger Stahlpreise geraten die Margen unter Druck, während ein günstigeres Erzpreisniveau bei stabilen Stahlpreisen die Profitabilität verbessern kann. China Steel sichert einen Teil des Rohstoffbedarfs über längerfristige Lieferverträge ab und diversifiziert nach Lieferanten- und Herkunftsregionen. Dennoch bleibt das Unternehmen im Wettbewerb mit anderen asiatischen Stahlherstellern, die ähnliche Beschaffungsquellen nutzen und teilweise durch staatliche Unterstützung oder vertikale Integration Kostenvorteile erzielen.

Als weiterer Einflussfaktor gelten Währungseffekte. Da China Steel in Taiwan-Dollar bilanziert und einen Teil des Umsatzes im Exportgeschäft erzielt, können Wechselkursbewegungen zwischen TWD und Währungen der wichtigsten Exportmärkte den ausgewiesenen Umsatz und die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen. Ein schwächerer Taiwan-Dollar kann Exporte preislich attraktiver machen, während ein stärkerer Taiwan-Dollar den Konsolidierungsumsatz in Lokalwährung schmälert. Im Geschäftsbericht 2024 erläuterte der Konzern, dass Währungsrisiken durch eine Kombination aus natürlichem Hedge und ausgewählten Finanzinstrumenten begrenzt werden sollen, wie aus den Anmerkungen zum Finanzrisikomanagement hervorgeht.

In den jüngsten Quartalszahlen spiegeln sich diese Faktoren in einer schwankenden Umsatz- und Ergebnisentwicklung wider. Laut einer Übersicht über die Ergebnisse des Jahres 2025, die im März 2026 von China Steel publiziert wurde, ging der Jahresumsatz 2025 gegenüber 2024 leicht zurück, während der Nettogewinn deutlicher sank. Das Unternehmen erklärte dies mit niedrigeren Stahlpreisen, höheren Energiekosten und einem intensiven Wettbewerb im asiatischen Stahlmarkt, verwies aber gleichzeitig auf eine robuste Bilanzstruktur und laufende Effizienzprogramme. Diese sollen die Kostenbasis senken, etwa durch Modernisierung von Anlagen, Optimierung der Logistikkette und Anpassung der Produktionsplanung an die Nachfrage.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die globale Stahlindustrie befindet sich seit Jahren in einem intensiven Wettbewerbsumfeld. Insbesondere chinesische Produzenten haben ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahrzehnten deutlich ausgeweitet, was zu weltweit hoher Stahlproduktion und wiederkehrender Überkapazität geführt hat. Für China Steel ist dieser Rahmen von großer Bedeutung, da asiatische Marktpreise und Importströme aus China einen direkten Einfluss auf die Preisbildung in Taiwan und den umliegenden Märkten haben. Wenn chinesische Produzenten größere Mengen exportieren, kann dies die lokalen Preise unter Druck setzen und die Profitabilität integrierter Hersteller wie China Steel beeinträchtigen.

Parallel dazu steht die Stahlbranche vor strukturellen Herausforderungen durch Dekarbonisierung und strengere Umweltauflagen. Viele Länder, darunter auch europäische und asiatische Staaten, setzen zunehmend auf CO2-Bepreisung, Emissionsgrenzen und strengere regulatorische Anforderungen für energieintensive Industrien. China Steel arbeitet nach eigenen Angaben an Projekten zur Emissionsminderung und Effizienzsteigerung. Im Nachhaltigkeitsbericht 2024, der im zweiten Quartal 2025 veröffentlicht wurde, betonte das Unternehmen die Investitionen in energieeffizientere Produktionsverfahren und die Erhöhung des Anteils von recyceltem Stahl in der Produktion. Diese Maßnahmen sollen sowohl Umweltziele unterstützen als auch langfristig Energie- und Rohstoffkosten reduzieren.

Ein wichtiger Branchentrend ist der zunehmende Einsatz von Elektroöfen und die Verlagerung hin zu sogenanntem grünerem Stahl. Während China Steel traditionell auf integrierte Hochofenroute setzt, prüft der Konzern Optionen zur Diversifizierung des Technologieportfolios. Dies umfasst die Modernisierung bestehender Anlagen, den Einsatz von hochwertigem Schrott und mögliche Beteiligungen an Projekten mit niedrigeren Emissionen. Konkrete Großinvestitionen in wasserstoffbasierte Direktreduktion, wie sie europäische Stahlhersteller anvisieren, wurden in den öffentlich zugänglichen Berichten bislang eher in frühen Prüfungsphasen beschrieben. Dennoch zeigt die Richtung, dass China Steel seine Wettbewerbsfähigkeit im Kontext strengeren Klimaschutzes sichern will.

Die Wettbewerbsposition von China Steel ist vor allem im regionalen Kontext zu sehen. In Taiwan ist das Unternehmen ein dominanter Anbieter, was eine stabile Nachfragebasis bietet. International konkurriert China Steel mit einer Vielzahl von Herstellern aus Japan, Südkorea, China und anderen asiatischen Ländern. Die Wettbewerbsstärke ergibt sich aus einer Kombination von vertikaler Integration, Nähe zu Kunden in Taiwan und Asien, etablierten Lieferbeziehungen und einer vergleichsweise soliden Bilanz. Gleichzeitig muss der Konzern sich gegen Wettbewerber behaupten, die über größere Produktionskapazitäten, eine noch breitere internationale Präsenz oder starke staatliche Unterstützung verfügen.

Für deutsche Anleger ist die Branche auch vor dem Hintergrund der globalen Industriekonjunktur interessant. Die Nachfrage aus deutschen Maschinenbauern, Autoherstellern und Anlagenbauern beeinflusst direkt oder indirekt den Bedarf an Stahl und damit die globale Preisentwicklung. Wenn die Nachfrage in Europa schwächer ausfällt, kann dies zu verstärkten Exporten asiatischer Produzenten in andere Regionen führen, was wiederum den globalen Wettbewerb verschärft. China Steel als regionaler Player in Asien spürt solche Verschiebungen über Preisniveau und Absatzchancen in Exportmärkten, auch wenn der direkte Lieferanteil nach Deutschland im Vergleich zum innerasiatischen Geschäft gering ist.

Warum China Steel Corp für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist die Aktie von China Steel Corp vor allem als indirekter Indikator für den asiatischen Stahl- und Industriekonjunkturzyklus interessant. Da der Konzern stark von der Nachfrage aus Taiwan und anderen asiatischen Märkten abhängt, kann die Geschäftsentwicklung Hinweise auf Investitions- und Bautätigkeit in dieser Region geben. Wer die Weltwirtschaft und insbesondere die Dynamik in Asien im Blick behalten möchte, kann durch die Entwicklung von großen regionalen Stahlproduzenten Rückschlüsse auf Trends in Schlüsselbranchen wie Bau, Maschinenbau und Automobil ziehen.

Hinzu kommt, dass einige deutsche Industriekonzerne eng in globale Lieferketten eingebunden sind, an denen auch asiatische Stahlhersteller beteiligt sind. Veränderungen in Preisen, Verfügbarkeit und Qualität von Flachstahlprodukten in Asien können sich mittelbar auf die Kostenstrukturen deutscher Hersteller auswirken, insbesondere wenn Vorprodukte oder Komponenten importiert werden. In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung wichtiger Anbieter wie China Steel zwar nur ein Mosaikstein, aber dennoch relevant, um ein umfassenderes Bild der internationalen Wettbewerbssituation zu bekommen.

Für direkt investierende Anleger spielt zudem die Diversifikation nach Regionen eine Rolle. Wer hauptsächlich in europäische oder US-amerikanische Stahl- und Grundstoffunternehmen investiert ist, könnte asiatische Werte wie China Steel als Ergänzung betrachten, um eine breitere regionale Streuung im Portfolio abzubilden. Dabei sind jedoch Unterschiede bei Regulierung, Corporate Governance, Dividendenpolitik, Währungsrisiko und Handelbarkeit über deutsche Börsen zu beachten. Die meisten Umsätze der China-Steel-Aktie fallen an der Taiwan Stock Exchange an, während deutsche Listings nur begrenzte Liquidität aufweisen, was die Spreads und Ausführungsqualität beeinflussen kann.

Welcher Anlegertyp könnte China Steel Corp in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

China Steel Corp könnte vor allem für Anleger mit einem mittelfristigen bis langfristigen Anlagehorizont und einer erhöhten Risikobereitschaft im zyklischen Grundstoffsektor von Interesse sein. Der Stahlmarkt ist aus Sicht vieler Marktteilnehmer stark schwankungsanfällig, da er von globalem Wachstum, Bautätigkeit, Industrieproduktion und Rohstoffpreisen abhängt. Anleger, die solche Zyklen bewusst akzeptieren und möglicherweise antizyklische Strategien verfolgen, könnten in Phasen schwächerer Nachfrage, in denen Bewertungen niedriger ausfallen, ein besonderes Augenmerk auf Unternehmen wie China Steel richten. In solchen Phasen können jedoch auch Belastungen für Gewinne und Cashflows besonders ausgeprägt sein.

Weniger geeignet ist die Aktie typischerweise für konservative Anleger, die in erster Linie stabile Erträge und geringe Schwankungen suchen. Obwohl China Steel traditionell eine Dividendenpolitik verfolgt, können Höhe und Kontinuität der Ausschüttungen von der jeweiligen Gewinnsituation und den Investitionsplänen abhängen. In Zeiten schwächerer Ergebnisse werden Ausschüttungen häufig reduziert, um Bilanz und Liquidität zu schonen. Damit ist die Aktie als klassischer Dividendentitel mit stetig wachsenden Auszahlungen weniger geeignet als Branchen mit stabileren Geschäftsmodellen, etwa Versorger oder Basiskonsumgüter.

Zudem sollten Anleger beachten, dass ein Engagement in China Steel mit Währungsrisiken verbunden ist. Die Notierung in Taiwan-Dollar bedeutet, dass Veränderungen des Wechselkurses zwischen TWD und Euro das in Euro umgerechnete Anlageergebnis beeinflussen. Wer diese Risiken nicht aktiv im Portfolio managen möchte oder kann, könnte bei einer stärkeren Gewichtung heimischer oder europäischer Stahlkonzerne mehr Komfort empfinden, auch wenn damit andere Unternehmensprofile und Marktrisiken verbunden sind.

Risiken und offene Fragen

Das zentrale Risiko für China Steel Corp bleibt die zyklische Natur der Stahlindustrie. Ein unerwartet starker Rückgang der globalen oder regionalen Nachfrage, etwa ausgelöst durch eine Rezession, kann die Auslastung der Werke und die Preisgestaltung erheblich belasten. In solchen Phasen drohen sinkende Margen, Wertberichtigungen auf Lagerbestände und im Extremfall temporäre Produktionskürzungen. Zwar versucht der Konzern, über Kostenprogramme und Produktmix-Steuerung gegenzusteuern, doch der grundsätzliche Zyklus lässt sich dadurch nicht vollständig ausgleichen.

Ein strukturelles Risiko liegt in der langfristigen Dekarbonisierung des Sektors. Sollten die regulatorischen Anforderungen an CO2-Emissionen in Taiwan und anderen wichtigen Märkten schneller steigen als erwartet, könnte dies erhebliche Investitionen in neue Technologien erzwingen. Die Fähigkeit, solche Investitionen aus dem operativen Cashflow zu finanzieren, hängt von künftigen Ergebnissen und der Zugänglichkeit der Kapitalmärkte ab. Gleichzeitig tragen Unsicherheiten über technologische Pfade, etwa bei der Nutzung von Wasserstoff oder der Verfügbarkeit von grünem Strom, zu Planungsrisiken bei.

Hinzu kommen geopolitische Risiken, die für einen in Taiwan ansässigen Konzern eine besondere Rolle spielen. Spannungen in der Region könnten Lieferketten, Investitionsentscheidungen internationaler Kunden und die Wahrnehmung von Länderrisiken beeinflussen. Während solche Szenarien aus Sicht der Unternehmensleitung schwer steuerbar sind, können sie Aktienbewertungen und Risikoaufschläge maßgeblich beeinflussen. Anleger müssen daher die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen im asiatisch-pazifischen Raum im Blick behalten, wenn sie Engagements in Taiwan eingehen.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Zu den wichtigsten Katalysatoren für China Steel zählen regelmäßig die Quartals- und Jahresergebnisse. Diese liefern Einblicke in Auslastung, Preisniveau, Kostenstruktur und mögliche Anpassungen der Dividendenpolitik. Üblicherweise veröffentlicht das Unternehmen Zahlen zum Vorjahr im ersten Quartal des Folgejahres, wobei der Geschäftsbericht mit detaillierten Informationen etwas später erscheint. Die genauen Termine werden auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens bekanntgegeben. Investoren achten insbesondere auf Aussagen zur Nachfrageentwicklung in den wichtigsten Absatzmärkten und zu geplanten Investitionen in Kapazitätserweiterung oder Dekarbonisierung.

Daneben können Veränderungen in der Rohstoff- und Stahlpreisentwicklung kurzfristig als Katalysatoren wirken. Wenn etwa Eisenerzpreise deutlich steigen oder fallen, kann dies Erwartungen an die Margen beeinflussen. Ebenfalls von Bedeutung sind politische Entscheidungen, etwa zu Infrastrukturprogrammen in Taiwan oder anderen asiatischen Ländern, da sie die Stahlnachfrage beeinflussen. Internationale Handels- und Zollpolitik, insbesondere im Verhältnis zwischen großen Wirtschaftsblöcken, kann Import- und Exportströme verändern und damit die Wettbewerbsposition von Produzenten wie China Steel neu justieren.

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Fazit

China Steel Corp ist als größter Stahlhersteller Taiwans ein wichtiger Akteur im asiatischen Stahlmarkt und eng mit der industriellen Entwicklung der Region verbunden. Die jüngsten Zahlen zum ersten Quartal 2026 zeigen, dass das Unternehmen weiterhin in einem von schwankender Nachfrage und hoher Wettbewerbsintensität geprägten Umfeld agiert. Maßnahmen zur Kostenreduktion und zur Stärkung höherwertiger Produkte sollen helfen, Margen in einem schwierigen Marktumfeld zu stabilisieren. Für deutsche Anleger bleibt die Aktie ein Beispiel für ein zyklisches Engagement im asiatischen Grundstoffsektor, bei dem Chancen auf Erholung in späteren Konjunkturphasen den üblichen Risiken von Stahlkonzernen gegenüberstehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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