DAX, Punkte

DAX: 25.826 Punkte neues Allzeithoch

05.07.2026 - 01:52:38 | boerse-global.de

Der DAX schließt auf Rekordniveau und startet mit kräftigen Wochengewinnen ins zweite Halbjahr. Die EZB-Tagung in Sintra und US-Daten rücken in den Fokus.

DAX Rekordjagd: Neues Allzeithoch und Ausblick auf Sintra
DAX - Ein stilisierter, leuchtender digitaler Liniengraph, der den Anstieg des DAX auf ein Allzeithoch symbolisiert. 05.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der DAX startet mit einem historischen Wochenschluss ins zweite Halbjahr. Am Freitag kletterte der Index um 0,78 Prozent auf 25.779 Punkte. Damit markierte er ein neues Allzeithoch bei 25.826 Zählern. Nun blicken Anleger auf eine Woche voller geldpolitischer Weichenstellungen.

Stärkste Woche seit April 2025

Der deutsche Leitindex legte binnen einer Woche 4,49 Prozent zu. Das ist die beste Wochenperformance seit April 2025. Seit Jahresbeginn steht nun ein Plus von 5,05 Prozent zu Buche.

Im internationalen Vergleich bleibt der DAX dennoch zurückhaltend. EuroStoxx 50 und Dow Jones liegen jeweils rund zehn Prozent im Plus. Der deutsche Index hinkt trotz der Rekordjagd noch hinterher.

Zum 52-Wochen-Tief bei 21.863 Punkten hat der Index bereits 17,91 Prozent aufgeholt. Zum Allzeithoch fehlt nur noch ein Abstand von 0,18 Prozent.

Sintra und US-Daten als Wegweiser

Für die kommende Woche rückt die EZB-Notenbankertagung in Sintra ins Zentrum. Präsidentin Christine Lagarde und Chefvolkswirt Philip Lane könnten dort die Erwartungen prägen. Die nächste Zinssitzung findet am 22. und 23. Juli statt.

Der Markt achtet vor allem auf die Juni-Inflation. Eine klare Entspannung würde den DAX stützen. Neue Zinssorgen könnten dagegen belasten.

Auch der Blick über den Atlantik bleibt entscheidend. Entscheidend wird, ob der US-Arbeitsmarktbericht ein moderates Signal liefert oder die Zinserwartungen erneut nach oben schiebt. Nach der schwachen Tech-Woche an der Wall Street fragen sich Anleger, ob sich die Korrektur auf Europa ausweitet.

Autobauer und BASF im Blick

Auf Unternehmensebene bleibt der Automobilsektor im Fokus. Bei BMW, Mercedes-Benz und Porsche schauen Anleger vor allem auf Margen und den China-Absatz. Premiumhersteller profitieren von Währungsvorteilen, reagieren aber empfindlich auf Rabattschlachten bei schwacher Nachfrage.

Bei BASF steht ein struktureller Umbau an. Die Sparte Coatings startet ab dem 1. Juli 2026 als eigenständig geführter Bereich. Für Anleger zählt, ob der Konzern damit Komplexität abbaut und Wert freisetzt.

Charttechnik zeigt frische Kaufsignale

Der DAX bewegt sich weiter in einem langfristigen Aufwärtstrend. In den vergangenen drei Wochen konsolidierte der Index, die Bollinger-Bänder zogen sich dabei zusammen. An den letzten beiden Handelstagen zeigte der Index neue Stärke.

Die gleitenden 20-, 50- und 200-Tage-Durchschnitte senden mittlerweile wieder Kaufsignale. Auch die Slow Stochastik triggerte am 1. Juli ein entsprechendes Signal. Diese Kombination aus Trendfolgern und Oszillatoren spricht für intakten Rückenwind.

Der DAX notiert 4,42 Prozent über der 50-Tage-Linie und 6,07 Prozent über der 200-Tage-Linie. Der RSI liegt bei 66,3 Punkten, klar unter der überkauften Marke von 70. Die Indikatoren zeigen damit Stärke, ohne bereits überhitzt zu wirken.

Die DZ Bank hält deshalb an ihrem Jahresendziel von 27.500 Punkten fest. Das entspricht einem Potenzial von rund sieben Prozent. Als erste Unterstützung nach unten gilt die runde Marke bei 25.000 Punkten.

Ruhige Terminmärkte, intakter Risikoappetit

Der Volatilitätsindex VDAX-New fiel zuletzt auf 16,55 Prozent. Am Vortag lag der Wert noch bei 17,41 Prozent. Die 30-Tage-Volatilität bleibt mit 13,80 Prozent ebenfalls moderat.

Werte unterhalb von 17 Prozent deuten auf wenig Absicherungsbedarf der Investoren hin. Ein Anstieg über diese Marke gilt als Warnsignal für nachlassende Kursdynamik.

Für die kommende Woche zählt vor allem das Zusammenspiel zweier Faktoren. Die Tonalität der EZB-Notenbanker in Sintra trifft auf frische US-Konjunkturdaten. Festigt sich die Erwartung einer vorsichtigen EZB-Linie und stabilisiert sich die Wall Street, bleibt der Weg Richtung 27.500 Punkte offen. Enttäuschende Inflationszahlen aus der Eurozone oder eine erneute Schwäche der US-Technologiewerte könnten die Rekordserie dagegen kurzfristig unterbrechen.

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