Delivery Hero Aktie: Uber-Angebot über 33 Euro abgelehnt
29.05.2026 - 18:41:56 | boerse-global.deDelivery Hero hat nach der starken Übernahme-Rallye einen spürbaren Dämpfer bekommen. Der Auslöser ist nicht operative Schwäche, sondern der Preis, den ein Käufer für die Kontrolle zahlen müsste. Die Aktie fällt am Freitag auf 37,00 Euro und verliert 4,81 Prozent. Nach einem Plus von 92,81 Prozent in den vergangenen 30 Tagen reicht schon ein kleiner Zweifel, um Gewinnmitnahmen auszulösen.
Im Zentrum steht Uber. Der US-Konzern hat seine Position massiv ausgebaut, kommt bei Delivery Hero aber offenbar nicht zum gewünschten Preis voran. Genau dieser Abstand zwischen Käuferlogik und Verkäufererwartung prägt jetzt den Handel.
Preisstreit bremst die Rallye
Delivery Hero hatte am vergangenen Wochenende bestätigt, dass Uber ein indikatives Angebot von 33 Euro je Aktie vorgelegt hatte. Berichten zufolge verlangen wichtige Anteilseigner Preise oberhalb von 40 Euro; ein erneuter Vorstoß bei 38 Euro soll von einem Großaktionär abgelehnt worden sein.
Damit steckt die Aktie in einer schwierigen Zone. Die Übernahmespekulation stützt den Kurs, weil Uber bereits tief im Aktionariat sitzt. Der fehlende Durchbruch bei der Bewertung bremst aber jeden Anlauf nach oben. Kein Wunder, dass der Markt nervös reagiert.
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Das jüngste Hoch lag bei 39,85 Euro am 27.05.2026, der Abstand beträgt inzwischen 7,15 Prozent. Der Rücksetzer ändert wenig daran, dass die Aktie nach der Rallye technisch weit über ihren längerfristigen Durchschnitten notiert.
Uber hat Gewicht, aber Hürden
Uber hat seine Beteiligung durch den Erwerb eines Aktienpakets von Aspex Management auf 36,8 Prozent erhöht. Das verschafft dem Konzern eine starke Ausgangsposition, löst aber nicht das eigentliche Problem.
Eine vollständige Übernahme wäre komplex. Die Geschäftsfelder von Uber und Delivery Hero überschneiden sich in 22 Märkten. Damit dürften kartellrechtliche Fragen eine zentrale Rolle spielen, selbst wenn sich beide Seiten auf einen Preis einigen.
Für Delivery Hero ist diese Lage ambivalent. Ein starker Ankeraktionär kann strategischen Druck erzeugen. Er kann aber auch andere Interessenten abschrecken, wenn der Weg zu einer Kontrollmehrheit politisch, regulatorisch oder preislich kompliziert wird.
DoorDash bleibt im Spiel
DoorDash gilt weiter als möglicher Gegenspieler. Der US-Konkurrent soll vor allem Interesse an den Geschäftseinheiten im Nahen Osten haben, darunter Talabat und HungerStation.
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Ein Teilverkauf dieser profitablen Sparten wäre eine Alternative zur großen Lösung mit Uber. Er könnte Wert freisetzen, ohne das gesamte Unternehmen in eine schwierige Fusionsprüfung zu schicken. Für den Kurs bleibt das ein zweiter Hebel neben der Frage, ob Uber sein Angebot erhöht.
Operativ verweist das Management um CEO Niklas Östberg und CFO Marie-Anne Popp auf den laufenden strategischen Review-Prozess. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Delivery Hero ein bereinigtes EBITDA in der oberen Hälfte der Spanne von 910 bis 960 Millionen Euro an.
Der nächste feste Termin ist die Hauptversammlung am 23. Juni 2026 in Berlin. Bis dahin dürfte der Markt vor allem drei Signale bewerten: ob Uber preislich nachlegt, ob Großaktionäre ihre Haltung ändern und ob ein Verkauf der Nahost-Sparten konkreter wird.
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