easyJet Aktie: Castlelake bietet 5,5 Milliarden Pfund
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 17:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Übernahme von easyJet nimmt Form an. Der US-Finanzinvestor Castlelake bietet 5,5 Milliarden Pfund für die britische Billigfluglinie – umgerechnet rund 6,4 Milliarden Euro. Der Verwaltungsrat erklärte, man sei „geneigt, das Angebot zu empfehlen".
Die Aktie hatte am Montag auf ein Vierjahreshoch geklettert. Derzeit notiert das Papier bei 7,04 Euro. Das ist ein Minus von 0,03 Prozent zum Vortag – eine Verschnaufpause nach dem deutlichen Kurssprung.
Fünfter Anlauf
Der gebotene Preis von 6,90 Pfund je Aktie ist das Ergebnis eines langen Tauziehens. Castlelake hatte zuvor vier Angebote zwischen 5,60 und 6,50 Pfund eingereicht. Der easyJet-Verwaltungsrat wies sie als „opportunistisch" zurück. Der jetzige Aufschlag liegt bei 73 Prozent über dem Schlusskurs vom 29. Mai 2024.
Der Investor hat nun Zeit bis zum 3. August. Bis dahin muss Castlelake entweder ein verbindliches Angebot vorlegen oder den Deal platzen lassen.
EU-Recht als Hürde
Die größte Hürde ist rechtlicher Natur. EU-Verkehrsregeln schreiben vor, dass Airlines mehrheitlich EU-Bürgern gehören müssen. Sonst verlieren sie ihre Flugrechte innerhalb der Union.
Castlelake hat einen Ausweg gefunden. Der Investor will nur 49 Prozent an der Bietergesellschaft halten. Die restliche Mehrheit von 51 Prozent soll bei EU-Bürgern liegen – namentlich bei Peter Bellew und Mark Breen. Gleichzeitig sicherte Castlelake zu, easyJets laufende Flottenmodernisierung zu unterstützen.
Vorsicht an der Börse
Trotz des Kurssprungs am Montag notiert die Aktie 11,6 Prozent unter dem Angebotspreis von umgerechnet rund 8,16 Euro. Das deutet auf Skepsis hin. Bleiben die regulatorischen Fragen offen? Kommt das Angebot überhaupt formell zustande?
Hinzu kommt: easyJet schrieb im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von rund 735 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg zwar um 12 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Die operative Erholung bleibt aber fragil.
Der entscheidende Faktor dürfte indes ein anderer sein. Gründer Sir Stelios Haji-Ioannou hält mehr als 15 Prozent an easyJet. Er hat sich noch nicht geäußert. Ohne seine Zustimmung ist der Deal kaum zu stemmen.
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