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Getlink SE (Eurotunnel)-Aktie (FR0010533075): Verkehrskorridor zwischen Frankreich und Großbritannien im Fokus

19.05.2026 - 11:14:56 | ad-hoc-news.de

Getlink SE steht mit dem Kanaltunnel im Zentrum des Waren- und Personenverkehrs zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien. Neue Verkehrsdaten, Investitionen in Konnektivität und eine attraktive Dividendenpolitik rücken die Aktie erneut in den Fokus europäischer Anleger.

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Getlink SE betreibt mit dem Kanaltunnel zwischen Calais und Folkestone eine der wichtigsten Verkehrsinfrastrukturen Europas. Über den Tunnel laufen sowohl der Shuttle-Verkehr mit Autos und Lkw als auch die Hochgeschwindigkeitszüge sowie ein erheblicher Teil des Handels zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Für Anleger ist die Aktie damit ein Hebel auf den Güter- und Reiseverkehr im Ärmelkanal, auf regulatorische Rahmenbedingungen sowie auf langfristige Infrastrukturtrends in Europa.

Der jüngste Nachrichtenfokus liegt auf der operativen Entwicklung und der Ausschüttungspolitik. Getlink veröffentlichte am 24.04.2024 detaillierte Zahlen für das Geschäftsjahr 2023, in dem der Umsatz nach Unternehmensangaben 2023 um rund 5 Prozent auf 1,81 Milliarden Euro stieg, wie der Geschäftsbericht 2023 mit Veröffentlichung am 24.04.2024 zeigt, laut Getlink Stand 24.04.2024. Zugleich kündigte das Unternehmen eine Erhöhung der Dividende an, um seine Aktionäre am Wachstum des Free Cashflow zu beteiligen, wie aus der Ergebnispräsentation für das Jahr 2023 hervorgeht, laut Getlink Stand 24.04.2024.

Stand: 19.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Getlink
  • Sektor/Branche: Transportinfrastruktur, Schienen- und Tunnelbetreiber
  • Sitz/Land: Paris, Frankreich
  • Kernmärkte: Frankreich, Vereinigtes Königreich, Transitverkehr Kontinentaleuropa
  • Wichtige Umsatztreiber: Shuttle-Verkehr durch den Eurotunnel, Trassengebühren für Hochgeschwindigkeitszüge, Fähr- und Logistikdienstleistungen sowie Stromübertragung
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Euronext Paris (Ticker: GET)
  • Handelswährung: Euro (EUR)

Getlink SE (Eurotunnel): Kerngeschäftsmodell

Getlink SE, vielen Anlegern noch unter dem früheren Namen Eurotunnel bekannt, betreibt die feste Verbindung unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien. Herzstück ist der fast 50 Kilometer lange Kanaltunnel, über den Fahrzeuge auf speziellen Shuttlezügen sowie Hochgeschwindigkeitszüge verkehren. Das Unternehmen erzielt seine Erlöse im Wesentlichen durch Beförderungsentgelte, Trassengebühren sowie durch ergänzende Dienstleistungen entlang des Korridors.

Das Geschäftsmodell ist stark infrastrukturbasiert: Der Tunnel ist bereits gebaut, die laufenden Kosten bestehen überwiegend aus Instandhaltung, Energie, Personal und Finanzierung. Dem stehen stabile, weitgehend wiederkehrende Erlöse gegenüber, die an Verkehrsmengen im Personen- und Gütersegment gekoppelt sind. Diese Struktur führt zu einem hohen operativen Hebel, da ein Großteil der Kosten fix ist und steigende Auslastung überproportional in Ergebnis und Cashflow durchschlagen kann.

Regulatorisch ist Getlink durch langfristige Konzessionsverträge eingebunden. Die Betriebslizenz für den Kanaltunnel reicht nach Unternehmensangaben bis ins Jahr 2086, was für langfristige Planungssicherheit sorgt, wie aus Konzessionsangaben im Geschäftsbericht 2023 mit Veröffentlichung am 24.04.2024 hervorgeht, laut Getlink Stand 24.04.2024. Die Erlöse werden in Euro und Britischem Pfund erzielt, wodurch Währungseffekte für Anleger aus dem Euroraum eine Rolle spielen können.

Neben dem klassischen Tunnelbetrieb baut Getlink auch ergänzende Geschäftsbereiche auf. Ein wichtiger Bereich ist ElecLink, eine Stromverbindung zwischen den Strommärkten Frankreichs und Großbritanniens, die durch den Tunnel führt und im Jahr 2022 den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat. Dieser Interkonnektor soll über Übertragungsentgelte zusätzliche, relativ konjunkturunabhängige Einnahmen generieren und die Abhängigkeit vom reinen Verkehrsaufkommen reduzieren, wie aus Unternehmensangaben zur Inbetriebnahme im Jahr 2022 hervorgeht, laut Getlink Stand 15.05.2024.

Die Ertragsstruktur von Getlink ist damit von drei Faktoren geprägt: der Anzahl der beförderten Fahrzeuge und Güterzüge, der Nutzung durch Hochgeschwindigkeitszüge der Bahnbetreiber sowie der Auslastung des ElecLink-Interkonnektors. Hinzu kommen kleinere Erlösströme aus Retail- und Serviceangeboten in den Terminals, die aber im Vergleich zum Kerngeschäft einen geringeren Anteil haben. Insgesamt positioniert sich das Unternehmen als Betreiber eines multimodalen Verkehrskorridors und Energieknotenpunkts.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Getlink SE (Eurotunnel)

Der wichtigste Umsatztreiber von Getlink sind die Shuttle-Züge, auf denen Autos, Kleintransporter und Lastwagen durch den Tunnel transportiert werden. Diese Dienste sind insbesondere für Speditionen interessant, die von kurzen Durchlaufzeiten profitieren. Im Jahr 2023 verzeichnete der Lkw-Verkehr jedoch Gegenwind durch veränderte Handelsströme und einen intensiven Wettbewerb mit Fährbetreibern, wie der Verkehrsbericht 2023 in einer Veröffentlichung vom 24.04.2024 zeigt, laut Getlink Stand 24.04.2024.

Auf der Pkw-Seite ist die Nachfrage stark von Tourismus, Reisegewohnheiten und der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig. Nach dem Einbruch während der Pandemie kam es in den Jahren 2022 und 2023 zu einer schrittweisen Normalisierung des Reiseverkehrs, wovon Getlink profitierte. Die Zahl der beförderten Pkw stieg im Jahresvergleich 2023 gegenüber 2022, wie die im April 2024 veröffentlichten Verkehrsdaten für das Gesamtjahr 2023 belegen, laut Getlink Stand 24.04.2024. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da touristische Fahrten aus Deutschland nach Großbritannien häufig über den Tunnel führen.

Ein zweiter wesentlicher Umsatztreiber sind die Entgelte für Hochgeschwindigkeitszüge, die den Tunnel nutzen. Hierzu zählen unter anderem Eurostar-Verbindungen zwischen London und europäischen Metropolen. Die Betreiber zahlen für die Nutzung der Tunnelstrecke und der Infrastruktur feste Gebühren, sodass Getlink indirekt von der Auslastung der Eurostar-Züge profitiert. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr wurde im Zuge der Erholung des internationalen Reiseverkehrs nach der Pandemie wieder sukzessive ausgebaut, wie in Unternehmensangaben zum Verkehrsaufkommen auf der Hochgeschwindigkeitsachse im Geschäftsbericht 2023 beschrieben wird, laut Getlink Stand 24.04.2024.

Mit ElecLink hat Getlink einen zusätzlichen, strukturell anderen Umsatzstrom geschaffen. Der 1-GW-Interkonnektor ermöglicht es, Strom zwischen dem französischen und dem britischen Stromnetz zu übertragen. Diese Kapazität ist in Zeiten der Energiewende und volatiler Strommärkte von hoher Bedeutung. Die Einnahmen resultieren aus der Vermarktung der Übertragungskapazitäten an Energieversorger und Marktteilnehmer. Im Jahr 2023 trug ElecLink bereits nennenswert zum Umsatz bei, wie aus dem segmentierten Umsatzausweis im Geschäftsbericht 2023 hervorgeht, der am 24.04.2024 veröffentlicht wurde, laut Getlink Stand 24.04.2024.

Ein weiterer Treiber für die Erlöse und Margen ist die Preissetzungsmacht von Getlink. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Alternativen für besonders schnelle Verbindungen zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien kann Getlink im Rahmen regulatorischer Vorgaben Tarife anpassen. Gleichzeitig muss das Unternehmen im Wettbewerb mit Fähranbietern und Fluggesellschaften auf die Preiselastizität der Nachfrage achten. Diese Balance zwischen Auslastung und Preisniveau ist ein zentrales Steuerungsinstrument für das Management.

Für Anleger spielt zudem die Entwicklung der operativen Gewinnmargen eine wichtige Rolle. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte Getlink laut Jahresabschluss 2023, der am 24.04.2024 veröffentlicht wurde, eine EBITDA-Marge von über 50 Prozent, was die hohe Fixkostenbasis und den Skaleneffekt des Tunnelgeschäfts widerspiegelt, laut Getlink Stand 24.04.2024. Steigen die Verkehrsvolumina, kann sich diese Marge weiter verbessern, während Rückgänge in den Volumina sich überproportional negativ bemerkbar machen können.

Neben den direkten Umsatztreibern sind auch regulatorische Gebühren und Abgaben ein Faktor. Sicherheitsanforderungen, Grenzkontrollen und Zollprozesse haben nach dem Brexit an Bedeutung gewonnen. Diese Faktoren können sich sowohl auf die Kostenstruktur als auch auf die Attraktivität des Tunnels für bestimmte Frachtströme auswirken. Getlink investiert daher in digitale Lösungen und Prozessoptimierungen, um die Abfertigung zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, wie in Strategieunterlagen für Investoren aus dem Jahr 2023 dargestellt, laut Getlink Stand 15.05.2024.

Offizielle Quelle

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Getlink ist im Spannungsfeld mehrerer Branchentrends positioniert: internationale Logistik, nachhaltige Mobilität und Energieinfrastruktur. Der Landverkehr zwischen der EU und Großbritannien hat sich seit dem Brexit strukturell verändert. Zusätzliche Zollformalitäten und Regulierung haben die Komplexität erhöht, gleichzeitig bleibt Großbritannien ein wichtiger Handelspartner für Kontinentaleuropa. Der Kanaltunnel bietet hier eine schnelle, wetterunabhängige Verbindung, die insbesondere für zeitkritische Güter von Bedeutung ist.

Im Wettbewerb steht der Tunnel vor allem mit Fähranbietern im Ärmelkanal. Fähren punkten mit Flexibilität und teils niedrigeren Preisen, sind aber wetterabhängig und benötigen längere Überfahrtszeiten. Der Tunnel bietet kurze Transitzeiten und hohe Frequenzen, was bei Just-in-time-Lieferketten ein Vorteil ist. In der Pandemie und in Zeiten von Streiks oder Kapazitätsengpässen bei Fährverbindungen zeigte sich, dass der Tunnel eine gewisse Resilienz bietet, wie aus Presseberichten zu Verkehrsverlagerungen in den Jahren 2020 bis 2022 hervorgeht, etwa laut Reuters Stand 10.03.2023.

Ein langfristiger Trend ist die Dekarbonisierung des Verkehrs. Nachhaltigkeitsinitiativen der EU fördern die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene sowie die Nutzung energieeffizienter Transportmittel. Der Kanaltunnel mit elektrischen Zügen passt in diese Logik. Getlink positioniert sich in seinen Nachhaltigkeitsberichten als Teil der Lösung für klimafreundliche Mobilität, da Transporte im Tunnel im Vergleich zur Luftfahrt und teilweise auch zur Schifffahrt geringere CO2-Emissionen pro transportierter Einheit aufweisen sollen, wie der Nachhaltigkeitsbericht 2023 darstellt, der im April 2024 veröffentlicht wurde, laut Getlink Stand 24.04.2024.

Ein weiterer Trend ist die Digitalisierung von Logistikprozessen. Elektronische Frachtpapiere, digitale Zollabfertigung und Echtzeit-Tracking gewinnen an Bedeutung. Getlink reagiert darauf mit Investitionen in IT-Systeme und Terminalinfrastruktur, um die Durchlässigkeit des Kanaltunnels zu erhöhen und Wartezeiten zu reduzieren. Solche Maßnahmen sollen die Attraktivität des Tunnels für Speditionen weiter steigern und die Preis- und Serviceposition im Vergleich zu Fähranbietern stärken.

Mit ElecLink ist Getlink zudem in einen benachbarten Sektor vorgedrungen: Energieinfrastruktur. Interkonnektoren gelten als zentrales Element europäischer Energiepolitik, da sie den Austausch von Strom zwischen Ländern ermöglichen und so zur Versorgungssicherheit und zur besseren Integration erneuerbarer Energien beitragen. Die Einnahmen aus ElecLink sind stärker von Strommarktpreisen und Netzengpässen geprägt als vom klassischen Transportgeschäft, bieten aber Diversifikation und potenziell stabilere Cashflows in Phasen schwächerer Verkehrsvolumina.

Die Wettbewerbsposition von Getlink lässt sich somit als Nischenmonopol in einer kritischen Infrastruktur beschreiben, das mit alternativen Transportwegen konkurriert, aber zugleich einen strukturellen Vorteil durch Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und integrierte Lösungen besitzt. Für Anleger ist wichtig, dass der Markt für Kanalverkehre zwar begrenzt ist, die Eintrittsbarrieren für direkte Wettbewerber jedoch extrem hoch sind, da der Bau eines zweiten Tunnels oder einer gleichwertigen Infrastruktur praktisch nicht absehbar ist.

Warum Getlink SE (Eurotunnel) für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist Getlink in mehrfacher Hinsicht von Interesse. Zum einen ist die Aktie an der Euronext Paris gelistet und damit für viele deutsche Broker leicht handelbar. Einige Handelsplätze in Deutschland bieten zudem Sekundärlistings oder Handel über außerbörsliche Plattformen an, sodass deutsche Anleger ohne großen Aufwand Zugang zu dem Wertpapier erhalten können, wie aus Informationen europäischer Börsenbetreiber hervorgeht, etwa laut Euronext Stand 15.05.2024.

Zum anderen spielt der Kanaltunnel eine wichtige Rolle im deutsch-britischen Handelsverkehr. Viele Warenströme zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich nutzen Landrouten durch Frankreich und Belgien und kreuzen den Ärmelkanal über Tunnel oder Fähren. Damit ist Getlink indirekt ein Infrastrukturbaustein für die deutsche Exportwirtschaft. Veränderungen bei Verkehrsvolumina oder Regulierungen im Tunnel können sich auf Lieferketten auswirken, die deutsche Unternehmen betreffen.

Darüber hinaus setzen viele institutionelle Anleger in Deutschland auf Themen wie Infrastruktur, nachhaltige Mobilität und stabile Cashflows. Getlink passt mit seinem Profil als Betreiber eines etablierten Verkehrskorridors und eines Strominterkonnektors in solche Themenstrategien. Die Dividendenpolitik spielt dabei eine Rolle: Das Unternehmen kündigte im Rahmen der Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2023 am 24.04.2024 an, eine Dividende für das Geschäftsjahr 2023 vorzuschlagen, was die Ausrichtung auf regelmäßige Ausschüttungen unterstreicht, laut Getlink Stand 24.04.2024.

Für deutsche Anleger, die bereits in europäische Verkehrsinfrastruktur investieren oder ihr Portfolio geografisch diversifizieren möchten, kann die Beobachtung der Getlink-Aktie daher sinnvoll sein. Die Entwicklung von Verkehrsdaten, regulatorischen Rahmenbedingungen und Energieprojekten im Umfeld des Unternehmens hat potenziell Auswirkungen auf die langfristige Ertragskraft und damit auf die Attraktivität der Aktie im europäischen Vergleich.

Welcher Anlegertyp könnte Getlink SE (Eurotunnel) in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Anleger, die sich für Infrastrukturwerte mit relativ stabilen, langfristigen Cashflows interessieren, könnten Getlink SE potenziell beobachten. Das Geschäftsmodell basiert auf einem bestehenden physikalischen Asset mit langer Konzession und einer weitgehend etablierten Nachfragebasis. Solche Profile werden von Investoren geschätzt, die auf planbare Erträge und Dividenden achten, etwa in langfristig ausgerichteten Depots oder im Rahmen einer defensiv orientierten Aktienstrategie.

Gleichzeitig ist Getlink jedoch einem Bündel von Risiken ausgesetzt, das nicht zu jedem Anlegertyp passt. Konjunkturabhängigkeit, Regulierung, Wechselkursschwankungen zwischen Euro und Britischem Pfund sowie mögliche politische Spannungen im Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien können sich auf Verkehrsströme auswirken. Risikosensitive Anleger, die starke Schwankungen im Verkehrsaufkommen oder Einschränkungen durch neue Regularien fürchten, könnten hier eine erhöhte Unsicherheit sehen.

Auch das Zinsniveau spielt eine Rolle, da Infrastrukturprojekte häufig fremdfinanziert sind und Veränderungen der Finanzierungskosten die Bewertung beeinflussen können. Investoren, die den Fokus auf wachstumsstarke Tech- oder Konsumtitel legen und wenig Interesse an kapitalintensiven Infrastrukturwerten haben, werden sich tendenziell weniger für die Aktie interessieren. Umgekehrt könnten langfristig orientierte Anleger mit einem Interesse an europäischen Verkehrsinfrastrukturen und Energiethemen die Aktie genauer verfolgen.

Risiken und offene Fragen

Zu den wesentlichen Risiken für Getlink zählt die Abhängigkeit vom politischen und regulatorischen Umfeld. Der Brexit hat gezeigt, wie sehr Grenzregime und Zollbestimmungen den Verkehrsfluss beeinflussen können. Künftige Änderungen in Handelsabkommen oder in Sicherheitsvorgaben könnten zu zusätzlichem Aufwand führen oder die Attraktivität des Tunnels für bestimmte Kundengruppen mindern. Der Konzessionsrahmen bietet zwar eine langfristige Betriebssicherheit, schließt jedoch Anpassungen von Gebühren und regulatorischen Bedingungen nicht aus.

Ein weiteres Risiko ist der Wettbewerb mit alternativen Transportmitteln, insbesondere Fähren und Flugverbindungen. Fällt der Preisvorteil oder Geschwindigkeitsvorteil des Tunnels im Vergleich zu diesen Alternativen in bestimmten Phasen weg, könnten Speditionen und Reisende andere Routen wählen. Zudem können strukturelle Veränderungen im Handel, etwa eine stärkere Regionalisierung von Lieferketten, das Wachstumspotenzial im Güterverkehr begrenzen.

Auf finanzieller Seite sind die Verschuldung und die Investitionsbedarfe zu berücksichtigen. Infrastrukturprojekte wie ElecLink erfordern hohe Anfangsinvestitionen, während die Erträge erst im Zeitverlauf entstehen. Steigende Zinsen können die Kosten der Refinanzierung erhöhen. Offen bleibt zudem, wie stark ElecLink langfristig zu stabilen Cashflows beiträgt und in welchem Umfang regulatorische Vorgaben in den Energiemärkten die Margen beeinflussen. Auch technische Risiken, etwa Störungen im Tunnelbetrieb oder der Strominfrastruktur, sind zu bedenken.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Für die Entwicklung der Getlink-Aktie spielen mehrere wiederkehrende Termine eine wichtige Rolle. Dazu gehören die Veröffentlichung von Verkehrsdaten, die das Unternehmen in der Regel monatlich publiziert. Diese Zahlen geben einen zeitnahen Einblick in die Entwicklung von Lkw-, Pkw- und Zugverkehren und dienen Investoren als Frühindikator für Umsatz- und Ergebnisdynamik. Die Veröffentlichung erfolgt laut Unternehmenskalender üblicherweise wenige Tage nach Monatsende, wie die Terminübersicht für Investoren zeigt, laut Getlink Stand 15.05.2024.

Hinzu kommen die Quartals- und Jahresberichte, in denen das Management ausführlich auf Geschäftsentwicklung, Strategie und Ausblick eingeht. Der Geschäftsbericht 2023 wurde am 24.04.2024 veröffentlicht und markierte damit einen wichtigen Informationspunkt für den Markt, laut Getlink Stand 24.04.2024. Die Hauptversammlung und die Dividendenentscheidung gelten ebenfalls als Katalysatoren, da dort über die Gewinnverwendung und strategische Schwerpunkte diskutiert wird.

Auf operativer Ebene können politische Ereignisse, etwa Änderungen in Grenz- oder Zollregeln zwischen der EU und Großbritannien, kurzfristige Bewegungen auslösen. Auch Entwicklungen im Energiesektor, die die Nutzung von ElecLink betreffen, etwa Änderungen von Netzengpässen oder regulatorischen Vorgaben für Interkonnektoren, können als Katalysatoren wirken. Schließlich spielen makroökonomische Faktoren wie Konjunktur, Energiepreise und Wechselkurse eine Rolle und beeinflussen die Erwartungen an Verkehrsmengen und Profitabilität.

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Fazit

Getlink SE (Eurotunnel) verbindet mit dem Kanaltunnel und dem ElecLink-Interkonnektor zwei zentrale Infrastrukturbereiche: Transport und Energie. Das Unternehmen profitiert von seiner einzigartigen Stellung im Verkehr zwischen Kontinentaleuropa und Großbritannien, steht aber zugleich im Wettbewerb mit Fähr- und Flugverbindungen sowie unter dem Einfluss politischer und regulatorischer Vorgaben. Für Anleger ergibt sich ein Profil mit langfristig orientiertem Infrastrukturcharakter, das von Verkehrsdaten, Energiepreisen und Wechselkursen geprägt wird. Wie sich die Kombination aus stabilen Cashflows, Investitionen in Konnektivität und der weiteren Entwicklung des deutsch-britischen Handels auf die Attraktivität der Aktie auswirkt, hängt maßgeblich von der künftigen Auslastung des Tunnels und dem regulatorischen Umfeld ab.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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