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Global X Copper Miners ETF: 43 Prozent Zoll-Wahrscheinlichkeit Januar 2027

20.06.2026 - 10:58:48 | boerse-global.de

Der Kupfer-ETF COPX profitiert vom KI-Boom, während mögliche US-Importzölle und ein technisches Verkaufssignal die Aussichten trüben.

Global X Copper Miners ETF: Zwischen Zoll-Risiko und KI-Boom
Global - Ein glänzendes Kupfererzstück, das eine digitale Wahrscheinlichkeitsgrafik mit '43%' und 'Jan 2027' widerspiegelt. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Kupfer-ETF steht zwischen zwei Mächten. Auf der einen Seite die Aussicht auf US-Importzölle, die den Markt durcheinanderwirbeln könnten. Auf der anderen Seite ein beispielloser Nachfrageschub durch Künstliche Intelligenz. Die Rechnung könnte für Anleger aufgehen – oder nach hinten losgehen.

Der Global X Copper Miners ETF (Kürzel: COPX) schloss am Freitag bei 85,48 US-Dollar. Über die Woche legte das Papier knapp drei Prozent zu. Auf Jahressicht steht ein Plus von stolzen 120 Prozent zu Buche.

Zoll-Entscheidung mit Sprengkraft

Das größte Fragezeichen für den Kupfermarkt kommt aus Washington. Präsident Donald Trump könnte in den kommenden Wochen Zölle auf raffiniertes Kupfer verhängen. Das Handelsministerium muss seine Prüfung bis Ende Juni abschließen.

Die Analysten von Morgan Stanley rechnen mit einer 43-prozentigen Wahrscheinlichkeit für einen 15-Prozent-Zoll ab Januar 2027. Ein solcher Schritt würde Handelsströme verschieben, Lagerbestände verändern und Preise beeinflussen.

Der Kupfer-Future fiel zuletzt unter 6,30 Dollar pro Pfund. Auslöser war die Wiederaufnahme der Exporte aus Rio Tintos Oyu-Tolgoi-Mine in der Mongolei – nach einer protestbedingten Unterbrechung. Anfang der Woche hatte Kupfer noch bei rund 6,50 Dollar pro Pfund notiert, nahe den Rekordhochs.

KI als Turbo für den Rohstoff

Phil Streible von Blue Line Futures spricht von einem „strukturellen KI-Kapitalzyklus-Play“. Kein Wunder. KI-Rechenzentren benötigen ein Vielfaches der elektrischen Leistung herkömmlicher Einrichtungen. Das bedeutet massive Kupfermengen für Verkabelung, Transformatoren und Stromverteilung.

Hinzu kommt ein milliardenschweres Signal aus Washington. Der Haushaltsentwurf des Verteidigungsministeriums für das Fiskaljahr 2027 sieht einen Anstieg um 42 Prozent vor. 46 Milliarden Dollar sind für ein mehrjähriges KI-Arsenal eingeplant – inklusive kupferintensiver Infrastruktur.

Der ETF mit rund 8,3 Milliarden Dollar Fondsvolumen bildet den Solactive Global Copper Miners Total Return Index ab. Kostenpunkt: 0,65 Prozent pro Jahr. Die größten Positionen waren zuletzt KGHM (5,5 Prozent), BHP (5,3 Prozent), Teck Resources (5,3 Prozent), Hudbay Minerals (5,3 Prozent) und Antofagasta (5,2 Prozent).

Technik trübt den Ausblick

Ein technisches Signal sorgt für Skepsis. Am 18. Juni rutschte die 10-Tage-Linie unter die 50-Tage-Linie – ein sogenannter Death Cross. Das deutet auf eine mögliche Trendwende nach unten hin.

Die fundamentalen Perspektiven bleiben dagegen intakt. J.P. Morgan rechnet für 2026 mit einem Defizit von 330.000 Tonnen raffiniertem Kupfer. Elektrifizierung, Urbanisierung und KI treiben die Nachfrage strukturell an.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Dollar-Zeichen oder die Zoll-Risiken die Oberhand gewinnen. Die Trump-Entscheidung könnte den Ausschlag geben – in beide Richtungen.

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