IREN, Aktie

IREN Aktie: 800 Megawatt in Bundey

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 20:43 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Spekulationen um einen Milliardenauftrag von Anthropic beflügelten IREN kurz, bevor Ernüchterung einsetzte. Analysten sehen hohe Risiken.

IREN Aktie: Spekulation um KI-Auftrag endet mit Kurssturz
IREN - Abstrakte, atmosphärische Szene der Energiewirtschaft mit erneuerbaren Energien wie Solarpaneelen und Windturbinen in einer weiten Landschaft. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Anthropic plant in Australien riesige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Die Spekulationen um einen milliardenschweren Zuschlag trieben die Papiere von Iris Energy (IREN) kurzzeitig an. Die Euphorie verflog jedoch rasch. Am Dienstag fiel die Aktie um über sieben Prozent auf 35,61 Euro. Anleger bewerten die Ausführungsrisiken nun deutlich nüchterner.

Kampf um das Milliarden-Projekt

Das KI-Startup Anthropic sucht in Australien nach enormen Kapazitäten. Bis Ende 2027 soll mindestens ein Gigawatt ans Netz gehen. Dafür steht ein Budget von 15 Milliarden US-Dollar im Raum. Berichten zufolge steht IREN auf der Auswahlliste. Das weckte zunächst große Hoffnungen.

Ein schneller Vertragsabschluss ist allerdings unwahrscheinlich. Marktbeobachter stufen die Pläne bisher als hochspekulativ ein. Sie basieren lediglich auf ersten Vorschlägen vom März. Analysten erwarten den finalen Auswahlprozess erst in einigen Wochen. Anthropic dürfte den Großauftrag obendrein auf mehrere Anbieter aufteilen.

Wandel vom Miner zum KI-Profiteur

IREN positioniert sich derweil aggressiv für diese hyperskalaren Aufträge. Der Konzern baut aktuell seinen ersten großen australischen Rechenzentrums-Campus. Die Anlage in Bundey soll 800 Megawatt Leistung bieten. Analysten von B. Riley sehen darin einen klaren Wettbewerbsvorteil. Der Standort erfülle die hohen Stromanforderungen großer KI-Entwickler ideal.

Das Projekt unterstreicht die neue Strategie des Unternehmens. IREN verlagert seinen Fokus vom Bitcoin-Mining auf Hochleistungsrechnen. Bis Ende 2026 peilt das Management einen wiederkehrenden Jahresumsatz von 3,7 Milliarden US-Dollar an. Neue Nvidia-Grafikchips sollen dieses rasante Wachstum absichern.

Lücke in der Bilanz

Trotz dieser Fantasien mahnen Analysten zur Vorsicht. Die Investmentbank Needham hat ihre Schätzungen für die kommenden zwei Jahre angepasst. Die Experten rechnen erst in der zweiten Geschäftsjahreshälfte mit nennenswerten Einnahmen aus neuen Großverträgen. Die entsprechende Infrastruktur muss dafür erst in Betrieb gehen.

Ein weiteres Problem drückt auf die Stimmung. Die neuen KI-Umsätze wachsen zwar rasant, können den Rückgang im Krypto-Geschäft aber noch nicht ausgleichen. IREN reduziert seine Mining-Aktivitäten gezielt zugunsten der KI-Arbeitslasten. Diese Übergangsphase belastet die aktuellen Quartalsergebnisse spürbar.

Der jüngste Kursrutsch hat das Chartbild massiv eingetrübt. Auf Monatssicht verzeichnet die Aktie ein Minus von rund 30 Prozent. Damit notiert das Papier weit unter dem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage. Dieser verläuft aktuell bei 47,03 Euro.

Die Volatilität bleibt mit annualisiert fast 87 Prozent extrem hoch. Ein kleiner Lichtblick: Der RSI-Wert von 36 signalisiert einen fast überverkauften Zustand. Neue Impulse erfordert nun der zügige Aufbau der lokalen Infrastruktur. Fließen die ersten Gelder aus den bestehenden Milliardenverträgen mit Microsoft und Nvidia in die Bilanz, liefert das harte Fakten gegen die anhaltende spekulative Nervosität.

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