Mehr Gran Turismo-Gefühl im Alltag, Aston Martin DB12 verfeinert die Sportwagen-Luxus-Mischung
20.06.2026 - 11:05:58 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: ad hoc news Fachredaktion B2B & Profi. Vor der Veroeffentlichung am 20.06.2026, 10:56 Uhr geprueft. Details im Impressum.
Der Aston Martin DB12 rollt wie eine britische Lounge auf vier Rädern an, während der V8-Biturbo im Hintergrund leise knurrt und das Cockpit nach Leder und Metall riecht. Einmal eingestiegen, wirkt der selbsternannte „Super Tourer“ deutlich moderner als frühere Modelle, aber noch immer bewusst analog im Gefühl. Genau diese Mischung aus Kraft, Handarbeit und Luxus macht im Alltag schnell klar, für wen dieses Coupé gebaut ist.
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Wie sich der DB12 in die Strategie von Aston Martin Lagonda einfügt und welche Rolle der Luxus-Sportwagen im Konzernportfolio spielt, zeigen weitere News und Analysen.
V8-Kraft und „Super Tourer“-Anspruch
Unter der langen Haube arbeitet beim Aston Martin DB12 ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit rund 680 PS und 800 Nm, der von Mercedes-AMG zugeliefert und von Aston Martin neu abgestimmt wird. Laut offizieller Produktbeschreibung beschleunigt das Coupé in etwa 3,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht über 320 km/h Höchstgeschwindigkeit. Damit positioniert die Marke den DB12 klar zwischen komfortablem Gran Turismo und ernsthaftem Sportwagen.
Im Alltag bedeutet das: Schon ein zarter Druck aufs Gaspedal lässt den Wagen nach vorne schießen, während der Klang eher tief und sonor bleibt als übertrieben laut. Wer den Tourer-Modus wählt, fährt überraschend entspannt, die Lenkung wirkt gelassen und die Achtgang-Automatik schaltet weich und unaufgeregt. Erst im Sport- oder Sport+-Programm spannt sich der Wagen hörbar an und wirkt direkter, ohne seine Langstrecken-Gene völlig zu verlieren.
Innenraum zwischen Handwerk und Technik
Im Innenraum dominiert beim Aston Martin DB12 eine Mischung aus handvernähtem Leder, Alcantara und kühlen Metallflächen, die sich deutlich hochwertiger anfühlt als bei vielen Vorgängern. Das Layout des Cockpits wurde grundlegend überarbeitet: Ein zentraler Touchscreen, ein digitales Kombiinstrument und ein bewusst reduziertes Tastenfeld bringen die Marke auf den Stand moderner Wettbewerber. Laut Hersteller setzt Aston Martin verstärkt auf ein eigenes Infotainment-System, statt auf zugekaufte Komplettlösungen.
Was auffällt: Die Sitzposition ist tief, aber nicht extrem eng, der Blick über die lange Motorhaube wirkt fast theatralisch. Auf längeren Strecken zahlt sich die gute Polsterung der Sitze aus, die trotz sportlicher Kontur relativ nachgiebig sind. Die Bedienung bleibt dabei bewusst etwas analoger als bei deutschen Premiumkonkurrenten, etwa durch echte Drehregler für Fahrmodi und Lautstärke. Das passt zum Charakter des Autos, kann aber bei Detailfunktionen wie Navigation oder Smartphone-Anbindung etwas Umgewöhnung erfordern.
Fahrwerk, Alltag und Schwächen
Technisch setzt der Aston Martin DB12 auf ein adaptives Fahrwerk mit mehreren Abstufungen, das je nach Modus von komfortabel bis sehr straff reicht. Die Lenkung wirkt im Normalmodus eher leichtgängig, gewinnt mit steigender Geschwindigkeit und im Sportmodus deutlich an Gewicht. Auf welligen Landstraßen filtert das Auto kurze Stöße gut weg, lässt bei wirklich groben Schlaglöchern aber durchblicken, dass hier weiterhin ein Sportwagen unterwegs ist.
Im Alltag zeigen sich einige typische GT-Schwächen: Der Kofferraum ist zwar für ein Wochenend-Gepäck ausreichend, für eine vierköpfige Familie mit großen Koffern wird es aber eng. Die Rücksitze bleiben vor allem eine symbolische Option oder ein Platz für Taschen. Auch die Übersicht nach hinten ist eingeschränkt, hier helfen Kamera und Sensorik, die aber in engen Parkhäusern schnell zum permanenten Beifahrer werden. Wer den DB12 als Daily Driver einsetzt, muss sich auf etwas mehr Aufmerksamkeit beim Rangieren einstellen.
Preis, Zielgruppe und Marktrolle
Beim Preis zielt der Aston Martin DB12 klar auf das obere Luxus-Segment, mit einem Niveau deutlich jenseits klassischer Oberklasse-Limousinen. Der Wagen spricht damit Kundinnen und Kunden an, die sich bewusst gegen ein Serienprodukt der großen Premium-Marken entscheiden und Wert auf Exklusivität sowie Handarbeit legen. Wer einen rein rationalen Kilometerfresser sucht, wird hier kaum glücklich werden, wer emotionale Autos mag, dafür umso mehr.
Im Ergebnis ist der DB12 weniger ein radikaler Sportler als ein sehr schneller, aber bemerkenswert feiner Langstreckenpartner. Für Aston Martin Lagonda ist das Modell zentral, weil es die historische DB-Linie fortführt und gleichzeitig ein moderneres Technik- und Designverständnis zeigt. Damit positioniert sich das Coupé als Scharnier zwischen Tradition und einem digitaleren, elektrifizierten Markenbild, das in den kommenden Jahren noch stärker werden dürfte.
Unternehmenskontext und Aktie im Blick
Aston Martin Lagonda nutzt den DB12 als Aushängeschild, um die Marke im Spannungsfeld aus exklusivem Luxus, Motorsport-DNA und anstehender Elektrifizierung präsent zu halten. Unterm Strich bleibt der Wagen ein bewusst emotionales Produkt, das eher Image und Marge stärkt, als auf große Stückzahlen zu zielen. Die Aktie von Aston Martin Lagonda (GB00BN7CG237) notiert an der London Stock Exchange, womit Anleger vor allem den britischen Heimatmarkt im Blick behalten sollten.
Kernfakten zum Aston Martin DB12
- Produkt: Aston Martin DB12
- Hersteller: Aston Martin Lagonda Ltd.
- Kategorie: B2B/Pro-Linie - Luxus-GT/Sportwagen
- Markteinfuehrung: 2023 als Nachfolger des DB11
- UVP / Preis: oberes Luxus-Segment, deutlich sechsstelliger Bereich
- Verfuegbarkeit: international über ausgewählte Aston-Martin-Händler
- Zielgruppe: zahlungskräftige Enthusiasten und Sammler mit Fokus auf Gran-Turismo-Modelle
- Besonderheit / USP: „Super Tourer“-Positionierung mit starkem V8-Biturbo und betont handwerklichem Innenraum
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