Microsoft Aktie: EU stuft Azure als Gatekeeper ein
29.06.2026 - 01:19:02 | boerse-global.de
Microsoft startet mit einer regulatorischen Hürde in die neue Handelswoche. Die EU-Kommission nimmt das Cloud-Geschäft ins Visier. Die Behörde will Azure künftig nach dem Digital Markets Act als Gatekeeper einstufen. Das bedeutet strengere Auflagen für einen der wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns.
Strengere Regeln für Azure
Azure ist der zweitgrößte Cloud-Dienst in der Europäischen Union. Die Behörde sieht die Plattform als zentrales Tor zwischen Unternehmen und Kunden. Zwar erfüllt Microsoft die rein rechnerischen Schwellenwerte des Gesetzes nicht. Die Kommission verweist aber auf die starke Marktposition und hohe Wechselkosten für Nutzer. Auch Amazon Web Services steht auf der Prüfliste. Beide Konzerne können sich nun zu den Vorwürfen äußern.
Milliarden für die Infrastruktur
Parallel dazu treibt Microsoft den Ausbau seiner Rechenzentren massiv voran. Im texanischen Pecos entsteht ein neuer Campus. Dieser soll die weltweite Kapazität um zwei Gigawatt erweitern. Das Projekt kostet über die nächsten Jahre mehrere Milliarden Dollar.
Die Nachfrage gibt dem Management recht. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz auf knapp 83 Milliarden Dollar. Das Azure-Wachstum lag bei starken 40 Prozent. Die Kehrseite: Die Bruttomarge im Cloud-Geschäft sank auf 66 Prozent. Die massiven Investitionen in künstliche Intelligenz belasten die Profitabilität.
Chartbild bleibt angeschlagen
Am Aktienmarkt hinterlassen die hohen Ausgaben Spuren. Im ersten Halbjahr verlor das Papier fast ein Viertel seines Wertes. Zuletzt zeigte sich eine erste Gegenbewegung. Am Freitag schloss die Aktie mit einem Plus von knapp sechs Prozent bei 327,90 Euro.
Damit löste sich der Kurs vom jüngsten Jahrestief. Der übergeordnete Abwärtstrend ist allerdings intakt. Die Aktie notiert weiterhin unter der 50-Tage-Linie von rund 353 Euro. Auch der 200-Tage-Durchschnitt bleibt in weiter Ferne. Die Folge: Das Chartbild bleibt angeschlagen.
In der neuen Woche blicken Investoren auf wichtige US-Konjunkturdaten. Die US-Börsen bleiben am Freitag wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen. Das verkürzt das Handelsfenster. Bereits am Dienstag stehen das Verbrauchervertrauen und neue Daten zu offenen Stellen an. Am Donnerstag folgt der offizielle US-Arbeitsmarktbericht. Diese Zahlen bestimmen maßgeblich, ob die Erholung der Technologieaktien weitergeht.
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