Nebius Aktie: 8 Milliarden für Béthune-Rechenzentrum
03.06.2026 - 01:03:00 | boerse-global.deAcht Milliarden Euro für einen ehemaligen Reifenwerk-Standort in Nordfrankreich. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verkündete am 1. Juni beim Investitionsgipfel „Choose France" die Pläne von Nebius für ein riesiges Rechenzentrum in Béthune — und gab damit erstmals eine konkrete Kapitalsumme für das Projekt bekannt.
Béthune wird zur KI-Fabrik
Das Gelände des früheren Bridgestone-Werks in Béthune soll zum zentralen europäischen Rechenzentrums-Standort von Nebius werden. Geplant sind 240 Megawatt Kapazität und rund 120 direkte Arbeitsplätze. Den Umbau führt Nebius gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Azur Datacenter durch.
Die Kapazitätszahl war bereits seit Februar bekannt. Neu ist die Investitionssumme von mehr als acht Milliarden Euro — das gibt dem Projekt eine andere Dimension.
Die erste Ausbaustufe mit 60 Megawatt soll ab Sommer 2026 in Betrieb gehen. Damit wäre Béthune nach lokalen Angaben Frankreichs erstes operatives Rechenzentrum, das ausschließlich auf künstliche Intelligenz ausgerichtet ist.
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Kurs dreht nach starkem Vortag ins Minus
Die Aktie reagierte volatil. Am Vortag, dem 1. Juni, hatte das Papier noch 14,5 Prozent zugelegt und dabei ein 52-Wochen-Hoch markiert. Mehr als 24 Millionen Aktien wechselten den Besitzer — deutlich über dem Durchschnitt.
Am 2. Juni folgte die Ernüchterung. Der Kurs eröffnete bei 272,13 Dollar, schwankte zwischen 260,66 und 282,65 Dollar und notierte zuletzt bei 262,23 Dollar — ein Minus von 0,86 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Das Handelsvolumen lag bei rund 11,7 Millionen Aktien.
Umsatz explodiert, Kapital fließt in Beton
Das Frankreich-Projekt steht nicht allein. Nebius befindet sich in einer kapitalintensiven Wachstumsphase. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 399 Millionen Dollar — nach 50,9 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA lag bei 129,5 Millionen Dollar.
Parallel dazu investierte das Unternehmen 2,47 Milliarden Dollar in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Ende März verfügte Nebius über liquide Mittel von 9,3 Milliarden Dollar.
Das Kapital fließt nicht nur nach Europa. In Pennsylvania sicherte sich Nebius Grundstücke und Stromkapazitäten von bis zu 1,2 Gigawatt für eine eigene KI-Fabrik. Strom und Fläche sind damit zur zentralen Wachstumsvariable geworden.
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Execution ist die eigentliche Frage
Die Marktreaktion zeigt: Investoren honorieren KI-Infrastruktur — aber sie beobachten genau, ob Ankündigungen auch umgesetzt werden. Standorte müssen pünktlich ans Netz gehen, Hardware muss beschafft, Megawatt müssen in Umsatz verwandelt werden.
Ein nächster Datenpunkt folgt bereits am 3. Juni. Mitgründer und Chief Business Officer Roman Chernin nimmt um 22:20 Uhr MESZ an einem Fireside Chat auf der BofA Securities Global Technology Conference teil.
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