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Redcare Pharmacy Aktie: 9,88% Short-Quote auf Rekordhoch

30.05.2026 - 21:26:52 | boerse-global.de

Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung, während Short-Seller auf 9,88 Prozent steigen. Analysten uneins über fairen Wert zwischen 74 und 150 Euro.

Redcare Pharmacy Aktie: 9,88% Short-Quote auf Rekordhoch - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Redcare Pharmacy Aktie: 9,88% Short-Quote auf Rekordhoch - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Kaufempfehlung von der Deutschen Bank, fast zehn Prozent der Aktien leerverkauft, und ein Kurs, der seit Jahresbeginn um rund 35 Prozent eingebrochen ist. Bei Redcare Pharmacy treffen gerade zwei Weltsichten aufeinander — und beide haben Argumente.

Deutsche Bank hält an Kaufempfehlung fest

Analyst Jan Koch von der Deutschen Bank bestätigte am 28. Mai sein „Buy"-Rating mit einem Kursziel von 99 Euro. Anlass war der Auftritt des Redcare-Managements auf der dbAccess European Champions Conference in Frankfurt. Das Management signalisierte dort Zuversicht für das Gesamtjahr — gestützt auf die bisherige Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Neue Finanzdaten oder strategische Ankündigungen gab es nicht.

Das Kursziel von 99 Euro liegt mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Kurs von 43,96 Euro. Das zeigt, wie weit Analysten und Markt derzeit auseinanderliegen.

Leerverkäufer erhöhen den Druck

Auf der anderen Seite stehen die Short-Seller. Die Short-Quote kletterte auf 9,88 Prozent — deutlich über dem Zwölfmonatsdurchschnitt von 6,32 Prozent. Sechs gemeldete Positionen machen zusammen 8,66 Prozent des Grundkapitals aus.

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Die Meinungsverschiedenheit zieht sich auch durch die Analystenlandschaft. Jefferies setzt das Kursziel bei 150 Euro an und verweist auf das Wachstum bei E-Rezepten. UBS hingegen warnt vor einer Abschwächung im Kerngeschäft mit rezeptfreien Produkten und nennt nur 74 Euro als fairen Wert. Der Gesamtkonsens von neun Analysten lautet zwar „Kaufen" — sieben empfehlen den Kauf, zwei raten zum Halten — doch die Spanne zwischen 74 und 150 Euro ist ungewöhnlich breit.

Wachstum ja, Margen nein

Die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 liefern Stoff für beide Lager. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 849 Millionen Euro. Das DACH-Segment wuchs um 19 Prozent, das internationale Geschäft um 16 Prozent. Der Nettoverlust sank leicht auf 10,5 Millionen Euro.

Das Margenbild trübt die Freude. Die Bruttomarge fiel von 23,3 auf 21,0 Prozent. Redcare nennt drei Gründe: schärferer Wettbewerb im OTC-Segment, ein höherer Anteil verschreibungspflichtiger Produkte und ein Rx-Bonusprogramm, das seit Mitte September 2025 läuft. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 1,7 Prozent. Das Jahresziel von mindestens 2,5 Prozent bleibt damit eine echte Herausforderung.

Die Liquidität fiel bis Ende März auf 135 Millionen Euro. Im Quartal kaufte Redcare Wandelanleihen im Volumen von 64,5 Millionen Euro zurück.

Investitionsjahr mit Fragezeichen

Das internationale Geschäft steht besonders unter Beobachtung. Redcare ist in sieben Märkten aktiv — darunter Frankreich, Belgien, Italien und die Niederlande — und peilt für 2026 ein ausgeglichenes bereinigtes EBITDA im Auslandsgeschäft an. Das mittelfristige Margenziel hat das Unternehmen bereits von über 8 auf über 5 Prozent gesenkt.

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2026 gilt intern als Investitionsjahr. In Pilsen entsteht ein neues Logistikzentrum, am Standort Sevenum laufen Automatisierungsarbeiten.

Im April gab es auch personelle Veränderungen. Chief Commercial Officer Dirk Brüse verließ den Vorstand aus persönlichen Gründen. CEO Olaf Heinrich übernimmt die CCO-Aufgaben übergangsweise, die Suche nach einem Nachfolger läuft. Auf der Hauptversammlung Ende April wurden drei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt, darunter Max Müller von Bayer AG.

Am 29. Juli legt Redcare den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob das Umsatzwachstum aus dem ersten Quartal anhält — und ob die Marge tatsächlich den Weg zur Jahreszielmarke von 2,5 Prozent einschlägt.

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