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Strategy Aktie: Verkauf für die Dividende

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Strategy verkauft überraschend viele Bitcoin zur Dividendenausschüttung. Der Milliardenverlust im zweiten Quartal drückt zusätzlich auf die Stimmung.

Strategy Aktie: Bitcoin-Verkauf für Dividenden belastet Kurs
Strategy - Abstrakte Finanzmarktszene, die einen strategischen Verkauf für Dividendenzwecke darstellt, mit einem Fokus auf Neuausrichtung und Wachstum. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Michael Saylors Bitcoin-Wette bekommt einen ungewohnten Nebenschauplatz: Um Dividenden auf seine Vorzugsaktien zu bezahlen, musste Strategy in der vergangenen Woche deutlich mehr Bitcoin verkaufen als der Markt erwartet hatte. Parallel meldete das Unternehmen für das zweite Quartal einen der größten Bewertungsverluste seiner Geschichte.

Der Verkauf im Detail

Strategy hat in zwei Tranchen insgesamt 3.588 Bitcoin veräußert — 1.363 Stück am 30. Juni, weitere 2.225 Stück am 6. Juli. Der Erlös von rund 216 Millionen Dollar fließt in die Dividendenzahlungen auf die sogenannten Digital-Credit-Wertpapiere des Unternehmens, eine Form von Vorzugsaktien, mit denen Strategy seine Bitcoin-Käufe teilweise refinanziert. On-Chain-Analysten hatten zunächst nur rund 491 BTC identifiziert — die tatsächliche Verkaufsmenge fiel damit deutlich höher aus als erwartet. Es ist die größte operative Bitcoin-Veräußerung des Unternehmens seit der steuerlichen Verlustverrechnung im Jahr 2022. Nach dem Verkauf hält Strategy weiterhin rund 843.000 Bitcoin.

Der Vorgang sorgte auch abseits der Kursbewegung für Aufsehen: Zwei Trader verklagen die Prognoseplattform Polymarket, weil diese eine Wette darauf, ob Strategy noch vor Ende Mai Bitcoin verkaufen würde, nachträglich mit "Nein" aufgelöst hatte — obwohl das Unternehmen den Verkauf in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht bereits dokumentiert hatte. Der Fall zeigt, wie genau die Krypto-Community jede Bewegung in Strategys Bitcoin-Bestand verfolgt.

Milliardenverlust belastet die Stimmung

Für das am 30. Juni beendete Quartal wies Strategy einen Verlust von 8,32 Milliarden Dollar auf seine digitalen Vermögenswerte aus. Der Betrag ergibt sich aus der Neubewertung des Bitcoin-Bestands und spiegelt in erster Linie den Kursrückgang der Kryptowährung im Berichtszeitraum wider, nicht einen operativen Cashflow-Verlust.

Der Krypto-Fear-and-Greed-Index rutschte im Zuge der Nachrichten von 28 auf 25 Punkte ab — ein Wert, der weiterhin Angst signalisiert. Bitcoin selbst reagierte zunächst mit einem kurzen Rücksetzer unter die 62.000-Dollar-Marke, erholte sich aber rasch wieder. Am Montag kletterte die Kryptowährung zeitweise auf 64.400 Dollar, den höchsten Stand seit über zwei Wochen. Bernstein bekräftigte ungeachtet des Strategy-Verkaufs sein Kursziel von 150.000 Dollar für Bitcoin bis Jahresende.

Der nächste Impuls für den Kryptomarkt und damit indirekt für Strategys Bitcoin-Bestand kommt an diesem Mittwoch: Um 20:00 Uhr MESZ veröffentlicht die US-Notenbank die Protokolle ihrer Juni-Sitzung, bei der sich neun von 18 FOMC-Mitgliedern für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr ausgesprochen hatten. Wie hawkish die Tonlage tatsächlich ausfiel, dürfte mitentscheiden, ob Bitcoin den jüngsten Rücksetzer schnell wieder wettmacht — und damit auch, wie sich der Marktwert von Strategys verbliebenen 843.000 Bitcoin in den kommenden Wochen entwickelt.

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