TSMC Aktie: 72 Prozent Marktanteil trotz Ausverkauf
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 15:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Starke Fundamentaldaten, schwache Kurse. Bei TSMC klaffen Realität und Marktstimmung derzeit weit auseinander. Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger baut seine Monopolstellung massiv aus. Dennoch rutschte die Aktie am Dienstag um 2,52 Prozent auf 386,50 Euro ab.
Die Kluft zur Konkurrenz wächst
Der jüngste Rücksetzer trübt die langfristige Erfolgsbilanz kaum. Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Kursplus von fast 42 Prozent auf der Anzeigetafel. Operativ deklassiert der taiwanesische Konzern seine Rivalen.
Zum Jahresauftakt steigerte TSMC den Umsatz um 41 Prozent. Der restliche Markt für reine Auftragsfertiger wuchs zeitgleich lediglich um neun Prozent. Damit kontrolliert das Unternehmen nun 72 Prozent des globalen Foundry-Sektors.
Milliarden für den Ausbau
Analysten der Citi haben ihre Schätzungen für die Investitionsausgaben massiv nach oben korrigiert. Für die Jahre 2027 und 2028 erwarten sie ein Budget von bis zu 80 Milliarden US-Dollar. Das Geld fließt primär in modernste Fertigungskapazitäten.
Bis Ende 2028 soll die Produktion auf 400.000 Wafer pro Monat steigen. Treiber dieser Expansion ist der ungebrochene Hunger nach KI-Chips. Dieser weitet sich von Servern zunehmend auf Netzwerk-Chips und maßgeschneiderte Prozessoren aus. Ein prominentes Beispiel ist die erweiterte Partnerschaft zwischen Broadcom und Apple.
Samsung löst Kettenreaktion aus
Südkorea liefert den Auslöser für den aktuellen Kursrutsch. Samsung Electronics präsentierte am Dienstag explodierende operative Gewinne. Dennoch brach die Aktie der Südkoreaner in Seoul um fast sieben Prozent ein.
Marktteilnehmer fürchten eine mögliche Überproduktion im Speichermarkt. Diese sogenannte KI-Müdigkeit erfasste schnell den gesamten asiatischen Tech-Sektor. TSMC verlor auf Wochensicht 7,54 Prozent an Wert. Das überrascht, da der Konzern als unangefochtener Hauptprofiteur der KI-Infrastruktur gilt.
Prognoseanhebung erwartet
Der Fokus richtet sich nun auf die anstehenden Quartalszahlen. Die Wall Street erwartet für das zweite Quartal einen Umsatz von rund 40 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Hinterlegungsschein soll bei etwa 3,80 US-Dollar liegen.
Analysten rechnen fest mit einer Anhebung der Jahresprognose. Starke Auftragseingänge bei modernen Verpackungstechnologien und Hochleistungsrechnern stützen diese These. Das Management präsentiert die offiziellen Ergebnisse und den weiteren Ausblick auf der Telefonkonferenz Mitte Juli.
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