Unicredit Aktie: 42,5 Prozent Commerzbank-Kontrolle erreicht
20.06.2026 - 11:08:58 | boerse-global.de
Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht in die nächste Runde. UniCredit meldet fast die halbe Kontrolle über das deutsche Geldhaus. Die Frankfurter wehren sich massiv gegen die Zahlen aus Italien.
Am Ende der ersten Frist haben 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktionäre das Tauschangebot angenommen. Addiert man bestehende Anteile und Derivate, kommt UniCredit auf 42,5 Prozent. Die Italiener bieten 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier.
Anleger belohnen diesen Kurs. Die UniCredit-Aktie schloss am Freitag bei 79,85 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von gut neun Prozent. Der Kurs notiert nur hauchdünn unter dem 52-Wochen-Hoch von 80,91 Euro.
Streitfall Derivate
Genau diese Gesamtrechnung sorgt für Ärger. Die Commerzbank hält die Zahlen für irreführend. Das Management argumentiert, die eingereichten Aktien stammten größtenteils von UniCredits eigenen Derivate-Partnern. Echte, unabhängige Investoren seien kaum dabei.
Die Frankfurter haben deshalb die Finanzaufsicht BaFin eingeschaltet. UniCredit verfolgt derweil ein anderes Ziel. Die Italiener wollen die Schwelle von 30 Prozent nach deutschem Übernahmerecht knacken. Die Folge: massiver Einfluss auf künftige Entscheidungen.
Verwässerung und Kursziele
Für UniCredit-Aktionäre rückt nun die Finanzierung in den Fokus. Das Management darf bis zu 470 Millionen neue Aktien ausgeben. Diese Papiere fließen als Gegenleistung an die Commerzbank-Aktionäre. Eine hohe Annahmequote bedeutet also mehr Verwässerung.
Analysten bleiben trotzdem optimistisch. Die Bank of America hob das Kursziel auf 100 Euro an und rät zum Kauf. Der Konsens sieht die Aktie bei knapp 86 Euro. Achtzig Prozent der Experten empfehlen den Einstieg.
Charttechnisch zeigt der Trend klar nach oben. Der RSI-Wert von knapp 68 signalisiert starkes Momentum ohne extreme Überkaufung. Fällt der Kurs zurück, bietet der 50-Tage-Durchschnitt bei 71,07 Euro eine erste massive Unterstützung.
Die weitere Richtung entscheidet sich im laufenden zweiten Annahmefenster. Steigt die Quote deutlich, wächst UniCredits strategische Macht. Bleibt sie niedrig, schwindet das Risiko einer starken Verwässerung für die Altaktionäre.
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