Volkswagen Aktie: 50.000 Stellen bis 2030
20.06.2026 - 13:45:02 | boerse-global.de
Volkswagen schüttet Milliarden an seine Aktionäre aus. Parallel dazu streicht der Konzern weltweit Zehntausende Stellen. Bei Europas größtem Autobauer klaffen Anspruch und Realität weit auseinander. Am Freitag fiel die Aktie um 4,66 Prozent auf 80,54 Euro.
Kritik an der Ausschüttung
Der jüngste Kursrutsch hat einen technischen Grund. Die Aktie handelte am Freitag ex Dividende. Aktionäre erhalten 5,26 Euro je Vorzugsaktie, was einer milliardenschweren Gesamtausschüttung entspricht.
Umweltverbände kritisieren diese Summe scharf. Schließlich brach der Gewinn im vergangenen Jahr drastisch ein. Der Überschuss sank um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.
Das alte Modell hat ausgedient
Vorstandschef Oliver Blume findet klare Worte. Das jahrzehntelang erfolgreiche Geschäftsmodell funktioniere nicht mehr. Die operative Marge fiel zuletzt auf magere 2,8 Prozent. Die Folge: ein massiver Umbau.
Um den Konzern zukunftsfähig aufzustellen, greift das Management hart durch:
* Stellenabbau: Bis 2030 fallen weltweit rund 50.000 Arbeitsplätze weg.
* Kapazitäten: Die Produktion sinkt von 12 auf 9 Millionen Fahrzeuge jährlich.
* Modellstreichungen: Der Touran fällt weg. Das T-Roc Cabriolet folgt 2027.
Trotz der harten Einschnitte hält Volkswagen an seinen Zielen fest. Im laufenden Jahr peilt der Vorstand eine Marge von bis zu 5,5 Prozent an. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll dieser Wert auf zehn Prozent steigen. Dafür investiert der Autobauer 186 Milliarden Euro in die Elektromobilität.
Kurs sucht nach Halt
An der Börse überwiegt die Skepsis. Seit Jahresanfang verlor das Papier rund 24 Prozent an Wert. Der Kurs notiert gefährlich nah am jüngsten 52-Wochen-Tief von 79,02 Euro.
Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt mittlerweile über 15 Prozent. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 29 eine stark überverkaufte Lage. Ein technischer Rebound ist damit jederzeit möglich. Ein nachhaltiger Aufwärtstrend erfordert jedoch sichtbare Erfolge bei der Kostensenkung.
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