Muss Google eine Milliardenstrafe zahlen? EU-Urteil erwartet
02.07.2026 - 07:35:00 | dpa.deDie EuropĂ€ische Kommission hatte das BuĂgeld in Rekordhöhe von 4,34 Milliarden Euro 2018 verhĂ€ngt, weil sie dem Tech-Riesen vorwirft, Herstellern von Android-Smartphones und Mobilfunkanbietern illegale BeschrĂ€nkungen auferlegt zu haben, um die Marktdominanz seiner Suchmaschine zu stĂ€rken.
Android wird bei Google entwickelt und ist fĂŒr GerĂ€te-Hersteller kostenlos. Allerdings mussten Hersteller, die eine Lizenz fĂŒr Googles App-Store haben wollten, immer gleich ein Paket aus Google-Apps installieren, darunter den Browser Chrome und die Google-Suche. Die EU-Kommission, die fĂŒr die Einhaltung von Wettbewerbsregeln in der EU zustĂ€ndig ist, sah unter anderem darin einen VerstoĂ.
Die BrĂŒsseler Behörde kritisierte darĂŒber hinaus eine Vereinbarung, nach der Anbieter von GerĂ€ten mit Google-Diensten keine Smartphones mit alternativen, nicht von Google genehmigten Android-Versionen verkaufen durften.
Niederlage fĂŒr Google in erster Instanz
Google hatte gegen die Entscheidung der EU-WettbewerbshĂŒter geklagt und vor dem EU-Gericht in erster Instanz bereits eine Schlappe erlitten: Die Luxemburger Richterinnen und Richter senkten den Betrag des BuĂgelds in ihrem Urteil von 2022 lediglich auf 4,125 Milliarden Euro. Dagegen legten das Unternehmen und sein Mutterkonzern Alphabet US02079K3059 Einspruch beim Gerichtshof der EuropĂ€ischen Union (EuGH) ein.
Google steht immer wieder wegen seiner GeschĂ€ftspraktiken vor Gericht. Erst am Mittwoch fiel in Schweden ein Urteil, dass der Tech-Riese der Klarna-Tochter GB00BMHVL512 Pricerunner umgerechnet knapp 1,3 Milliarden Euro Schadenersatz zahlen muss. Von EU-Seite hat das Unternehmen schon mehrere hohe Wettbewerbsstrafen aufgebrummt bekommen - manche wurden gerichtlich bestĂ€tigt, andere kassiert. Der Konzern konnte die BuĂgelder bisher wegen des boomenden Online-WerbegeschĂ€fts gut verkraften.
