Xiaomi Aktie: 457-Millionen-Verlust im Quartal
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 15:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Auf der Rennstrecke jagt Xiaomi Rundenrekorde. In der Produktion punktet der Konzern mit nachhaltigen Materialien. An der Börse sieht die Realität allerdings düsterer aus. Der massive Ausbau der Elektroauto-Sparte reißt tiefe Löcher in die Bilanz.
Die Aktie notiert aktuell bei nur 2,60 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier einen drastischen Wertverlust erlitten. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro ist der Kurs mittlerweile über 60 Prozent entfernt.
Fortschritte bei Fertigung und Tempo
Xiaomi treibt die Entwicklung seiner Flotte rasant voran. Mit einer speziellen Legierung setzt das Unternehmen auf rein recyceltes Aluminium für die Karosserie. Das Material kommt in den Modellen SU7 und YU7 zum Einsatz. Pro Fahrzeug spart die Technik knapp 800 Kilogramm CO? ein. Bei einer angestrebten Jahresproduktion von über einer halben Million Autos ergibt das eine massive Entlastung.
Parallel dazu greift Xiaomi im Performance-Segment an. Der im Mai 2026 eingeführte Sport-SUV YU7 GT verbesserte kürzlich seinen eigenen Nordschleifen-Rekord. Die gestoppte Zeit: knapp 7:23 Minuten. Zudem testen die Chinesen neue Aerodynamik-Pakete für den SU7 Ultra. Das Ziel: den Nürburgring-Rekord von Porsche knacken.
Die finanziellen Folgen des Wachstums
Diese aggressive Strategie kostet enorm viel Geld. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Auslieferungen zwar auf rund 80.800 Fahrzeuge. Der Umsatz der Sparte erreichte dabei fast drei Milliarden US-Dollar.
Die Kosten wachsen jedoch noch schneller. Der operative Quartalsverlust lag bei 457 Millionen US-Dollar. Rechnerisch verliert Xiaomi damit etwa 5.600 Dollar pro verkauftem Auto. Vor einem Jahr lag dieses Minus bei lediglich 900 Dollar.
Die Bruttomarge im EV-Geschäft sank folglich von 23,2 auf 20,1 Prozent. Das Management macht dafür schwindende Kaufanreize und steigende Teilepreise verantwortlich. Ein ungünstiger Modellmix drückt ebenfalls auf die Profitabilität.
Europa im Visier
Auf dem chinesischen Heimatmarkt festigt Xiaomi seine Position. Das Vertriebsnetz wächst dort kontinuierlich. Der nächste logische Schritt ist die internationale Expansion.
In der zweiten Jahreshälfte 2027 startet der Verkauf in Europa. Ein Forschungszentrum in München existiert bereits. Hält der Kostendruck bei Material und Entwicklung an, dürfte dieser Schritt die Profitabilität der Autosparte vorerst weiter belasten.
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