30 Jahre nach geplantem Anschlag - GestÀndnis vor Gericht
17.03.2025 - 11:19:4730 Jahre nach einem gescheiterten Sprengstoffanschlag in Berlin lĂ€uft der Prozess auf BewĂ€hrungsstrafen fĂŒr zwei mutmaĂliche damalige Linksextremisten hinaus. Der Vorsitzende Richter Gregor Herb schlug am Beginn des ersten Verhandlungstages eine sogenannte VerstĂ€ndigung zwischen AnklĂ€gern und Angeklagten vor: Danach sei eine GefĂ€ngnisstrafe zwischen einem Jahr und zehn Monaten und zwei Jahren, ausgesetzt zur BewĂ€hrung, fĂŒr die beiden Angeklagten möglich, wenn sie GestĂ€ndnisse ablegten.
Auch die Untersuchungshaft solle dann umgehend beendet werden, sagte der Richter. Die Angeklagten könnten demnach das GefĂ€ngnis verlassen. Bundesanwaltschaft und Verteidiger stimmten zu. Die beiden Verteidiger verlasen kurze GestĂ€ndnisse von Peter K. (65) und Thomas W. (62), die nach 30 Jahren Flucht, Untertauchen und Exil in SĂŒdamerika in der vergangenen Woche aus Venezuela nach Deutschland zurĂŒckgekehrt waren.
Dem Prozess vorausgegangen waren laut Rechtsanwalt Lukas Theune GesprĂ€che ĂŒber die jetzt vorgestellte VerstĂ€ndigung. Solche Absprachen im Strafprozess sind in geeigneten FĂ€llen zulĂ€ssig. Sie sollen vor allem die Arbeitsbelastung der Justiz mindern, bieten aber auch Angeklagten Vorteile.
Der Prozess soll nach aktuellem Stand noch weitere drei Verhandlungstage dauern und im April mit dem Urteil enden.Â
Laut ihrem GestĂ€ndnis planten Peter K. und Thomas W. und ein inzwischen gestorbener Komplize im April 1995 den Anschlag auf das im Bau befindliche AbschiebegefĂ€ngnis in Berlin-GrĂŒnau. DafĂŒr fĂŒllten sie mehr als 120 Kilogramm Sprengstoff in Propangasflaschen. Zum Anschlag kam es nicht: Auf einem Parkplatz in der NĂ€he der Haftanstalt sollten die Bomben umgeladen werden - doch eine zufĂ€llig vorbeifahrende Polizeistreife kam dazwischen. Die MĂ€nner flĂŒchteten.


