Arbeitsmarkt, Gesellschaft

Führende Ökonomen fordern Rücknahme des Rentenpakets

23.11.2025 - 15:49:24

21 namhafte Ökonomen und Wissenschaftler anderer Fachrichtungen dringen darauf, dass die Bundesregierung das geplante Rentenpaket vollständig stoppt.

"Rentenpaket zurückziehen", ist der gemeinsame Appell der Wissenschaftler überschrieben, über den das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) berichtet. "Für Stabilität, Verlässlichkeit und Vertrauen braucht es eine Rentenpolitik mit langem Atem, die berechenbar und fiskalisch nachhaltig ist", heißt es in dem Aufruf, der am Montag veröffentlicht werden soll. "Das geplante Rentenpaket der Bundesregierung bestehend aus Rentenniveauhaltelinie, Mütterrente, Aktivrente und Frühstartrente, verfehlt dieses Ziel." In einem gemeinsamen Gastbeitrag für das "Handelsblatt" schreiben drei der Unterzeichner - Michael Eilfort, Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, Ifo-Präsident Clemens Fuest sowie Jörg Rocholl, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium -, die Reformpläne der schwarz-roten Bundesregierung verstießen gegen zentrale Prinzipien erfolgreicher Rentenpolitik.

Vor allem die Rentenniveauhaltelinie und die geplante Ausweitung der Mütterrente belasteten die öffentlichen Finanzen erheblich, kritisieren Fuest, Eilfort und Rocholl. Mit Blick auf die politischen Folgen warnen die Ökonomen vor überhasteten Entscheidungen. "Es wäre für das Vertrauen in die Politik fatal, wenn jetzt Entscheidungen durchgedrückt würden, die bereits in wenigen Jahren zwangsläufig drastische negative finanzielle Folgen hätten", heißt es in dem Gastbeitrag. Die Autoren plädieren stattdessen für eine langfristige Orientierung. "Solange es an einem überzeugenden Reformkonzept sowie einem tragfähigen Ausgleich fehlt, ist es besser, den gesetzlichen Status quo [?] wirken zu lassen", schreiben sie. Die Rentenkommission sei ein geeigneter Rahmen, um "eine fiskalisch nachhaltige Reform in die Wege zu leiten".

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Bürgergeld: Ministerium fürchtet hohe Kosten durch Arbeitspflicht Der Vorstoß von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zur Einführung einer Arbeitspflicht für Bürgergeld-Empfänger stößt im Bundesarbeitsministerium von Bärbel Bas (SPD) auf Skepsis.Zwar könnten Arbeitsgelegenheiten "dazu beitragen, Tagesstrukturen zu stabilisieren und Mitwirkungsbereitschaft zu fördern", sagte eine Sprecherin der "Bild" (Montagausgabe) auf Anfrage. (Sonstige, 09.02.2026 - 07:37) weiterlesen...

Reiche klagt erneut über geringe Arbeitsstunden in Deutschland Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat bekräftigt, dass die Anzahl der Arbeitsstunden der Beschäftigten in Deutschland zu gering sei."Wir verlieren, weil das gesamte Arbeitsvolumen über das Jahr geringer ist als in anderen OECD-Staaten", sagte Reiche der "Bild am Sonntag". (Politik, 08.02.2026 - 10:31) weiterlesen...

SPD schlägt Gesundheitsabgabe auf alle Einkommensarten vor Die SPD schlägt eine neue Abgabe zur Finanzierung des Gesundheitssystems vor. (Politik, 08.02.2026 - 09:37) weiterlesen...

Schulze fordert Gegenleistungen für Bürgergeld Der neue Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), spricht sich für eine stärkere Verpflichtung von Bürgergeldempfängern zu gemeinnützigen Tätigkeiten aus. (Politik, 08.02.2026 - 08:37) weiterlesen...

Bundesregierung weiter für geschlechtergerechte Sprache Nach dem Gender-Urteil im Fall einer Mitarbeiterin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verteidigt die Bundesregierung die sogenannte "geschlechtergerechte Sprache". (Politik, 06.02.2026 - 14:08) weiterlesen...

JU sieht Einsparpotenzial von Dutzenden Milliarden im Sozialetat Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, erhöht in der Debatte um Sozialreformen den Druck auf den Koalitionspartner SPD. (Politik, 05.02.2026 - 07:48) weiterlesen...