Israel, PalÀstinensergebiete

Zentralrats-Vize: Israelische Wirtschaft wird in Kriegszeit leiden

16.10.2023 - 14:55:58

Abraham Lehrer, VizeprĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland, erwartet, dass der Einzug von rund 300.000 Menschen zum MilitĂ€rdienst in Israel eine erhebliche Belastung fĂŒr viele jungen Start-ups vor Ort darstellen wird.

"Das sind hĂ€ufig Betriebe mit zwei, drei Mitarbeitern, die fĂŒr eine gute Idee Geld von Investoren aufgetrieben haben", sagte der ehemalige Software-Unternehmer aus Köln dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe). Wenn bei denen nur ein Mitarbeiter fehle, seien sie hĂ€ufig nicht mehr arbeitsfĂ€hig.

"Die Wirtschaft wird in dieser Kriegszeit leiden, das ist unvermeidlich", prognostiziert Lehrer. Auch die Investitionsgelder aus dem Ausland, die fĂŒr die Start-up-Szene wesentlich sind, wĂŒrden angesichts der unsicheren Lage erst mal stark zurĂŒckgehen. "Das wird das Schrumpfen noch verstĂ€rken", fĂŒrchtet Lehrer. Der Krieg werde die Handelsbeziehung von israelischen Firmen mit allen auslĂ€ndischen Partnern massiv belasten. "Da werden viele Projekte und VertrĂ€ge auf Eis gelegt", warnte er. Im Moment erfahre Israel viel UnterstĂŒtzung und SolidaritĂ€t und sei dafĂŒr sehr dankbar, "aber ich wĂŒnsche mir, bleibt bitte an Israels Seite, wenn die Bodenoffensive beginnt", appelliert der VizeprĂ€sident des Zentralrats. "Israel hat SolidaritĂ€t nicht nur in der SchwĂ€che verdient, sondern auch, wenn es wehrhaft ist."

@ dts-nachrichtenagentur.de