Abrechnungsbetrug: Rekordschaden bei der KKH
Veröffentlicht am: 23.07.2025 um 06:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas teilte die bundesweit tÀtige Krankenkasse mit. Im Vorjahr waren es rund 3,5 Millionen Euro.
Den gröĂten Schaden richteten ambulante Pflegedienste an - ĂŒber 4,1 Millionen Euro. Es gingen 479 neue Hinweise auf mögliches Fehlverhalten im Gesundheitswesen bei der KKH ein. Die meisten VerdachtsfĂ€lle entfielen auf die ambulante Pflege (270), dahinter Physiotherapiepraxen (62) und Arztpraxen (21). Die hĂ€ufigsten Betrugsmaschen: nicht erbrachte Leistungen, unqualifiziertes Personal und fehlende Zulassungen.
"Diese illegal erschlichenen Gelder fehlen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Versicherten und können sich daneben auch auf die Höhe der KassenbeitrĂ€ge auswirken", sagte KKH-Chefermittler Emil Penkov. Hinter den Zahlen steckten teils lebensgefĂ€hrliche Situationen - etwa, wenn PflegebedĂŒrftige von ungelerntem Personal versorgt wĂŒrden.
Auch Apotheken (rund 500.000 Euro Schaden) und KrankenhĂ€user (rund 365.000 Euro) tauchen in der Statistik auf. Mehr als eine halbe Million Euro habe die KKH zurĂŒckgeholt. Um Betrug effektiver aufzudecken, fordert Penkov mehr spezialisierte Ermittlungsstellen in allen BundeslĂ€ndern sowie den gezielten Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI).
"Wir mĂŒssen das Dunkelfeld proaktiv erhellen. KI-Algorithmen können Betrugsstrukturen und FĂ€lle aus dem groĂen Pool an Abrechnungsdaten aller Kassen herausfiltern und zentral fĂŒr alle Ermittler bereitstellen", so Penkov. Aktuell zĂ€hlt die KKH rund 1,5 Millionen Versicherte, ein Haushaltsvolumen von etwa 8,2 Milliarden Euro sowie rund 4.000 BeschĂ€ftigte und gehört damit zu den groĂen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.
