Ărztetag fĂŒr EntschĂ€rfung von Abtreibungsregeln
30.05.2025 - 11:32:33Der Deutsche Ărztetag hat sich fĂŒr eine EntschĂ€rfung der Abtreibungsregeln in Deutschland ausgesprochen. Wie die BundesĂ€rztekammer mitteilte, wurde am Donnerstag in Leipzig ein entsprechender Beschluss gefasst. Das «Deutsche Ărzteblatt» und die «Ărzte-Zeitung» hatten zuvor darĂŒber berichtet.
Der Interessenverband plĂ€diert demnach in einem von der Versammlung angenommenen Beschlussantrag dafĂŒr, SchwangerschaftsabbrĂŒche in den ersten zwölf Wochen auĂerhalb des Strafgesetzbuchs zu regeln. Die Beratungspflicht fĂŒr ungewollt Schwangere soll gleichzeitig beibehalten werden.
Versorgung und Rechtssicherheit stÀrken
«Das trĂ€gt nach unserer EinschĂ€tzung dazu bei, die Versorgung der ungewollt Schwangeren sowie die Rechtssicherheit der den Abbruch durchfĂŒhrenden Ărztinnen und Ărzte zu stĂ€rken. Gerade in der Beratungspflicht liegt die Chance, auch das werdende Leben zu schĂŒtzen», hieĂ es von der BundesĂ€rztekammer.Â
Politisch ist ein solcher Schritt aktuell nicht geplant. Vor der Bundestagswahl im Februar hatten sich SPD und GrĂŒne dafĂŒr eingesetzt, scheiterten im Bundestag aber an der nötigen Mehrheit. Ein Entwurf von mehr als 300 Abgeordneten sah vor, SchwangerschaftsabbrĂŒche bis zur 12. Woche nach der EmpfĂ€ngnis auĂerhalb des Strafgesetzbuchs zu regeln.
Abtreibungen grundsÀtzlich rechtswidrig - Ausnahmeregeln
Im Strafgesetzbuch-Paragraf 218 ist festgehalten, dass Abtreibungen in Deutschland grundsĂ€tzlich rechtswidrig sind. Durch Ausnahmeregeln sind sie zwar innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen straffrei, wenn die Frau sich zuvor hat beraten lassen. Auch wenn bestimmte medizinische GrĂŒnde vorliegen oder nach einer Vergewaltigung sind AbbrĂŒche möglich, ohne sich strafbar zu machen.
Gegner sehen in der bestehenden Regelung aber eine Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs. Sie schaffe Hindernisse fĂŒr den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung, hieĂ es im entsprechenden Gesetzentwurf. Diejenigen, die eine Schwangerschaft beenden wollten, wĂŒrden genauso stigmatisiert wie Anbieter entsprechender Gesundheitsdienste und Helfer.


