Thorsten Frei, Arbeitszeitgesetz

Acht-Stunden-Tag: Thorsten Frei pocht auf Abschaffung

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 09:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Unionsfraktionschef Thorsten Frei will die im Koalitionsvertrag vereinbarte Möglichkeit einer wöchentlichen statt tĂ€glichen Höchstarbeitszeit umsetzen. In der SPD gibt es dafĂŒr Forderungen nach Tarifbindung und vollstĂ€ndiger elektronischer Zeiterfassung; zugleich kritisiert Frei SteuerplĂ€ne der Koalition.

Koalitionsstreit ĂŒber Arbeitszeit und Steuern

  • Thorsten Frei beruft sich auf eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit.
  • Jusos und weitere SPD-Gruppierungen verlangen TarifvertrĂ€ge und elektronische Arbeitszeiterfassung als Bedingungen.
  • Frei kritisiert außerdem die geplante Plastiksteuer und den Umfang der Einkommensteuerreform.
Thorsten Frei am 14.10.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Thorsten Frei drÀngt auf flexiblere Arbeitszeit

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, pocht auf die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages. Er beruft sich dabei auf den Koalitionsvertrag, der im Einklang mit der europÀischen Arbeitszeitrichtlinie eine wöchentliche statt einer tÀglichen Höchstarbeitszeit ermöglichen soll.

SPD-Gruppierungen nennen Bedingungen

„Im Koalitionsvertrag haben wir glasklar vereinbart, im Einklang mit der europĂ€ischen Arbeitszeitrichtlinie die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer tĂ€glichen Höchstarbeitszeit zu schaffen - auch und gerade im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte Frei dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Mehrere Gruppierungen der SPD, darunter die Jusos, hatten zuletzt Bedingungen fĂŒr eine Abschaffung des Acht-Stunden-Tages gestellt. Die EinfĂŒhrung solle nur in Betrieben mit TarifvertrĂ€gen möglich sein und außerdem an eine vollstĂ€ndige elektronische Erfassung der Arbeitszeiten gekoppelt werden, heißt es in einem gemeinsamen Strategiepapier.

Frei kritisiert geplante Plastiksteuer

Skeptisch Ă€ußerte sich Frei zudem ĂŒber den Gesetzentwurf von Umweltminister Carsten Schneider und Finanzminister Lars Klingbeil zur EinfĂŒhrung einer Plastiksteuer. „Die Plastiksteuer wĂŒrde einen enormen bĂŒrokratischen Aufwand erfordern, der in keinem angemessenen Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis steht“, sagte der CDU-Politiker.

„Deswegen werden wir uns sehr genau anschauen, ob das wirklich der richtige Weg ist“, fĂŒgte Frei hinzu. Damit stellt er auch dieses Vorhaben der Koalition unter PrĂŒfung.

Unionsfraktionschef fordert weitere Entlastungen

EnttĂ€uscht zeigte sich Frei ĂŒber den Umfang der von Klingbeil geplanten Einkommensteuerreform. „Wir haben uns auf Maßnahmen bei der Einkommensteuer geeinigt, insbesondere fĂŒr Familien und Arbeitnehmer“, sagte er.

„NatĂŒrlich hĂ€tten wir uns weitere Entlastungen gewĂŒnscht“, erklĂ€rte Frei. Die Debatte ĂŒber Arbeitszeit und Steuerpolitik verbindet damit Fragen der betrieblichen FlexibilitĂ€t mit Forderungen nach Entlastung von Familien und Arbeitnehmern.

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Die Debatte ĂŒber den Acht-Stunden-Tag berĂŒhrt den Kern des deutschen Arbeitszeitrechts. Nach dem geltenden Arbeitszeitgesetz darf die werktĂ€gliche Arbeitszeit grundsĂ€tzlich acht Stunden nicht ĂŒberschreiten; eine VerlĂ€ngerung auf bis zu zehn Stunden ist möglich, wenn im Ausgleichszeitraum der Durchschnitt von acht Stunden eingehalten wird. Der Koalitionsvertrag sieht nach dem dts-Faktenkern eine stĂ€rkere Orientierung an einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit vor.

Eine solche Umstellung wĂŒrde den Betrieben mehr Spielraum bei der Verteilung der Arbeitszeit geben. BeschĂ€ftigte könnten an einzelnen Tagen lĂ€nger arbeiten und die Arbeitszeit an anderen Tagen verkĂŒrzen. FĂŒr Familien kann das flexiblere Modelle ermöglichen, zugleich hĂ€ngt der praktische Nutzen davon ab, wie DienstplĂ€ne, Ruhezeiten, Überstunden und die Kontrolle der Arbeitszeit geregelt werden.

Tarifbindung und Zeiterfassung im Streit

Die von Jusos und weiteren SPD-Gruppierungen genannten Bedingungen zielen auf Schutzmechanismen: Eine Begrenzung auf tarifgebundene Betriebe wĂŒrde die Reform stĂ€rker an kollektiv ausgehandelten Regeln ausrichten. Die geforderte vollstĂ€ndige elektronische Arbeitszeiterfassung soll Transparenz schaffen und unbezahlte oder nicht dokumentierte Mehrarbeit verhindern.

Damit stehen sich zwei politische Ziele gegenĂŒber: mehr FlexibilitĂ€t fĂŒr Unternehmen und BeschĂ€ftigte auf der einen, verbindliche Kontrollen auf der anderen Seite. Die weiteren Streitpunkte ĂŒber Plastiksteuer und Einkommensteuerreform zeigen zugleich, dass die Koalition mehrere wirtschafts- und sozialpolitische Vorhaben parallel austarieren muss.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Deutschlandfunk: „Aus fĂŒr den Achtstundentag? Was die neue Arbeitszeitreform wirklich bedeutet“ (16.10.2026)

Der Beitrag ordnet die geplante Reform als Vereinbarung von Union und SPD fĂŒr flexiblere Arbeitszeiten ein. Im Mittelpunkt stehen die praktischen Folgen und die unterschiedlichen Interessen, wĂ€hrend die dts-Meldung vor allem den Vorstoß von Thorsten Frei und die Bedingungen aus der SPD beschreibt.

n-tv: „Wischen Plastiksteuer vom Tisch": SPD verĂ€rgert ĂŒber Union (17.10.2026)

Der Artikel beleuchtet Freis Vorbehalte gegen die Plastiksteuer und legt den Schwerpunkt auf den Konflikt innerhalb der Koalition. Damit ergĂ€nzt er die dts-Meldung, die neben der Arbeitszeit auch den bĂŒrokratischen Aufwand und die geplante Einkommensteuerreform thematisiert.

Gemeinsam ist den BeitrÀgen der Fokus auf innerkoalitionÀre Zielkonflikte. Unterschiedliche Schwerpunkte liegen bei der arbeitsrechtlichen Reform und bei der Plastiksteuer; offen bleibt, unter welchen konkreten Bedingungen die Vorhaben umgesetzt werden.

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