Trumps Zoll-Pause lÀsst weltweit Aktienkurse emporschnellen
10.04.2025 - 09:14:41Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag bis zum Mittag krĂ€ftig zugelegt. Die Anleger reagierten positiv auf die Entscheidung von US-PrĂ€sident Donald Trump, Sonderzölle fĂŒr zahlreiche LĂ€nder auszusetzen. Zuvor hatten schon die Aktienbörsen an der New Yorker Wall Street und in Ostasien zur Aufholjagd angesetzt.Â
Das deutsche Börsenbarometer Dax lag am Mittag bei 20.670 Punkten - 1.000 Punkte oder 5 Prozent höher als zum Vortagesschluss. Zum Handelsauftakt hatte das Plus sogar gut 8 Prozent betragen, dann bröckelten die Kurse wieder etwas ab.
Trump hatte mit der AnkĂŒndigung hoher Einfuhrzölle in der vergangenen Woche eine Talfahrt an den Börsen ausgelöst. Nach heftigen Turbulenzen an Börsen und FinanzmĂ€rkten Ă€nderte er am Mittwoch seinen Kurs und setzte gerade erst in Kraft getretene Zusatzzölle fĂŒr 90 Tage aus.Â
Zehn-Prozent-Zoll gilt weiterhin
FĂŒr die meisten LĂ€nder soll aber weiter ein allgemeiner Importzoll von zehn Prozent gelten. Die Zölle fĂŒr Waren aus China erhöhte Trump hingegen weiter auf nun 125 Prozent.
Chinas AuĂenamt reagierte mit scharfen Tönen. Die USA setzten Zölle als Waffe ein, um maximalen Druck auszuĂŒben und sich zu bereichern, sagte Sprecher Lin Jian in Peking. MaĂnahmen gegen diese Schikane der Vereinigten Staaten zu ergreifen, diene dem Schutz von Chinas Sicherheit und Entwicklungsinteressen sowie der Wahrung des multilateralen Handelssystems. Washingtons «rĂŒckschrittliche MaĂnahmen» seien letztlich zum Scheitern verurteilt.Â
EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen nannte Trumps Richtungswechsel einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung der Wirtschaft. «Klare, vorhersehbare Bedingungen sind fĂŒr das Funktionieren von Handel und Lieferketten unerlĂ€sslich.» Die EuropĂ€ische Union setze sich weiterhin fĂŒr konstruktive Verhandlungen mit den USA ein, mit dem Ziel, einen reibungslosen und fĂŒr beide Seiten vorteilhaften Handel zu erreichen.
US-PrÀsident reagierte auf Unruhe
Trump begrĂŒndete sein Umschwenken damit, die «Leute» seien etwas unruhig und «ein bisschen Ă€ngstlich» geworden. Ăkonomen hatten in den Zusatzzöllen ein erhöhtes Risiko fĂŒr eine Rezession in den USA gesehen.Â
Es hatte sich auch abgezeichnet, dass Investoren US-Staatsanleihen abstoĂen könnten - eine besorgniserregende Entwicklung fĂŒr die Zukunft der amerikanischen Finanzen. Marktbeobachter mutmaĂen, dass diese Entwicklung die Zollpause herbeigefĂŒhrt haben könnte. Handelsminister Howard Lutnick bestritt das in einem Interview des Wirtschaftssenders CNBC.
Unter Analysten auch SkepsisÂ
Das Echo bei deutschen Börsenexperten auf Trumps Schwenk fiel unterschiedlich aus. «Die Nachrichten zeigen, dass die Trump-Administration auf die verschlechterten volkswirtschaftlichen Aussichten und die Marktturbulenzen reagiert», stellte Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank mit verhaltenem Optimismus fest. Seiner Ansicht nach könnte das aktuelle Kursniveau auf lÀngere Sicht interessant sein.
Kritischer fiel das Urteil von Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets aus. «Wirtschaft besteht aus Vertrauen und hier hat der US-PrĂ€sident in den vergangenen Wochen viel Porzellan zerschlagen», so Stanzl. Universelle Zölle von zehn Prozent wĂŒrden zudem weiterhin gelten.





