Charité, Arbeitsbedingungen

Hunderte Ärzte der Berliner CharitĂ© streiken

25.04.2024 - 03:24:03

Ärzte der Berliner CharitĂ© sind mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden und streiken fĂŒr mehr Gehalt. Einige Eingriffe mĂŒssen deswegen verschoben werden.

Mehrere hundert Ärztinnen und Ärzte der Berliner CharitĂ© wollen heute fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld streiken. Der Marburger Bund hat die insgesamt rund 2700 Ärzte der drei CharitĂ©-Standorte zu einem ganztĂ€gigen Warnstreik aufgerufen, wie mitgeteilt wurde. Die zentrale Kundgebung soll um 9.30 Uhr am Robert-Koch-Platz stattfinden. Anschließend ist ein Umzug ĂŒber die Reinhardtstraße zum Washingtonplatz geplant. Ein Notdienst ist nach Angaben des Marburger Bunds eingerichtet.

«Wir registrieren eine hohe Streikbereitschaft unter unseren Mitgliedern. Viele haben den Eindruck, dass ihren Leistungen zu wenig WertschĂ€tzung entgegengebracht wird», erklĂ€rte der Vorstandschef des Marburger Bundes Berlin/Brandenburg, Peter Bobbert. Im Ă€rztlichen Alltag wĂŒrden immer mehr Überstunden und zusĂ€tzliche Dienste angehĂ€uft.

In den Tarifverhandlungen mit der CharitĂ© fordert der Marburger Bund unter anderem eine Lohnsteigerung um 12,5 Prozent, eine Anhebung der NachtzuschlĂ€ge und die EinfĂŒhrung eines neuen Zuschlages fĂŒr Arbeit in Randzeiten. In bislang drei Verhandlungsrunden versuchte die Gewerkschaft eigenen Angaben zufolge eine Einigung mit der CharitĂ© zu erreichen. «Das vorgelegte Angebot, von jeweils 2,3 Prozent lineare Entgelterhöhung fĂŒr 2024 und 2025 sowie eine theoretische Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf einheitlich 40 Stunden, ist völlig unzureichend», kritisierte die Gewerkschaft in einer Mitteilung. 

Wegen des Streiks seien planbare und nicht dringende Eingriffe verschoben worden, sagte ein CharitĂ©-Sprecher auf Anfrage. Betroffene Patienten wurden demnach kontaktiert. «Zeitkritische Tumoroperationen, Transplantationen, Operationen von Kindern, die Versorgung von Patientinnen und Patienten nach Schlaganfall, Herzinfarkten und anderen NotfĂ€llen werden wir durchfĂŒhren.»

@ dpa.de