Krah, Kannte

Krah: Kannte Jian G. seit 2015

03.05.2024 - 14:50:50

AfD-Europa-Spitzenkandidat Krah lernte seinen spÀteren Mitarbeiter Jian G. in seiner Zeit als Anwalt kennen. In der Geheimdienst-AffÀre wirft er dem Verfassungsschutz eine gezielte Aktion vor.

AfD-Europaspitzenkandidat Maximilian Krah kannte seinen ehemaligen Mitarbeiter Jian G., der wegen mutmaßlicher Spionage fĂŒr China in Untersuchungshaft sitzt, nach eigenen Angaben seit weniger als zehn Jahren. «Also ich kenne meine ehemaligen Mitarbeiter seit 2015. Er war mit seiner Firma Mandant in meiner Anwaltskanzlei. Zu einem Zeitpunkt, als ich noch nicht AfD-Mitglied war», sagte Krah in einem Video-Interview des AfD-nahen Youtube-Kanals «Neverforgetniki». Krah war frĂŒher Mitglied der CDU und wechselte den Informationen auf seiner Internetseite zufolge 2016 zur AfD.

In dem bereits am Donnerstag veröffentlichten GesprĂ€ch griff der Europaabgeordnete erneut die Sicherheitsbehörden an und stellte die Festnahme seines Mitarbeiters in Zusammenhang mit der bevorstehenden Europawahl: «(...) genau zum Zeitpunkt der Briefwahlkampagne diese Bombe platzen zu lassen, da bleibe ich dabei, das ist kein Zufall. Hier arbeitet jemand gezielt und hier haben wir es tatsĂ€chlich mit einer Aktion des Verfassungsschutzes zu tun (...)». Krah hatte den Behörden bereits im «Stern» vorgeworfen, Kenntnisse ĂŒber Jian G. gehabt, ihn aber «pflichtwidrig zu keinem Zeitpunkt gewarnt oder informiert» zu haben.

AfD im Angriffmodus

Die AfD ist nach dem ersten Schock in der Spionage-AffÀre mittlerweile vom Verteidigungs- in den Angriffsmodus gewechselt und positioniert sich als Opfer einer möglichen Kampagne. «Es besteht der Verdacht, dass dieser Mann bewusst vom Verfassungsschutz auf die AfD angesetzt wurde, um unserer Partei zu schaden», hatte Sachsens AfD-Chef Jörg Urban Anfang der Woche zum Fall Jian G. erklÀrt. Parteichef Chrupalla hatte beim Wahlkampfauftakt der AfD gesagt, es sei abenteuerlich, «mit welchen Mitteln unsere Partei zersetzt werden soll».

Bekannt ist, dass Jian G. vor einigen Jahren versucht hatte, fĂŒr den Bundesnachrichtendienst (BND) zu arbeiten, der lehnte jedoch eine Zusammenarbeit nach dpa-Informationen ab. SpĂ€ter wurde der Mann dem Vernehmen nach beim sĂ€chsischen Verfassungsschutz vorstellig. «Bild» hatte unter Berufung auf Nachrichtendienst-Akten berichtet, der sĂ€chsische Verfassungsschutz habe G. 2007 als Informanten eingetragen.

Er habe Hinweise ĂŒber möglichen AktivitĂ€ten chinesischer Nachrichtendienste in Deutschland geliefert etwa gegen chinesische Oppositionelle und Hinweise zu Personen, Firmen und Gruppierungen mit möglichen Kontakten zu chinesischen Nachrichtendiensten. Acht Jahre spĂ€ter geriet er diesen Informationen zufolge aber wegen des Verdachts Doppelagent zu sein, selbst ins Visier der Geheimdienste.

Schuster weist Spekulationen der AfD zurĂŒck

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) hat Spekulationen um eine Verwicklung des sĂ€chsischen Verfassungsschutzes in den mutmaßlichen Spionagefall im Umfeld des AfD-Europapolitikers Maximilian Krah zurĂŒckgewiesen. «Die höchst spekulativen öffentlichen Unterstellungen der AfD gegenĂŒber den Behörden des Freistaates Sachsen entbehren jeder Grundlage», sagte er im Landtag. «Einen Bezug des sĂ€chsischen Landesamtes fĂŒr Verfassungsschutzes zu einem Mitglied des Europaparlamentes gibt es nicht.» Die sĂ€chsischen Behörden hĂ€tten akkurat gehandelt.

@ dpa.de