Alexander Zverev wird in Wien Nummer eins der Tennis-Welt
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZverev vor deutschem Davis-Cup-Ziel
- Zverev löst am kommenden Montag den verletzten Italiener Jannik Sinner an der ATP-Spitze ab.
- Der Hamburger ist der 30. Spieler seit 1973 an der Spitze der Weltrangliste.
- Nach Wien stehen für Zverev die ATP Finals in Turin und die Davis-Cup-Endrunde in Bologna an.
Zverev übernimmt nach Wien die ATP-Spitze
Alexander Zverev hat den Sprung an die Spitze der Weltrangliste perfekt gemacht und wird am kommenden Montag den Italiener Jannik Sinner als Nummer eins ablösen. Der 29-Jährige setzte sich beim Turnier in Wien im Achtelfinale mit 6:4, 7:5 gegen den Niederländer Tallon Griekspoor durch.
Damit wird Zverev als zweiter männlicher Deutscher nach Boris Becker die Spitze der Tennis-Welt anführen. Für den Hamburger erfüllt sich damit ein großer sportlicher Traum.
30. Spieler an der Ranglistenspitze
Zverev ist der 30. Profi, der die 1973 eingeführte ATP-Weltrangliste anführt. Becker war vor gut 35 Jahren der bislang letzte deutsche Tennisspieler auf der Topposition.
Bei den deutschen Tennisspielerinnen hatten Steffi Graf und Angelique Kerber die Nummer eins der WTA-Rangliste erreicht. Zverev hatte bereits vor gut zwei Wochen erklärt, die Position sei für ihn ein Traum, in Wien gab er sich mit Blick auf den Zeitpunkt des Wechsels jedoch gelassen.
Zwei Grand-Slam-Titel in diesem Jahr
Der Erfolg gegen Griekspoor gelang Zverev nach einem schnellen Break und einem umkämpften zweiten Satz. Den entscheidenden Aufschlaggewinn holte er sich zum 6:5, wenig später verwandelte er den Sieg unter den Augen seiner Freundin Sophia Thomalla.
Zverev hatte in dieser Saison zunächst die French Open und anschließend die US Open gewonnen. Bei den US Open fehlte Sinner wegen einer Knieverletzung, während der Spanier Carlos Alcaraz nach einer Handgelenksverletzung zurückkehrte.
Medwedew spricht Zverev Erfolg zu
Der frühere Weltranglistenerste Daniil Medwedew stellte sich hinter Zverev. Die erspielten Punkte seien der faire Maßstab im Tennis, sagte der Russe, und Zverev verdiene den Erfolg vollständig.
Für Zverev stehen in diesem Jahr noch die ATP Finals in Turin und die Davis-Cup-Endrunde in Bologna an. Die ATP Finals will er zum dritten Mal gewinnen; im Davis Cup wartet Deutschland seit dem Titel von 1993 auf den nächsten Erfolg.
Alexander Zverevs Aufstieg an die Spitze beendet eine ungewöhnlich lange deutsche Durststrecke im Männer-Tennis. Boris Becker war zuletzt vor gut 35 Jahren die Nummer eins; bei den Frauen hatten Steffi Graf und Angelique Kerber diese Position erreicht. Zverev wird damit der 30. Spieler seit Einführung der ATP-Weltrangliste im Jahr 1973, der das Ranking anführt.
Die Rangliste bewertet nicht einzelne Turniersiege, sondern die über einen längeren Zeitraum erzielten Punkte. Zverev profitiert dabei auch davon, dass Jannik Sinner wegen einer Verletzung sein Saisonende vorzeitig beenden musste. Zugleich hat der Hamburger in diesem Jahr selbst die entscheidenden Ergebnisse geliefert: Mit zwei Grand-Slam-Titeln und dem Einzug ins Viertelfinale von Wien sammelte er genügend Punkte für den Sprung.
Spitze und Saisonziele
Der Wechsel an der Spitze ist deshalb mehr als ein formaler Ranglistenwechsel. Zverev kann seine Position bei den ATP Finals in Turin weiter untermauern und strebt dort seinen dritten Titel an. Danach folgt für die deutsche Mannschaft die Davis-Cup-Endrunde in Bologna. Ein Erfolg dort würde die Saison des 29-Jährigen und des deutschen Tennis-Teams zusätzlich aufwerten.
Die Debatte über Sinners Verletzung und die Ausfälle weiterer Topspieler begleitet Zverevs Aufstieg. Sie ändert jedoch nichts an der sportlichen Logik der Rangliste: Entscheidend sind die erspielten Punkte. Mit dem Sieg gegen Tallon Griekspoor hat Zverev den erforderlichen Schritt in Wien vollzogen.
