Investition, Governance

Alte Rohre, neuer Druck: Wie Europa seine Wasserinfrastruktur zukunftsfÀhig macht

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 13:04 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Bremen - Europas Wasserinfrastruktur steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Alternde Anlagen, der Klimawandel, ein sich verĂ€ndernder Bedarf und strengere Anforderungen erhöhen die Notwendigkeit von Wassersystemen, die nicht nur heute zuverlĂ€ssig funktionieren, sondern auch ĂŒber Jahrzehnte hinweg resilient, anpassungsfĂ€hig und effizient bleiben.
Alte Rohre, neuer Druck: Wie Europa seine Wasserinfrastruktur zukunftsfÀhig macht - Bild: presseportal.de

Swecos neue Studie Alte Rohre, neuer Druck: Die Umgestaltung der europĂ€ischen Wasserinfrastruktur zeigt, dass es nicht reicht, einfach mehr zu investieren, um diesen Wandel zu bewĂ€ltigen. Entscheidend ist, strategischer zu investieren, also bessere Entscheidungen zu treffen, lebenswichtige Versorgungsleistungen zu stĂ€rken und einen höheren langfristigen Mehrwert fĂŒr Kommunen, Versorger und die Umwelt zu schaffen.

Die EuropĂ€ische Kommission schĂ€tzt die jĂ€hrliche InvestitionslĂŒcke im EU-Wassersektor auf 23 Milliarden Euro. Der Erneuerungsbedarf ist erheblich. Schon heute investieren Wasserversorger in Europa jĂ€hrlich rund 52,5 Milliarden Euro in Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur. Doch angesichts steigender Nachfrage, sich verschlechternder Wasserressourcen und der Inflation hĂ€lt das Investitionswachstum nicht Schritt.

Mehr Geld allein wird das Problem jedoch nicht lösen. Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich Investitionen dorthin lenken, wo sie langfristig den grĂ¶ĂŸten Nutzen schaffen?

Wie unterschiedlich die Ausgangslage in Europa ist, zeigt ein Blick auf die Pro-Kopf-Investitionen: Sie reichen von rund 37 Euro in Lettland bis zu 335 Euro in Norwegen, der europĂ€ische Durchschnitt liegt bei 82 Euro. Hohe Ausgaben allein sind aber noch kein Beleg dafĂŒr, dass die Netze in einem nachhaltigen Tempo erneuert werden.

Eine Erneuerungsaufgabe, die in Jahrhunderten gemessen wird

Auf Basis von EurEau-Daten (2026) zu den jĂ€hrlichen Investitionen hat Sweco berechnet, wie lange es beim derzeitigen Investitionstempo dauern wĂŒrde, die Trinkwassernetze vollstĂ€ndig zu erneuern.

Die Ergebnisse zeigen ein deutliches MissverhĂ€ltnis zwischen Erneuerung und Alterung der Infrastruktur. Auf Grundlage der gemeldeten NetzlĂ€ngen und der aktuellen Reinvestitionsraten reicht die erforderliche Zeit von rund 90 Jahren in Belgien bis zu rund 1.000 Jahren in Finnland. In Litauen sind es rund 330 Jahre, in Polen 250 Jahre und in mehreren anderen LĂ€ndern zwischen 120 und 200 Jahren. FĂŒr Deutschland ergibt die SchĂ€tzung rund 166 Jahre - deutlich mehr als die technische Lebensdauer von etwa 100 Jahren, die fĂŒr Leitungen aus duktilem Gusseisen hĂ€ufig angesetzt wird.

Daraus ergibt sich eine klare Chance fĂŒr eine intelligentere Investitionslogik. Anstatt Anlagen allein aufgrund ihres Alters zu ersetzen, sollten Investitionen nach Zustand, Dringlichkeit, Ausfallfolgen, Klimarisiken und Systemleistung priorisiert werden. So lassen sich VersorgungskontinuitĂ€t, Resilienz und Ressourceneffizienz verbessern.

Wasserverluste als Warnsignal im Netz

Wie sich zu geringe Investitionen auswirken, zeigt sich besonders deutlich an den Wasserverlusten. Der Indikator Non-Revenue Water beschreibt, wie viel aufbereitetes Wasser keine Einnahmen erzielt - etwa durch Leckagen, Messungenauigkeiten oder nicht abgerechnete Entnahmen. Die Unterschiede zwischen den LÀndern sind erheblich: In DÀnemark gehen weniger als 500 Kubikmeter pro Kilometer NetzlÀnge und Jahr verloren, in Norwegen mehr als 3.500.

Die Reduzierung von Leckagen gilt als eine der kosteneffizientesten Maßnahmen fĂŒr mehr Resilienz. Denn Verluste zu vermeiden ist in der Regel gĂŒnstiger, als zusĂ€tzliches Wasser zu gewinnen und aufzubereiten.

Von der Erneuerung zur Resilienz: vier ÜbergĂ€nge

Die Studie fordert eine neue Investitionslogik und beschreibt dafĂŒr vier ÜbergĂ€nge:

Wie sich diese ÜbergĂ€nge in der Praxis umsetzen lassen, beschreibt die Studie in sieben konkreten Maßnahmen - vom risikobasierten Priorisieren bis zur Wahl des richtigen Investitionszeitpunkts.

Projekte in ganz Europa zeigen, wie Daten, Modellierung und interdisziplinÀre Expertise gezieltere Investitionen ermöglichen.

Zusammen zeigen diese Projekte, wie sich die Wasserinfrastruktur weiterentwickelt. In Zukunft geht es nicht nur darum, Leitungen, Pumpen und KlĂ€ranlagen zu erneuern, sondern auch darum, die physische Infrastruktur mit Daten, Modellierung und Erkenntnissen zu verknĂŒpfen, um ĂŒber den gesamten Anlagenlebenszyklus hinweg bessere Entscheidungen zu treffen.

Das Potenzial ist groß: In der EU gibt es mehr als 30.300 kommunale KlĂ€ranlagen. Allein durch Effizienzsteigerungen ließen sich dort jĂ€hrlich ĂŒber 5,5 Terawattstunden Strom einsparen - etwa so viel, wie eine Million schwedische Haushalte pro Jahr verbrauchen.

Wie gut ist Europas Wasserinfrastruktur auf Klimawandel, Wasserknappheit, PFAS und strengere Vorgaben vorbereitet und welche Investitionen bringen den grĂ¶ĂŸten Nutzen? Die Studie Alte Rohre, neuer Druck: Die Umgestaltung der europĂ€ischen Wasserinfrastruktur liefert Zahlen, Analysen und Praxisbeispiele aus ganz Europa, darunter:

Sweco plant und gestaltet die nachhaltigen StĂ€dte und Gemeinden der Zukunft. Mit dem kollektiven Wissen unserer 23.000 Architekt*innen, Ingenieur*innen und anderer Expert*innen arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden daran, den grĂŒnen Wandel zu unterstĂŒtzen, das Potenzial der Digitalisierung bestmöglich zu nutzen und die WettbewerbsfĂ€higkeit und WiderstandsfĂ€higkeit Europas zu stĂ€rken. Sweco ist der fĂŒhrende europĂ€ische Anbieter fĂŒr Architektur- und Ingenieurdienstleistungen mit einem Umsatz von rund 2,9 Mrd. EUR in 2025. Das Unternehmen ist im Nasdaq Stockholm gelistet. www.sweco-gmbh.de

Pressekontakt:

Katrin Zeuschner
Communications Director
E-Mail: marketing@sweco-gmbh.de

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