Russland und China rekrutieren private Saboteure und Spione
25.03.2025 - 09:30:38Deutsche Behörden und Unternehmen mĂŒssen sich aus Sicht des Verfassungsschutzes besser wappnen gegen Sabotage und Spionage durch staatliche, halbstaatliche und private Akteure, die im Auftrag auslĂ€ndischer Geheimdienste handeln. MĂ€chte wie Russland und China setzen nach EinschĂ€tzung des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) nicht mehr nur auf den staatlichen Sicherheitsapparat, die Staatsmedien und auf Diplomatie. Sie nutzten inzwischen vielmehr auch staatseigene Hochschulen oder Unternehmen und beauftragten zunehmend private Akteure fĂŒr bestimmte Aufgaben, erklĂ€rte der VizeprĂ€sident der Sicherheitsbehörde, Sinan Selen, anlĂ€sslich der alljĂ€hrlichen Sicherheitstagung, die das BfV zusammen mit der Allianz fĂŒr Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) ausrichtet.
Pakete mit BrandsÀtzen
Selen verwies in diesem Zusammenhang auf mehrere Beispiele fĂŒr mutmaĂliche Sabotage aus den vergangenen Monaten - dazu zĂ€hlen VorfĂ€lle auf deutschen Kriegsschiffen, zu denen die Ermittlungen noch laufen, ebenso wie Pakete mit BrandsĂ€tzen, die aufgegeben wurden, sowie BrandanschlĂ€ge auf ein Einrichtungshaus in Litauen und ein Einkaufszentrum in Polen. Die Zuordnung zu einem auslĂ€ndischen Nachrichtendienst sei im Einzelfall manchmal schwierig. Schon die Summe derartiger Ereignisse sorge allerdings dafĂŒr, dass es schwerfalle, hier an ZufĂ€lle zu glauben.
Laut Selen hat die prorussische Hackergruppe, die nach bisherigem Kenntnisstand den Internetauftritt der MĂŒnchner Sicherheitskonferenz und des Konferenzhotels Bayerischer Hof mit einem Ăberlastungsangriff vorĂŒbergehend lahmgelegt hatte, im Februar insgesamt 110 Websites angegriffen. Zu den Zielen gehörten dabei auch Websites von Polizeibehörden und regionalen Verkehrsbetrieben. Angesichts der aktuellen geopolitischen «Zeitenwende» sei es notwendig, schnell darauf zu reagieren, dass Handels- und InvestitionsflĂŒsse zunehmend geopolitisch beeinflusst wĂŒrden, sagte der ASW-Vorstandsvorsitzende, Alexander Borgschulze.





