Widmann-Mauz mahnt mehr Frauen in der Politik an
24.05.2025 - 15:33:08 | dpa.de
Die scheidende Bundesvorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz, hat einen Mangel an weiblichen FĂŒhrungspersonen in der CDU beklagt. Zwar sei man auf dem Weg zu tatsĂ€chlicher Gleichstellung ziemlich weit gekommen, sagte sie beim Bundesdelegiertentag der Frauen-Union in Reutlingen. Im ParteiprĂ€sidium, Parteivorstand und im Bundeskabinett liege der Frauenanteil bei 44 Prozent - «das lĂ€sst sich sehen, und wir freuen uns und sind stolz auf jede unserer Ministerinnen». Jedoch Ă€hnlich wie beim Bundestagswahl-Ergebnis bleibe die Union in anderen Bereichen unter ihren Möglichkeiten und Notwendigkeiten.Â
Nur 4 von 20 Mitgliedern im geschĂ€ftsfĂŒhrenden Fraktionsvorstand seien Frauen. Und 4 weibliche Arbeitsgruppenvorsitzende und Sprecherinnen von insgesamt 23 entsprĂ€chen nicht ansatzweise dem Anspruch an gleichberechtigte Teilhabe. «Wenn der Koalitionsausschuss Herz und Hirn der Bundesregierung sein soll, dann fehlt ihm noch Entscheidendes: Frauen», sagte Widmann-Mauz, die nicht mehr fĂŒr den neuen Bundestag angetreten war. Dabei mangele es nicht an qualifizierten Frauen in der Fraktion.Â
Es mangelt nicht an qualifizierten Frauen
Die Frauen Union habe die Kommunikation neu ausgerichtet und die KampagnenfĂ€higkeit in den sozialen Medien massiv ausgebaut. Sie habe sich zudem mit wichtigen Themen eingebracht, wie Gewalt gegen Frauen. «Die Frauen Union ist keine Cheerleader-Gruppe in der politischen Bundesliga, und unsere Frauen auch keine Groopies mĂ€nnlicher Polit-Stars», sagte Widmann-Mauz.Â
Im Kabinett von Kanzler Friedrich Merz sitzen zehn MĂ€nner und acht Frauen. Die wichtigsten Ministerien - Finanzen, Inneres, Verteidigung und AuswĂ€rtiges - sind mit MĂ€nnern besetzt. Dem Koalitionsausschuss â dem zweiten zentralen Entscheidungsgremium von Schwarz-Rot â gehören zehn MĂ€nner und eine Frau an. Im engsten FĂŒhrungskreis um Merz im Kanzleramt sind sogar ausschlieĂlich MĂ€nner. Dasselbe gilt fĂŒr die vier Spitzenposten in den Koalitionsfraktionen, also die Vorsitzenden und Ersten Parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrer.
Widmann-Mauz (58) gibt nach zehn Jahren den Bundesvorsitz der Frauen-Union auf. Am Nachmittag soll ihre Nachfolgerin gewĂ€hlt werden. In einer Kampfkandidatur treten Nordrhein-Westfalens Ministerin fĂŒr Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, Ina Scharrenbach (48), und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (46) an.
Die Frauen-Union hat rund 95.000 Mitglieder, die Vorsitzende sitzt automatisch im CDU-Bundesvorstand.
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