Amadeu-Antonio-Stiftung sieht Risse in deutscher Erinnerungskultur
07.11.2023 - 12:23:30 | dts-nachrichtenagentur.deHĂ€user seien im Anschluss mit Davidsternen markiert und Synagogen mit BrandsĂ€tzen attackiert worden. Die Forderungen nach einem "Schlussstrich" seien von allen Seiten lauter geworden, so die Stiftung. Der Hass auf Juden werde auf "perfide Art und Weise instrumentalisiert, um Erinnerung anzugreifen". Im Lagebericht wird auch darauf eingegangen, dass die Rolle der extremen Rechten derzeit kaum diskutiert werde, weil der Blick auf islamistische und linke Gruppierungen gerichtet sei, "die den Hamas-Terror verherrlichen und eine Grundlage fĂŒr weitere antisemitische VorfĂ€lle in Deutschland schaffen". Im "Windschatten der Terror-Verherrlichung" setze die extreme Rechte ihre Angriffe auf die Erinnerung fort, so die Stiftung. Linke und pro-palĂ€stinensische Milieus stimmten ein und forderten "Free Palestine from German guilt", heiĂt es im Lagebericht. Nikolas Lelle, Projektleiter der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu Antonio Stiftung, beklagte eine "erschreckend geringe" SolidaritĂ€t mit Juden in weiten Teilen der Gesellschaft. "Das hat auch Auswirkungen auf Shoah-Ăberlebende und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus", sagte er. "Gedenkorte, die an die Shoah erinnern, werden mit israelfeindlichen Schmierereien und Stickern beschĂ€digt." Das zeige: "Jede Art von Antisemitismus in diesem Land bringt auch einen Ruf nach einem Schlussstrich mit sich."
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