Gesundheit

KoalitionĂ€re machen umfassende SparvorschlĂ€ge fĂŒr Gesundheitsreform

30.12.2025 - 00:00:00

Angesichts der Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenkassen machen Politiker von Union und SPD milliardenschwere KĂŒrzungsvorschlĂ€ge fĂŒr eine umfassende Gesundheitsreform im nĂ€chsten Jahr und zeigen sich offen fĂŒr höhere Kosten fĂŒr Patienten.

Der "Bild" (Dienstagsausgabe) sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann (CDU), mit der EinfĂŒhrung eines PrimĂ€rarztsystems könnten mehrere Milliarden Euro im Jahr eingespart werden. "Ließe sich durch die PrimĂ€rversorgung die Zahl der Arztkontakte um zehn Prozent senken, wĂŒrde das eine Ersparnis von bis zu fĂŒnf Milliarden Euro jĂ€hrlich bedeuten - wahrscheinlich etwas weniger", erklĂ€rte Stegemann. Er zeigte sich zugleich offen dafĂŒr, gesetzliche Krankenversicherte stĂ€rker fĂŒr Arztbesuche und Medikamente zur Kasse zu bitten. "Eine Vollkasko-MentalitĂ€t steht im Widerspruch zur WertschĂ€tzung medizinischer Leistungen. Deshalb darf es keine Denkverbote bei PraxisgebĂŒhr oder höheren Zuzahlungen geben", sagte Stegemann der "Bild".

Entsprechende Schritte mĂŒssten in der Koalition diskutiert werden. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, fordert, die Lasten der Reform gerecht auf alle Beteiligten im Gesundheitssystem zu verteilen. "2026 braucht es tiefgreifende Reformen im Gesundheitssystem. Diese dĂŒrfen aber nicht nur zu Lasten der Patienten und Versicherten gehen. Jeder muss seinen Beitrag leisten: Ärzte, KrankenhĂ€user, Pharmaunternehmen", sagte Pantazis der "Bild". Der SPD-Politiker sieht zudem hohes Einsparpotenzial bei der Reform des Rettungs- und Notfalldienstes: "Alleine die Reform des Rettungsdiensts wĂŒrde Patientenströme effektiv steuern und könnte bis zu sechs Milliarden Euro pro Jahr einsparen." Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger will außerdem die PrĂ€vention verbessern und sieht darin mittelfristig Sparpotenzial in Höhe von mehr als zehn Milliarde Euro pro Jahr. Der "Bild" sagte Pilsinger: "Vermeidbare Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, ungesunde ErnĂ€hrung und Bewegungsmangel treiben chronische Erkrankungen und belasten das Gesundheitssystem zunehmend." Hinzu komme, dass demografischer Wandel, FachkrĂ€ftemangel und steigende Kosten diese Entwicklung verschĂ€rften. "Sicher könnte man mittelfristig durch bessere PrĂ€vention zehn bis 20 Milliarden Euro jĂ€hrlich einsparen", erklĂ€rte Pilsinger.

@ dts-nachrichtenagentur.de