Gewalt

Parteien diskutieren Maßnahmen gegen Gewalt an Silvester

01.01.2026 - 15:51:20

Angesichts der GewaltvorfĂ€lle in der Silvesternacht und der UnfĂ€lle durch Feuerwerk und Böller mit Toten und Verletzten fordern deutsche Politiker unterschiedliche Gegenmaßnahmen.

"Die zunehmende Hemmungslosigkeit und HeimtĂŒcke von GewalttĂ€tern, die nicht nur unsere EinsatzkrĂ€fte mit Böllern und Raketen angreifen, sind Ausdruck einer inakzeptablen Verrohung und wird nicht mit Achselzucken beantwortet werden", sagte der CDU-Innenpolitiker Alexander Throm der "Welt" (Freitagausgabe). Das werde durch die Innenminister der Union in Bund und LĂ€ndern forciert - "durch mehr Polizei auf den Straßen, konsequente Strafverfolgung, schnellere Verfahren und klare Grenzen statt Wegschauen und Relativierung". Bei alledem sei zu beachten, dass die gewalttĂ€tigen Ausschreitungen, die Verwendung von sogenannten "Polen-Böllern" und selbst gebauten Feuerwerksartikeln heute schon verboten seien, so Throm. "Eine schnelle und konsequente Ahndung gegenĂŒber den StraftĂ€tern ist hier geboten." SPD-Fraktionsvize Sonja Eichwede verwies auf VorschlĂ€ge von Bundesjustizministerin und SPD-Parteifreundin Stefanie Hubig fĂŒr hĂ€rtere Strafen gegen tĂ€tliche Angriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste.

"Gleichzeitig sehen wir, dass in der Silvesternacht Angriffe mit Pyrotechnik und Böllern insbesondere in den Metropolregionen eine große Rolle spielen", so Eichwede. "Böllerverbotszonen wie in Berlin haben hier bereits Wirkung gezeigt. Es könnte sinnvoll sein, den Spielraum der StĂ€dte, solche Zonen zu definieren, zu erweitern, um Gefahrenlagen vor Ort besser begegnen zu können." Der AfD-Innenpolitiker Martin Hess wertete die Ereignisse als Ergebnis einer "jahrzehntelangen, realitĂ€tsfernen Politik". Es brauche endlich eine kompromisslose Null-Toleranz-Strategie, so Hess. "Wer als AuslĂ€nder unsere Werte und Gesetze mit FĂŒĂŸen tritt, muss abgeschoben werden. Dass der Staat beides nicht mehr sicherstellt, ist ein politischer Skandal und Ausdruck des sicherheitspolitischen Bankrotts der politisch Verantwortlichen." GrĂŒnen-Fraktionsvize Konstantin von Notz nahm Alexander Dobrindt (CSU) in die Verantwortung. "Aus unserer Sicht ist es vollkommen unverstĂ€ndlich, dass Bundesinnenminister Dobrindt nicht vor der zurĂŒckliegenden Nacht die StĂ€dte und Gemeinden in Deutschland unterstĂŒtzt und rechtlich abgesichert hat, damit Menschen in der Silvesternacht angemessen geschĂŒtzt werden können", sagte von Notz. An zu vielen Orten sei der unkontrollierte Umgang mit Silvesterfeuerwerken immer wieder eskaliert. "Viele Menschen, die friedlich und unbeschwert feiern wollen, fĂŒhlen sich auf den Straßen und PlĂ€tzen in unserem Land oft nicht mehr sicher. Doch der Innenminister hat sich weggeduckt, schnelles Handeln verweigert und sich hinter PrĂŒfauftrĂ€gen versteckt. Damit wird Dobrindt seiner Verantwortung nicht gerecht." Dobrindt mĂŒsse die Sprengstoffverordnung Ă€ndern. "Denn StĂ€dte und Gemeinden, die Missbrauch von Feuerwerk bekĂ€mpfen möchten, brauchen dringend Rechtssicherheit." Die Innenpolitikerin Clara BĂŒnger (Linke) sieht den Staat auch in anderer Hinsicht in der Mitverantwortung fĂŒr die Gewalt. Es lohne sich zu schauen, woher die Wut komme. "KĂŒrzungen bei Jugendeinrichtungen, WiedereinfĂŒhrung des Wehrdiensts oder der gewaltvolle und restriktive Umgang mit palĂ€stinasolidarischen Demonstrationen", sagte sie. "Viele junge Menschen in Deutschland fĂŒhlen sich abgehĂ€ngt, unverstanden und allein gelassen: Hier muss sich grundlegend etwas Ă€ndern." Zudem zeige die Silvesternacht erneut, dass es dringend ein Böllerverbot brauche. "Zwei 18-JĂ€hrige sind in Bielefeld ums Leben gekommen, das Unfallkrankenhaus Berlin zĂ€hlt in der Nacht bereits 30 Verletzte, davon acht MinderjĂ€hrige - das spricht eine klare Sprache: Böller sind eine Gefahr gerade fĂŒr Jugendliche, aber auch fĂŒr Umwelt und Tiere", so BĂŒnger. @ dts-nachrichtenagentur.de

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